Fussbäder (Kneipp)

Fussbäder (Kneipp)

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Wechselfussbad improvisiert in der Badewanne

Wechselfussbad improvisiert in der Badewanne

Fußbad, kalt (Fb)

Beim Fußbad kommen nicht nur die Füße, sondern auch die Unterschenkel in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Die Dauer eines Fußbades liegt zwischen 20 – 60 Sekunden. Im Kurort wird das Fußbad meist durch Wassertreten ersetzt.

Die Anwendung zu Hause: Ein gewöhnlicher Eimer reicht für ein wirkungsvolles Fußbad nicht aus. Die Anschaffung einer Original-Fußbadewanne ist notwendig. Ein kalter Fuß schließt das Fußbad aus. Bewegung nach dem Fußbad, z.B. ein Spazier gang, ist nützlich.

Ein kaltes Fußbad wirkt ableitend, beruhigend und schlaffördernd.

Fußbad in der Wanne

Fußbad in der Wanne

Wassertreten (Wtr)

Eine Abwandlung des kalten Fußbades ist das Wassertreten. Im Kurort wird es in den Wassertretstellen im Freien, die natürlich nur im Sommer zugänglich sind, im Winter in den Wassertretstellen der einzelnen Häuser durchgeführt. Schuhe und Strümpfe werden ausgezogen, die Beinkleider hochgekrempelt, um diese wohltuende Anwendung nehmen zu können. Wenn sich ein Schneiden in den Waden einstellt, ist das Wassertreten zu beenden. Die Dauer liegt zwischen 20 – 90 Sekunden, je nach Wassertemperatur.

Die Anwendung zu Hause: Es eignet sich die Fußbadewanne (Treten an Ort und Stelle) oder die Badewanne zum Wassertreten. Die Badewanne muß allerdings bis zum Ablauf gefüllt sein, denn das Wasser muß knapp bis zum Knie reichen. Nach dem Wassertreten wird das Wasser mit den Händen abgestreift und die Strümpfe wieder angezogen, wenn nicht das Bett aufgesucht wird. Die Füße müssen für diese kalte Anwendung warm sein; das gilt besonders für die abendliche Anwendung vor dem Schlafengehen. Für die Nacherwärmung sollen Bewegung oder das Bett sorgen.

Die Wirkung ist die gleiche wie beim kalten Fußbad. Am Tage wirkt es erfrischend und stabilisierend auf die Venen der Unterschenkel.

Fußbad, warm

Das warme Fußbad ohne Kaltanteil ist keine Anwendung im Sinne Kneipps. Es wird zur Behandlung schlecht heilender Wunden und Geschwürsbildungen an Fuß oder Unterschenkel angewandt. Als Zusatz für das warme Bad kommen Kamille, Eichenrinde, Zinnkraut und Salz in Frage. Bei Krampfadern darf die Temperatur 33° C nicht übersteigen! Bei entzündlichen Vorgängen an Füßen oder Unterschenkel ist das warme Fußbad verboten. In Zweifelsfällen entscheidet immer der Arzt!

Wechselfußbad (Wfb)

Für die Durchführung des normalen Wechselfußbades benötigen wir zwei Plastik- Fußbadewannen. Die Temperatur des Wassers beträgt 37° für warm und 18-20° für kalt. Die Unterschenkel sollen bis zum Knie im Wasser stehen. Das Wechselfußbad wird im Sitzen genommen, wobei beide Beine nebeneinandergestellt werden, so daß ein Wechsel von einer zur anderen Wanne bequem möglich ist. Die Zeitdauer beträgt zweimal fünf Minuten, dazwischen und am Schluß zwanzig Sekunden kalt.

Wechselfussbad

Wechselfussbad

Die Anwendung zu Hause: Einfach und bequem läßt sich das eben beschriebene Wechselfußbad mit zwei Fußbadewannen dann durchführen, wenn im Badezimmer ein Bodenabfluß vorhanden ist. Die beiden Wannen können dann nach Gebrauch an Ort und Stelle ausgekippt werden und ineinandergestellt ihren gewohnten Platz im Badezimmer finden. Eine Waschküche eignet sich für die Durchführung des Wechselfußbades nur dann, wenn sie in der kühlen Jahreszeit beheizbar ist. Erfahrungsgemäß sind die meisten Badezimmer moderner Wohnungen beengt und verfügen über keinen Bodenabfluß. Schwer findet sich für zusätzliche Badegeräte der notwendige Platz. Außerdem lassen sich die gefüllten Fußbadewannen nur mit Mühe über den Badewannenrand entleeren. Bedauerlicherweise wird aus diesem Grunde das herkömmliche, so wertvolle Wechselfußbad im häuslichen Bereich immer seltener durchgeführt. Aus persönlicher Erfahrung rate ich zur Vereinfachung des Wechselfußbades zu folgendem Vorgehen: Die Anschaffung einer Fußbadewanne genügt. Sie findet meist unter dem Waschbecken des Badezimmers ihren Platz, ohne zu stören. Zur Durchführung des Wechselfußbades wird dann diese Wanne in die normale Badewanne gestellt und mit warmem Wasser gefüllt. Vom Rande der Badewanne aus – ein Kissen oder eine zusammengelegte Wolldecke erleichtern das Sitzen – läßt sich das warme Kräuterfußbad bequem durchführen. Der Kaltwechsel wird mit einem kalten Knieguss in der Badewanne vollzogen. Die Zeitdauer des Gusses beträgt zwanzig Sekunden. Nach Abschluß des Teilbades wird dann die Fußbadewanne durch Umkippen in die Badewanne entleert. Dieses modifizierte Wechselfußbad erfüllt in vollem Umfange die Aufgabe des üblichen Wechselfußbades mit zwei Fußbadewannen.

Es dient dem Schlafgestörten als Schlafhilfe, vertreibt durch Verteilung der Blutfülle Kopfschmerzen, ist als probates Mittel bei allen beginnenden Erkältungskrankheiten hochgeschätzt, entspannt und kräftigt übermüdete Fußgelenke, leistet bei Gicht und Arthrosis der Großzehe vorzügliche Dienste, fördert die Durchblutung bei chronisch kalten Füßen, erweitert die Arterien bei der arteriellen Verschlußkrankheit und lindert die Schmerzen beim Verschleiß der Kniegelenke.

Als Badezusätze für das Wechselfußbad werden verordnet: Baldrian oder Fichtennadel bei Unruhe und Schlafstörungen; Heublumen oder Thymian bei Erkältungskrankheiten; Heublumen oder Haferstroh bei Knochen- und Gelenkerkrankungen; Zinnkraut bei erweiterten Venen und Krampfadern; Kleie, Kamille und Eichenrinde bei Hauterkrankungen.

So segensreich das Wechselfußbad auch sein mag, bei allen Venenerkrankungen, die mit einer Entzündung tiefer oder oberflächlicher Venen, mit einer Thrombose oder einem Unterschenkelgeschwür einhergehen oder einhergingen, ist die Durchführung eines Wechselfußbades nicht angezeigt. Dagegen stellen Krampfadern, die keine Komplikationen verursachen, keine Gegenanzeige für das Wechselfußbad dar, allerdings darf die Temperatur des Warmanteils 33-34° C nicht überschreiten. Als Badezusatz in diesem Falle hat sich Kastanie oder Zinnkraut bestens bewährt.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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