{"id":2011,"date":"2012-06-10T09:09:06","date_gmt":"2012-06-10T08:09:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rehacafe.de\/blog\/?p=2011"},"modified":"2018-09-06T20:22:32","modified_gmt":"2018-09-06T18:22:32","slug":"uebergewicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/uebergewicht.html","title":{"rendered":"\u00dcbergewicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcbergewicht<\/strong><\/p>\n<p><em title=\"Kneipp-Anwendung: Oberguss durch Bademeisterin\">von Dr. med. Math\u00e4us Fehrenbach (Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_2012\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2012\" class=\"size-full wp-image-2012\" title=\"\u00dcbergewicht\" src=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/uebergewicht-01.jpg\" alt=\"\u00dcbergewicht\" width=\"550\" height=\"544\" \/><p id=\"caption-attachment-2012\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcbergewicht: Fettleibiger Jugendlicher, 146 kg K\u00f6rpermasse, mit Gyn\u00e4komastie und typischen bl\u00e4ulich\/violetten Dehnungsstreifen - Bildlizenz: Gemeinfrei.<\/p><\/div>\n<p>\u00bbDer Mensch ist, was er i\u00dft\u00ab, verr\u00e4t ein Sprichwort. L\u00e4\u00dft sich die Ern\u00e4hrung auf diese einfache Formel reduzieren? Ohne Frage beeinflussen Menge und Beschaffenheit unserer Ern\u00e4hrung Wohlbefinden und Gesundheit, wobei allerdings dem \u00bbWieviel\u00ab eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zukommt als dem \u00bbWas\u00ab. Das \u00dcbergewicht, die \u00dcberern\u00e4hrung ist allenthalben ein aktuelles Problem. Das Normalgewicht, auf eine verst\u00e4ndliche Formel gebracht, wird anhand der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe errechnet. Es z\u00e4hlen die cm in kg, die \u00fcber 100 cm gemessen werden. Einer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von 170 cm w\u00fcrde also 70 kg Normalgewicht entsprechen. Diese sog. \u00bbBrocaformel\u00ab wurde jedoch von Ern\u00e4hrungsexperten einer zus\u00e4tzlichen Korrektur unterworfen. Sie behaupten, das Idealgewicht w\u00e4re erst dann erreicht, wenn das Normalgewicht um weitere 10% reduziert wird. Das Idealgewicht bei 170 cm K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe entspr\u00e4che demnach 70 kg minus 10% = 63 kg. Meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung nach geht diese Berechnung an der Realit\u00e4t des Lebens vorbei. Bleiben wir ruhig bei der einfachen, ehrlichen Brocaformel: cm \u00fcber 100 in kg, denn es liegen keinerlei Beweise vor, da\u00df der Idealgewichtige ges\u00fcnder oder l\u00e4nger lebt als der Normalgewichtige. Ein gleichbleibendes Gewicht, selbst in der Region eines leichten \u00dcbergewichts, ist der Gesundheit bek\u00f6mmlicher als ein st\u00e4ndiges Zu- und Abnehmen.<\/p>\n<p>Wenn wir das \u00dcbergewicht klassifizieren, so unterscheiden wir wie folgt: bis 10% = leichtes \u00dcbergewicht, zwischen\u00a0 10-20% = deutliches \u00dcbergewicht, ab 20% = Fettsucht.<\/p>\n<p>Das vorliegende statistische Material zeigt \u00fcberzeugend Gefahren auf, die aus einem kontinuierlichen \u00dcberkonsum an Nahrungsmitteln resultieren. Die h\u00e4ufigste und schwerwiegendste Folge eines langj\u00e4hrigen \u00dcbergewichts ist der Diabetes, die Zuckerkrankheit. Da\u00df ein zu umfangreicher Speckmantel durch sein Gewicht und den Fl\u00fcssigkeitsgehalt allein schon Herz und Kreislauf \u00fcber Geb\u00fchr belastet, ist auch dem medizinischen Laien verst\u00e4ndlich. Erh\u00f6hter Blutdruck hat sicherlich prim\u00e4r mit \u00dcbergewicht nichts zu tun. Blutdruckkontrollen beweisen jedoch, da\u00df sich der erh\u00f6hte Blutdruck beim \u00dcbergewichtigen der Reduzierung des K\u00f6rpergewichts anpa\u00dft, da mit Aufl\u00f6sung der \u00fcberm\u00e4chtigen Fettpolster offenbar dem Blutdruck zugeordnete Impulse wegfallen. Vermehrte Harns\u00e4ure, vermehrter Fett- und Cholesteringehalt im Blut, Harnsteinleiden und Arteriosklerose werden ebenfalls in Gesellschaft mit \u00dcbergewicht gefunden.<\/p>\n<p>Eine Aufforderung zum Reduzieren der Nahrungsmenge stellt sich unter folgenden Gesichtspunkten:<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Bei gesundheitlichen St\u00f6rungen mit \u00dcbergewicht, die eine Gewichtsverminderung zur wichtigsten Heilma\u00dfnahme werden lassen; z. B. beim Diabetes, der Zuckerkrankheit, bei Gicht oder harnsaurer Diathese, bei Stoffwechselst\u00f6rungen mit Hyperlipid\u00e4mie, d. h. vermehrtem Blutfett, bei erh\u00f6htem Blutdruck und bei der Leistungsschw\u00e4che des Herzens.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Als relative Indikation zum Fasten sind gesundheitliche St\u00f6rungen zu bezeichnen, die eine Besserung des Gesundheitszustandes erwarten lassen; Aufbrauchserkrankungen der Gelenke, Muskel- und Gelenkrheumatismus, Wirbels\u00e4ulenbeschwerden, Beinbeschwerden mit Krampfadern, Thromboseneigung und Stauungszust\u00e4nde, Magen-Darmst\u00f6rungen und hormonelle Dysfunktion.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Zur vorbeugenden Gewichtsverminderung, um die Entstehung genannter Krankheiten zu verhindern, bei gleichzeitigem Gewinn vermehrter Lebensfreude durch vermehrte k\u00f6rperliche Bewegungs- und Leistungsf\u00e4higkeit. \u00dcbergewicht von mehr als 10% abzubauen ist kein Luxus im Dienste der Sch\u00f6nheit, sondern Gebot der Stunde im Dienste der Gesundheit. Wie bei allen wichtigen Vorhaben mu\u00df auch ein zu erstrebender Gewichtsabbau planvoll untermauert werden.<\/p>\n<p><strong>Das Fastenziel:<\/strong> Es mu\u00df festgelegt werden, in welcher Zeit das K\u00f6rpergewicht um wieviel kg reduziert werden soll. Hier wird meist der erste gro\u00dfe Fehler gemacht. Eine typisch menschliche Grundhaltung, das \u00bbZuviel\u00ab der Wunschwelt, wuchert in alle Lebensbereiche hinein, verunsichert die Realit\u00e4t. Meist steckt sich der Fastenwillige ein zu hohes Ziel. Sein Verlangen nach Nahrung, das schlie\u00dflich zum \u00dcbergewicht f\u00fchrte, erstreckt sich nun im umgekehrten Sinn auf den dringlichen Wunsch, das Resultat seiner Essenslust m\u00f6glichst schnell wieder vergessen zu lassen. Dieses verst\u00e4ndliche Verlangen ist allerdings gr\u00f6\u00dfer als das Verm\u00f6gen. Der menschlichen Natur angemessen ist es, sich ein bescheidenes Ziel in einer nicht zu kurzen Zeit zu setzen. Ein erreichbares Nahziel zum Beispiel ist das Vorhaben, pro Woche 1 kg, auf 4 Wochen berechnet, abzunehmen. Diese zur\u00fcckhaltende Zielsetzung, 4 kg in 4 Wochen, hat gleichzeitig den psychologischen Vorteil, da\u00df sie unbewu\u00dft zur M\u00e4\u00dfigung erzieht.<\/p>\n<p><strong>Die Gewichtskontrolle:<\/strong> Von entscheidender Bedeutung sind regelm\u00e4\u00dfige Gewichtskontrollen unter stets gleichen Bedingungen, z. B. tgl. in der Fr\u00fche unbekleidet. Das st\u00e4ndige Wiegen (immer auf derselben Waage) verschafft nicht nur Einsicht und Gewi\u00dfheit \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge der eigenen Nahrungsverwertung, sondern festigt auch die guten Absichten durch Erfolgsbest\u00e4tigung.<\/p>\n<p><strong>Der Di\u00e4tplan:<\/strong> Weiterhin ist das detaillierte Aufstellen eines Di\u00e4tplanes erforderlich, der einmal die einzelnen Zeiten der tgl. Nahrungsaufnahme festlegt, andererseits die ausgew\u00e4hlten Nahrungsmittel in genauer Menge bestimmt.<\/p>\n<p><strong>Di\u00e4ts\u00fcnden:<\/strong> Exzessive Di\u00e4ts\u00fcnden sollten w\u00e4hrend der Fastenzeit vermieden werden, da jeder Bruch mit dem Essensrhythmus abschw\u00e4chend auf die Vorsatzbildung wirkt, jeder Gewichtsanstieg entmutigt.<\/p>\n<p><strong>Spezifische Wirkung<\/strong> der Nahrungsmittel auf das Gewicht: Nahrungsmittel, die unter der Rubrik Zucker und zuckerhaltig firmieren, sollten ganz aus dem Speiseplan gestrichen werden; dazu geh\u00f6ren auch s\u00fc\u00dfe Nachspeisen und Puddings wie ebenso die scheinbar harmlosen Ausweichnahrungsmittel, die sich gewisserma\u00dfen als Fluchtstationen anbieten. Obst, Joghurt und Quark sind zweifellos gesund, wenn auch in gro\u00dfen Mengen nicht immer bek\u00f6mmlich. Ein glatter Irrtum ist die Annahme, die eben genannten Nahrungsstoffe w\u00e4ren f\u00fcr das K\u00f6rpergewicht unerheblich. Obst und Milchprodukte geh\u00f6ren zu den Nahrungsmitteln der Kohlehydratreihe, bed\u00fcrfen also einer gewissenhaften Einteilung und Limitierung. Auch das Mehl, der wichtigste Vertreter aus der Kohlehydratkette, und alle seine Produkte verderben die Taille, f\u00fchren, in \u00dcbermengen verzehrt, zum sicheren \u00dcbergewicht. Gegen\u00fcber dem Brot wird die Kartoffel vielfach als S\u00fcndenbock des Dickwerdens verteufelt. Gewi\u00df, auch die Kartoffel geh\u00f6rt zu den Kohlehydraten, wirkt aber nicht gleicherma\u00dfen fettvermehrend wie das Brot, das ja \u00fcblicherweise mit Butter, Marmelade oder Honig bestrichen wird.<\/p>\n<p>Zur Eiwei\u00dfgruppe z\u00e4hlende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier dagegen erh\u00f6hen wegen ihrer spezifischen Verbrennungswirkung das Gewicht kaum. Diese Nahrungsmittel werden in die Gestaltung des Ern\u00e4hrungsplanes vorrangig den Ton angeben. Allerdings sind Wurstwaren und auch K\u00e4sesorten Tr\u00e4ger versteckter Fette. Es gibt kaum eine Wurstsorte, die weniger als 20% Fett enth\u00e4lt, Streich- und Hartwurst kommen oft \u00fcber einen 50%igen Fettanteil. In der Auswahl der Wurstwaren f\u00fcr einen durchdachten Ern\u00e4hrungsplan kommen nur Di\u00e4t- und Fleischwurst und gekochter Schinken, dessen Fett entfernt wurde, in Frage. Auch die gesundheitsf\u00f6rdernden Milchprodukte bed\u00fcrfen hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit f\u00fcr Abmagerungsdi\u00e4ten einer genauen \u00dcberpr\u00fcfung auf Fettgehalt. Da\u00df nat\u00fcrlich Magermilch und deren Sauermilcherzeugnisse zu bevorzugen sind, versteht sich von selbst.<\/p>\n<p><strong>Getr\u00e4nke:<\/strong> Sie bed\u00fcrfen einer besonderen Erw\u00e4hnung. Ihr Genu\u00df bereitet in jedem Lebensalter ein besonderes Vergn\u00fcgen. Schon der S\u00e4ugling bem\u00e4chtigt sich mit Ungeduld der Mutterbrust, um mit Behagen diese fl\u00fcssige Nahrung aufzunehmen. Auch im sp\u00e4teren Leben bedeuten Fl\u00fcssigkeiten mit ihren verf\u00fchrerischen Zutaten wie Zucker, Alkohol, Koffein, Kohlens\u00e4ure, alles angenehme und wohlschmeckende Substanzen, ein hohes Ma\u00df an Genu\u00df und Lebensfreude. So wird der Mensch von seiner Umwelt zu einem trinkfreudigen Individuum erzogen. Wenn es nur um die Fl\u00fcssigkeit ginge, w\u00e4re Wasser absolut ausreichend. Reines Wasser hat jedoch wegen der Leere seines Geschmackes, wegen seiner Aufbereitung und Chlorierung, besonders in gr\u00f6\u00dferen Gemeinden, seine Anziehungskraft verloren. Ungeachtet dessen ist reines Wasser auch heute noch unter dem Aspekt der Gesundheit ein Spitzengetr\u00e4nk. Mit der Verfeinerung und Verf\u00e4lschung des Geschmackes wurde schlie\u00dflich das klare Wasser durch die wohlschmeckenden und stimulierenden Fl\u00fcssigkeiten verdr\u00e4ngt. Die Getr\u00e4nkeindustrie mag schlie\u00dflich mit ihrer suggestiven Marktstrategie das Ihre dazu beigetragen haben.<\/p>\n<p>So wurde das Getr\u00e4nk zum wichtigsten Kalorientr\u00e4ger, zum heimlichen Verf\u00fchrer in Stunden der Unterhaltung, aber auch der Langeweile, denn fast alle labenden Getr\u00e4nke wie Bier, Wein, Fruchts\u00e4fte, Cola, Limonaden und Mixgetr\u00e4nke enthalten Zucker in verschiedenster Form. Und kein Nahrungsmittel wirkt intensiver auf die Pfundvermehrung als gerade der Zucker. Wenn sich nun konkret die Frage stellt, welches Getr\u00e4nk ohne Reue getrunken werden darf, dann kommen, f\u00fcr das Gewicht folgenlos, in Frage: reines Wasser, Gesundheitstee, schwarzer Tee, Kaffee und Mineralwasser. Diese Fl\u00fcssigkeiten enthalten keine Kalorien, sind allenfalls L\u00f6sungsmittel f\u00fcr anregende Substanzen und verlassen den K\u00f6rper, ohne Gewichtsspuren zu hinterlassen.<\/p>\n<p>Um nun die Fastendi\u00e4t nicht zu grausam zu gestalten, d\u00fcrfen die geliebten Getr\u00e4nke, seien es Fruchtsaft, Cola, Limonade, Wein oder anderweitige Alkoholika, nur mit sehr viel Vernunft in den Speiseplan eingebaut werden. Eine Limitierung der mit Zucker befrachteten Getr\u00e4nke ist unbedingt notwendig. So kann allenfalls 1 Glas frischgepre\u00dfter Orangen- oder Grapefruitsaft die Strenge der Fr\u00fchst\u00fccksanordnung mildern.<\/p>\n<p>Der frischgepre\u00dfte Saft ist dem konservierten Flaschensaft unbedingt vorzuziehen, weil er weniger Zucker und mehr Vitamine enth\u00e4lt. Auch die Zwischenmahlzeiten um 10.00 Uhr und um 15.00 Uhr k\u00f6nnen mit einem Glas Milch oder einem Glas Fruchtsaft, jeweils 1\/8 1, und einer Scheibe Kn\u00e4ckebrot bestritten werden. Gegen 1\/4 l herben Wei\u00dfwein am Abend, eventuell f\u00fcr den ganz t\u00fcchtigen Faster als Belohnung eine kleine Flasche Pils (0,3), ist nichts einzuwenden. Ein detaillierter Di\u00e4tplan am Schlu\u00df dieses Abschnittes soll den beschwerlichen Marsch durch die Fastenlandschaft erleichtern.<\/p>\n<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfigkeit der Nahrungsaufnahme:<\/strong> Von eminenter Wichtigkeit ist die Regelm\u00e4\u00dfigkeit der Nahrungsaufnahme, auf 3 bis 5 Mahlzeiten \u00fcber den Tag verteilt. Auf keinen Fall sollten Mahlzeiten \u00fcbergangen werden. Das Ausfallenlassen einer Mahlzeit versetzt den Hungernden in einen psychischen Ausnahmezustand. Voller Erwartung harrt er dann der n\u00e4chsten Mahlzeit, sich der beruhigenden Gewi\u00dfheit hingebend, jetzt die E\u00dfz\u00fcgel etwas schleifen lassen zu k\u00f6nnen. Der Organismus, dem schlie\u00dflich die pers\u00f6nliche Fastenabsicht gleichg\u00fcltig ist, wird immer als treusorgender Hausvater jeglichen \u00dcberschu\u00df an die Speisekammer des k\u00f6rperlichen Fettdepots abliefern.<\/p>\n<p><strong>Die Probekost:<\/strong> Die t\u00e4gliche Nahrungsmenge soll nicht starr anhand von Kalorientabellen ermittelt werden. Bew\u00e4hrt hat sich die individuelle Probekost mit t\u00e4glicher Gewichtskontrolle. Die geplante Speisefolge soll deutlich unter der bisherigen Menge liegen. Ab dem 3. Di\u00e4ttag kann dann bereits die t\u00e4gliche regelm\u00e4\u00dfige Gewichtskontrolle unter den beschriebenen Voraussetzungen erfolgen. Die Waage bringt es an den Tag, ob die selbst erw\u00e4hlte Nahrungsmenge zu hoch oder zu niedrig angesetzt war. Nun folgt die Einregulierung durch Verminderung oder Zugabe. Leitsatz der Einregulierung soll eine w\u00f6chentliche Gewichtsverminderung von 1\/2 bis 1 kg sein, ein Nahziel in erreichbarer N\u00e4he.<\/p>\n<p><strong>Einregulierung der Nahrungsmenge:<\/strong> Grunds\u00e4tzlich sollte sich die Einregulierung der t\u00e4glichen Nahrungsmenge nur auf die Kohlehydrate beziehen. Der Eiwei\u00dfanteil der Ern\u00e4hrung wie Fleisch, Fisch, Eier, Magerquark und Magerk\u00e4se bleibt dagegen von der Reduktion unber\u00fchrt. Nur Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Gem\u00fcse, also die \u00fcblichen Beilagen zu den Hauptmen\u00fcs, verfallen der kritischen Beurteilung. Meist gen\u00fcgt schon die Verminderung des Brotanteiles allein, um den gew\u00fcnschten Erfolg zu erzielen.<\/p>\n<p><strong>Festigung des Fastenerfolges:<\/strong> Abnehmen in Etappen ist die Methode der Wahl. Nach Erreichung des Nahzieles von 4 kg in 4 Wochen kommt die 1. Konsolidierungsphase, die mindestens bei 4\u20146 Wochen liegen soll. Dann wird das 2. Ziel angesteuert, ebenfalls 2-4 kg in 1 Monat abzunehmen. Auf diese Weise verfestigt sich die innere Einstellung, die schlie\u00dflich zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchrt, dem Normalgewicht. Allerdings sollen auch Jahresgrenzen gesetzt werden. 10% Gewichtsverminderung in einem Jahr toleriert der Organismus, ohne den Kreislauf, die Psyche oder das hormonelle Zusammenspiel \u00fcber Geb\u00fchr zu belasten.<\/p>\n<p><strong>Therapie:<\/strong><\/p>\n<p>Im Folgenden soll noch ein Beispiel f\u00fcr eine Abnahmedi\u00e4t mit 1000 bzw. 1500 Kalorien gegeben werden. Eine 1000- Kaloriendi\u00e4t f\u00fchrt zu einem Gewichtsverlust von ca. 1 kg, 1500 Kalorien zu 1\/2 kg pro Woche im mittleren Lebensalter.<\/p>\n<p><strong>ca. 1000 Kal.:<\/strong><\/p>\n<p>1. Fr\u00fchst\u00fcck: Kaffee oder Tee, unges\u00fc\u00dft oder nur mit S\u00fc\u00dfstoff, 1 d\u00fcnne Scheibe Schwarzbrot (25 g) oder 2 Scheiben Kn\u00e4ckebrot, 5 g Butter (1 gestr. Teel.), 1 Ei.<\/p>\n<p>2. Fr\u00fchst\u00fcck: 100 g Obst oder 150 ml Buttermilch.<\/p>\n<p>Mittagessen: 100 g Fleisch, 100 g Gem\u00fcse, keine Kartoffel. Kleine Portion gr\u00fcner Salat. Kein Nachtisch.<\/p>\n<p>Nachmittags: Magermilchjoghurt, 50 ml.<\/p>\n<p>Abends: 50 g kalter Braten oder 100 g Magerk\u00e4se, 1 Scheibe Schwarzbrot oder 2 Scheiben Kn\u00e4ckebrot.<\/p>\n<p><strong>ca. 1500 Kalorien:<\/strong><\/p>\n<p>1. Fr\u00fchst\u00fcck: wie 1000 Kal., jedoch 2 Scheiben Schwarzbrot oder 3 Scheiben Kn\u00e4ckebrot, 1 Ei.<\/p>\n<p>2. Fr\u00fchst\u00fcck: 150 g Obst oder 150 ml Buttermilch und 1 Scheibe Kn\u00e4ckebrot. Mittagessen: 100 g Fleisch, 150 g Gem\u00fcse, 80 g Kartoffel, Kleine Portion gr\u00fcner Salat, Kompott mit S\u00fc\u00dfstoff.<\/p>\n<p>Nachmittags: Magermilchjoghurt 125 ml oder 100 ml Milch und 1 Scheibe Kn\u00e4ckebrot.<\/p>\n<p>Abends: wie 1000 Kal., jedoch 2 Scheiben Brot oder 3 Scheiben Kn\u00e4ckebrot, 20 g Butter und 1 Apfel zum Nachtisch.<\/p>\n<p><strong>Kneipp:<\/strong><\/p>\n<p>Alle Anwendungen, die unter Abh\u00e4rtung beschrieben sind, haben auch f\u00fcr den \u00dcbergewichtigen G\u00fcltigkeit. Bei guter Vertr\u00e4glichkeit sollte der Kaltanteil verst\u00e4rkt werden; ein kaltes Halb- oder Vollbad mit anschlie\u00dfender Bewegung (Spaziergang) regt den Stoffwechsel an, jedoch Vorsicht bei Neigung zu Blasenentz\u00fcndung und Hexenschu\u00df! Krampfadern stellen keine Gegenanzeige f\u00fcr ein kaltes Bad dar. Bei der arteriellen Durchblutungsst\u00f6rung der Beine sollte auf das kalte Bad verzichtet werden.<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Ma\u00dfnahmen:<\/strong><\/p>\n<p>Wandern und k\u00f6rperliche Bewegung beg\u00fcnstigen die Gewichtsverminderung, besonders strammes Marschieren und sportliche Bewegung. K\u00f6rperliche T\u00e4tigkeit bei gleichzeitiger Nahrungsbeschr\u00e4nkung bedeutet Abbau des Fettdepots mit Einschmelzen der Gewebspolster. Schwimmen im nicht zu warmen Wasser, obere Grenze bei 26\u00b0, geh\u00f6rt in das erfolgreiche Fastenprogramm.<\/p>\n<p><strong>Tee<\/strong>:<\/p>\n<p>Frauenmantel<\/p>\n<p>Wei\u00dfdorn<\/p>\n<p>Seetang<\/p>\n<p>Faulbaumrinde<\/p>\n<p>Birkenbl\u00e4tter<\/p>\n<p>Zinnkraut<\/p>\n<p>Bohnenschalen aa ad 100,0<\/p>\n<p>Tgl. 3-4 Tassen; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.<\/p>\n<p>Dieser Blutreinigungstee beg\u00fcnstigt die Ausscheidung der anfallenden Schlackenstoffe \u00fcber Darm und Niere.<\/p>\n<p><strong>Hom\u00f6opathie:<\/strong><\/p>\n<p>Fucus vesiculosus\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dl<\/p>\n<p>Graphites\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 D8 aa ad 40,0<\/p>\n<p>Tgl. 3&#215;15 Tr. vor dem Essen<\/p>\n<p>Calcium carbonic. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 D3<\/p>\n<p>Tgl. 3&#215;1 Tabl. nach dem Essen<\/p>\n<p><strong>Medikamente:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sind aus grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen abzulehnen. Auf keinen Fall Hormonpr\u00e4parate, auf keinen Fall Abf\u00fchrmittel!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beachte:<\/strong><\/p>\n<p>Das f\u00fcr den verw\u00f6hnten Esser sicherlich trostlose Kapitel soll noch mit einer Schlu\u00dfbemerkung versehen werden, die sicher dem erfolglosen Faster wenig Trost spendet. Der frustrierte Feinschmecker wird nat\u00fcrlich nicht ohne weiteres das Gest\u00e4ndnis ablegen, da\u00df er einfach nicht verzichten kann, wenn Lieblingsspeisen locken. Er wird nach einer Ersatzl\u00f6sung suchen, die ihm einen respektablen Ausweg aus seinem Dilemma erm\u00f6glicht. Wer hat nicht schon vom tr\u00e4gen Stoffwechsel oder von Dr\u00fcsenst\u00f6rung geh\u00f6rt? Um nun der \u00f6konomischen Physiologie des menschlichen Organismus die Ehre zu geben:<\/p>\n<p>Fettsucht als Dr\u00fcsenst\u00f6rung ist eine medizinische Rarit\u00e4t und spielt bei unseren \u00dcberlegungen keine Rolle. Leider ist das \u00dcbergewicht oder die Fettsucht fast immer das Ergebnis eines beneidenswert guten Appetits, der \u00fcber die Grenzen der f\u00fcr den K\u00f6rper notwendigen Nahrungsmenge geht.<\/p>\n<p><strong>Beachte:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nulldi\u00e4t: Eine Di\u00e4t des totalen Verzichtes, die dem K\u00f6rper nur die unbedingt notwendige Fl\u00fcssigkeit, das Wasser, g\u00f6nnt, ist aus \u00e4rztlicher Sicht abzulehnen.<\/strong> Der menschliche Organismus ist auf die Zufuhr hochwertiger Eiwei\u00dfstoffe angewiesen. Zur Zellerneuerung, zum Aufbau der Hormone und f\u00fcr viele Stoffwechselfunktionen werden die im Eiwei\u00df enthaltenen Aminos\u00e4uren ben\u00f6tigt. Die t\u00e4gliche Eiwei\u00dfmenge von 1 g pro kg K\u00f6rpergewicht sollte zur Vermeidung gesundheitlicher St\u00f6rungen niemals unterschritten werden. Gerade w\u00e4hrend einer Fastenkur ist der Organismus auf eine Vollversorgung mit Eiwei\u00df angewiesen. Fett und Kohlehydrate, die beiden anderen wichtigen Nahrungsstoffen, kann er aus seinen eigenen Reserven mobilisieren.<\/p>\n<p><strong>Verfasser:<\/strong><br \/>\nDr. med. Math\u00e4us Fehrenbach<br \/>\n(Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbergewicht von Dr. med. Math\u00e4us Fehrenbach (Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren) \u00bbDer Mensch ist, was er i\u00dft\u00ab, verr\u00e4t ein Sprichwort. L\u00e4\u00dft sich die Ern\u00e4hrung auf diese einfache Formel reduzieren? Ohne Frage beeinflussen Menge und Beschaffenheit unserer Ern\u00e4hrung Wohlbefinden und Gesundheit, wobei allerdings dem \u00bbWieviel\u00ab eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zukommt als dem \u00bbWas\u00ab. 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