{"id":2018,"date":"2012-06-10T18:03:28","date_gmt":"2012-06-10T17:03:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rehacafe.de\/blog\/?p=2018"},"modified":"2026-05-27T18:11:56","modified_gmt":"2026-05-27T16:11:56","slug":"zuckerkrankheit-diabetes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/zuckerkrankheit-diabetes.html","title":{"rendered":"Diabetes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zuckerkrankheit &#8211; Diabetes<\/strong><\/p>\n<p><em title=\"Kneipp-Anwendung: Oberguss durch Bademeisterin\">von Dr. med. Math\u00e4us Fehrenbach (Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_2023\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2023\" class=\"size-full wp-image-2023\" title=\"Geschw\u00fcr am diabetischen Fu\u00df\" src=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/diabetischer-fuss-550pix.jpg\" alt=\"Geschw\u00fcr am diabetischen Fu\u00df\" width=\"550\" height=\"413\"><p id=\"caption-attachment-2023\" class=\"wp-caption-text\">Geschw\u00fcr am diabetischen Fu\u00df &#8211; Bildlizenz: Gemeinfrei; Urheber: Papa1234<\/p><\/div>\n<p>Der Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf die Verwertung eines wichtigen N\u00e4hrstoffes des Organismus, des Zuckers, bezieht. Traubenzucker spielt im Energiehaushalt der Organfunktionen eine bedeutsame Rolle. Das Insulin, ein k\u00f6rpereigenes Hormon aus der Bauchspeicheldr\u00fcse, hat die Aufgabe, die Kraftstoffreserven, das Glykogen, f\u00fcr den st\u00e4ndigen Energiebedarf des K\u00f6rpers bereitzustellen. Liegt nun eine erbliche Organschw\u00e4che des insulinbildenden Anteiles der Pankreas vor, kann sich die Zuckerharnruhr, wie der Diabetes fr\u00fcher genannt wurde, vorzugsweise in bestimmten Lebensaltern manifestieren. Aus der Tatsache, da\u00df gerade in den Zeiten hormoneller Instabilit\u00e4t, der Pubert\u00e4t und des Klimakteriums, die Zuckerkrankheit besonders h\u00e4ufig aufzutreten pflegt, wird das Zusammenspiel der innersekretorischen Dr\u00fcsen deutlich. Aber auch exogene Ursachen bed\u00fcrfen eingehender Betrachtung, weil sich dadurch wichtige Konsequenzen f\u00fcr die Therapie ergeben. Die Erfahrung lehrt uns, da\u00df langj\u00e4hriges \u00dcbergewicht einerseits, aber auch einseitige Ern\u00e4hrungsgewohnheiten andererseits, der \u00fcberwiegende Verzehr von Zucker, zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Wei\u00dfmehlprodukten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg, das Auftreten eines Diabetes beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>Die Normalwerte des N\u00fcchternblutzuckers liegen zwischen 70 und 120 mg% bzw. zwischen 50 und 100 mg%, je nach Bestimmungsmethode. Nach den jeweiligen Mahlzeiten darf ein Blutzuckeranstieg bis 160 mg% erfolgen. \u00dcberschreitet der <a title=\"Blutzucker\" href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/langzeitzuckerwert-verstehen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutzucker<\/a> den Grenzwert von 180 mg%, dann wird Zucker \u00fcber die Niere in den Urin ausgeschieden. Durch eine einfache Teststreifenuntersuchung k\u00f6nnen im Urin bereits Spuren von Traubenzucker, die einen behandlungsbed\u00fcrftigen Diabetes aufzeigen, nachgewiesen werden. Erh\u00f6hte Blutzuckerwerte in der Vorstufe des Diabetes machen zum Nachteil des Patienten und des behandelnden Arztes keine ausgepr\u00e4gten Beschwerden. Hinweise sind Trockenheit im Mund, st\u00e4ndiges Durstgef\u00fchl, zunehmende k\u00f6rperliche Leistungsschw\u00e4che, Auftreten von Hautinfektionen, Juckreiz an den verschiedensten K\u00f6rperstellen, schlecht heilende Wunden und nicht erkl\u00e4rbarer Gewichtsverlust.<\/p>\n<p>St\u00e4ndig erh\u00f6hte Blutzuckerwerte beweisen das Vorliegen eines leichten, mittelschweren oder schweren Diabetes. Die H\u00f6he der Blutzuckerwerte, die immer sowohl n\u00fcchtern als auch 1-2 Stunden nach dem Essen registriert werden sollten, empfiehlt folgende Stadieneinteilung:<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> <em>Leichter Diabetes:<\/em> N\u00fcchternblutzucker um oder \u00fcber 120 mg% und der Wert eine Stunde nach dem Fr\u00fchst\u00fcck (postprandial) 160 bis 200 mg%.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> <em>Mittelschwerer Diabetes:<\/em> N\u00fcchternblutzucker bis 200 mg%, postprandial bis 260 mg%.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong><em> Schwerer Diabetes:<\/em> N\u00fcchternblutzucker \u00fcber 200 mg%, postprandial \u00fcber 260 mg%.<\/p>\n<p>Den angegebenen Blutzuckerwerten liegen Normwerte von 80-120 mg% zugrunde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim leichten Diabetes durch Gewichtsverminderung (sofern \u00dcbergewicht vorliegt) und Di\u00e4t allein die Blutzuckerwerte normalisiert werden k\u00f6nnen, ist im 2. Stadium eine medikament\u00f6se F\u00fchrung erforderlich. Im 3. Stadium reichen auch die Zuckertabletten nicht mehr aus. Der Patient mu\u00df station\u00e4r auf Insulin eingestellt werden.<\/p>\n<p>Die Zuckerkrankheit ist ein heimt\u00fcckisches Leiden, das strengster Beachtung seitens des Patienten und aufmerksamer \u00dcberwachung durch den behandelnden Arzt bedarf. Sehr h\u00e4ufig, das sei immer wieder betont, werden ausgesuchte Stromgebiete des Blutkreislaufes in Mitleidenschaft gezogen:<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> In den Beinen treten beim Spazierengehen nach einer bestimmten Wegstrecke (zwischen 100 und 500 m) Verkrampfungen auf, die beim Stehenbleiben verschwinden. Sinnigerweise fand sich f\u00fcr dieses typische Symptom die Bezeichnung \u00bbSchaufensterkrankheit\u00ab (Durchblutungsst\u00f6rungen, arteriell).<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Die Nieren k\u00f6nnen in sp\u00e4ten Krankheitsstadien in ihrer Durchblutung ver\u00f6den. Die harnpflichtigen Substanzen werden nur noch mangelhaft ausgeschieden. Es kann zu einer fortschreitenden Harnvergiftung kommen.<\/p>\n<p><strong>3. <\/strong>Durch vorzeitige Starbildung und Gef\u00e4\u00dfver\u00e4nderung des Augenhintergrundes wird das Augenlicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><strong>4. <\/strong>Das Blutgef\u00e4\u00dfsystem des Herzens verengt sich ebenfalls und macht das Herz infarktanf\u00e4llig. Gleicherma\u00dfen ist das Gehirn aufgrund vorzeitiger sklerotischer Gef\u00e4\u00dfprozesse der Gefahr eines Schlaganfalles ausgesetzt.<\/p>\n<p>Obwohl in manchen F\u00e4llen schon geringf\u00fcgige Blutzuckererh\u00f6hungen die eben genannten Gef\u00e4\u00dfver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren k\u00f6nnen, so mu\u00df doch gerechterweise einger\u00e4umt werden, da\u00df vielfach betr\u00e4chtlich erh\u00f6hte Blutzuckerwerte ohne grobe gesundheitliche St\u00f6rungen angetroffen werden.<\/p>\n<p>Die gesundheitlichen Negativ-Folgen sind jedoch nicht berechenbar. Darum ist jeder Diabetiker, wenn ihm seine Gesundheit lieb ist, gehalten, das Unvorhersehbare einzukalkulieren. Keine Krankheit ist durch die Nahrungszufuhr so zu beeinflussen wie gerade der Diabetes.<\/p>\n<p><strong>Di\u00e4t:<\/strong><\/p>\n<p>In der \u00c4u\u00dferung des Diabetikers \u00bbBevor ich anfange, weniger zu essen, nehme ich lieber eine Zuckertablette mehr\u00ab wird das ganze Dilemma deutlich, dem sich der Arzt oft gegen\u00fcbersieht. Am Widerstand des Patienten scheitert so manche \u00e4rztliche Verordnung. Sicher ist es einfacher, eine Tablette zu schlucken, als sich den M\u00fchen einer Reduktionskost und dem Diktat ungeliebter Di\u00e4tvorschriften zu beugen. <strong>Die gesundheitlichen Gefahren, die dem Diabetiker durch die Heimt\u00fccke seiner Erkrankung drohen, k\u00f6nnen gar nicht drastisch genug geschildert werden, um den Patienten zu den beiden wichtigsten Behandlungsleitlinien in der Zuckertherapie zu bewegen, der <a title=\"Gewichtsverminderung\" href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/leben-mit-lipoedem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gewichtsverminderung<\/a> und der Zuckerdi\u00e4t.<\/strong> <strong>Der schwergewichtige Diabetiker kann mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen entgleisten Zuckerstoffwechsel mit diesen beiden Ma\u00dfnahmen allein wieder in Ordnung bringen.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den behandelnden Arzt ist es immer wieder \u00fcberraschend und aufschlu\u00dfreich, mit welcher Geschwindigkeit bei einem Fastenden erh\u00f6hte Blutzuckerwerte der Normalit\u00e4t zueilen. Die Abnahmedi\u00e4t sollte nat\u00fcrlich dem strengen Reglement der Zuckerdi\u00e4t unterworfen werden, weil zwei Notwendigkeiten den Speiseplan bestimmen, einmal die Gewichtsabnahme, zum anderen eine \u00fcberlegte Nahrungsauswahl. Zun\u00e4chst sollen die grunds\u00e4tzlichen Ern\u00e4hrungsrichtlinien f\u00fcr die Zuckerkranken zu Worte kommen.<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Wei\u00dfer, brauner Zucker und alle Nahrungsmittel, die mit Zucker, Traubenzucker oder Honig zubereitet werden, m\u00fcssen strengstens gemieden werden (Marmelade, Konfekt, Pl\u00e4tzchen, Kuchen, Torten, gewisse Brotsorten, Eis, kandierte Fr\u00fcchte, Kompott, Schokolade, Pralinen usw.). Alle Lebensmittel, die durch ihre S\u00fc\u00dfe verf\u00fchren, m\u00fcssen vom Di\u00e4tplan des Diabetes gestrichen werden.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Alle Zuckerarten sind f\u00fcr den Diabetiker verboten. Dagegen sind die Kohlehydrate nicht nur erlaubt, sondern als Energiespender sogar notwendig. Die Tagesmenge soll bei Unter- und Normalgewicht nicht unter 200 g, was etwa 18 Broteinheiten entspricht, liegen. Zu den Kohlehydraten z\u00e4hlen: Alle Brotsorten, soweit sie keinen Zuckerzusatz f\u00fchren, alle Mehlprodukte und Getreideerzeugnisse wie Reis, Gries, Haferflocken, Sago und andere Teigwaren, Kartoffeln, Gem\u00fcse und Obst. Sie bed\u00fcrfen allerdings der Einteilung und Berechnung nach Brot- oder Kohlehydrateinheiten laut folgendem Schema:<\/p>\n<p>1 Broteinheit (BE) = 25 g Schwarzbrot (Grahambrot, Pumpernickel) oder 20 g Wei\u00dfbrot (1\/2 Br\u00f6tchen) = 12 g Kohlehydrate = 50 Kalorien.<\/p>\n<p>Die Kalorienmenge mu\u00df f\u00fcr jeden Zuckerkranken anhand seines Gewichts, seines Alters, seines Geschlechts und seiner T\u00e4tigkeit extra berechnet werden. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Erstellung eines genauen Di\u00e4tplanes ist der Fachmann, der Arzt oder das Krankenhaus. <strong>Eine \u00fcber den Daumen gepeilte Di\u00e4t ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko!<\/strong> Diese Tatsache mu\u00df jedem, dem gesundheitliche Gefahren durch erh\u00f6hten Blutzucker drohen, mit allem Nachdruck eingeh\u00e4mmert werden.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Auch das Fett mu\u00df wegen seiner ung\u00fcnstigen Beeinflussung des Kohlehydratstoffwechsels beschr\u00e4nkt werden. 60 g einschlie\u00dflich des Kochfettes und der versteckten Fette sollten nicht \u00fcberschritten werden. F\u00fcr den Brotaufstrich bleiben etwa 15 g \u00fcbrig. W\u00e4hrend pflanzliche Fette gegen\u00fcber Hartfetten und Schweineschmalz zu bevorzugen sind, verspricht der Austausch der Butter durch Margarine keinen gesundheitlichen Vorteil.<\/p>\n<p><strong>4.<\/strong> Gem\u00fcse, soweit nicht \u00dcbermengen verzehrt werden, erfordern als Kohlehydrat keine besondere Berechnung in der Di\u00e4taufstellung. Allerdings sollte bei Karotten, allen R\u00fcbensorten, Bohnen, Erbsen, Schwarzwurzeln und Sellerie das Kochwasser abgesch\u00fcttet werden. Obst ist im Rahmen der Kohlehydratberechnung erlaubt, nur auf Bananen, Weintrauben und S\u00fc\u00dfkirschen sollte grunds\u00e4tzlich verzichtet werden. 1\/4 l saurer Naturwein entspricht 1 BE; 1\/2 Flasche Weizenbier wird gleicherma\u00dfen berechnet; gegen einen gelegentlichen Kognak, Whisky oder \u00bbKlaren\u00ab ist nichts einzuwenden. Obsts\u00e4fte werden, soweit sie frisch gepre\u00dft sind, ebenfalls pro 100 g mit 1 BE in Rechnung gestellt. Sehr s\u00fc\u00dfe S\u00e4fte, wie z. B. Trauben- oder Kirschsaft, st\u00f6ren die Di\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>5.<\/strong> Gewisse Nahrungsmittel werden im Di\u00e4tplan des Diabetikers nicht mit BE aufgerechnet, z. B. Fleisch, Eier und Blattsalate, m\u00fcssen jedoch als Kalorientr\u00e4ger in die Gesamtberechnung einbezogen werden.<\/p>\n<p><strong>6.<\/strong> Zur Aufrechterhaltung eines gleichm\u00e4\u00dfigen Verbrennungsprozesses sind 6 Mahlzeiten erforderlich: 1. Fr\u00fchst\u00fcck um oder vor 8.00 Uhr, 2. Fr\u00fchst\u00fcck gegen 10.00 Uhr, Mittagessen zwischen 12.00 und 13.00 Uhr, kleine Zwischenmahlzeit zwischen 15.00 und 16.00 Uhr, Abendessen zwischen 18.00 und 19.00 Uhr und 1 Sp\u00e4timbi\u00df gegen 21.00 Uhr.<\/p>\n<p><strong>Zucker-Abnahmedi\u00e4t 1000 Kal.:<\/strong><\/p>\n<p>1. Fr\u00fchst\u00fcck: 2 Scheiben Brot \u00e4 25 g =2 BE, 10 g Butter, 1 Ei, Tee oder Kaffee.<\/p>\n<p>2. Fr\u00fchst\u00fcck: 1\/4 l fettarme Milch = 1 BE.<\/p>\n<p>Mittagessen: 150 g Fleisch, 120 g Kartoffeln gesch\u00e4lt (h\u00fchnereigro\u00df) = 2 BE, gr\u00fcner Salat und Gem\u00fcse. Nachtisch: 120 g Grapefruitsaft = 1\/8 l = 1 BE.<\/p>\n<p>Zwischenmahlzeit: Tee oder Kaffe, 1 Scheibe unges\u00fc\u00dften Zwieback = 1 BE.<\/p>\n<p>Abendessen: 1 Joghurt (240 g) = 1 BE und 1 Scheibe Brot, 25 g = 1 BE.<\/p>\n<p>Sp\u00e4tmahlzeit: 1 Apfel = 1 BE.<\/p>\n<p>Diese Nahrungsmenge enth\u00e4lt 10 Broteinheiten (BE). Anhand von Austauschtabellen und Ern\u00e4hrungsvorschriften f\u00fcr Diabetiker kann auf diese Weise f\u00fcr jedes Alter, jedes Gewicht und jede T\u00e4tigkeit ein Di\u00e4tplan nach Kalorienbedarf aufgestellt werden. Die hier gegebene Empfehlung soll nur ein beliebiges Beispiel sein.<\/p>\n<p><strong>Kneipp:<\/strong><\/p>\n<p>Da\u00df sich Kneippanwendungen beim Diabetiker auf Blutkreislauf und Stoffwechsel g\u00fcnstig auswirken, liegt auf der Hand. Der Kaltanteil ist zu verl\u00e4ngern, der Gebrauch der kleinen Kaltanwendungen ist unbedingt zu empfehlen.<\/p>\n<p>Tgl. kaltes Armbad und Wassertreten, statt dessen auch Wechselarm-, Wechselknie-, Wechselschenkel-, Wechselschenkelkreuz- oder Wechselunterguss. W\u00f6ch. 1 x 3\/4-Bad mit Haferstroh, anschl. Abguss; lx Sitzbad, anschl. Schenkel- oder Unterguss; 2x Oberaufschl\u00e4ger oder Lendenwickel mit Salzwasser. Allgemeine Ma\u00dfnahmen: s. Abh\u00e4rtung. Reichlich Bewegung in Form von Gymnastik, Sport und Spazierg\u00e4ngen; auch Atem\u00fcbungen.<\/p>\n<p><strong>Tee:<\/strong><\/p>\n<p>Bohnenschalen<\/p>\n<p>Haferstroh<\/p>\n<p>Boldobl\u00e4tter<\/p>\n<p>Heidelbeerbl\u00e4tter aa ad 100,0<\/p>\n<p>Tgl. 3&#215;1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hom\u00f6opathie:<\/strong><\/p>\n<p>Syzygium Jambolanum &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; D2<\/p>\n<p>Kreosotum&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; D4 55 ad 40,0<\/p>\n<p>Tgl. 3&#215;20 Tr.<\/p>\n<p><strong>Medikamente:<\/strong><\/p>\n<p>Nach Verordnung des Arztes. Er entscheidet, ob die Behandlung des jeweiligen Diabetes 1. mit Di\u00e4t allein, 2. mit Di\u00e4t und Medikamenteinnahme, 3. mit Di\u00e4t und Insulin-Injektionen erfolgen mu\u00df.<\/p>\n<p>Das Zuckerkoma: Die Zuckerkrankheit ist nicht nur mit Langzeitsch\u00e4den im Kreislaufgebiet ausgesuchter Gef\u00e4\u00dfbezirke behaftet. Dem insulinpflichtigen Diabetiker droht auch das Koma, ein dramatisches, eindrucksvolles Krankheitsbild. Erste Vorboten sind M\u00fcdigkeit, Nachlassen des Appetits bis zu \u00dcbelkeit, Brechreiz und vor allen Dingen vermehrtes Durstgef\u00fchl mit h\u00e4ufigem Wasserlassen. Im Verlauf dieses akuten Zustandsbildes tr\u00fcbt sich das Bewu\u00dftsein bis zur Bewu\u00dftlosigkeit ein. Eine tiefe, verlangsamte Atmung, kalte trockene Haut an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und ein eigenartiger Obstgeruch der Atemluft erh\u00e4rten die Diagnose: \u00bbComa diabeticum\u00ab, eine dringliche \u00e4rztliche Notfallsituation. Die unbedingt notwendige Blutuntersuchung beweist dann eine Entgleisung des Zuckerstoffwechsels mit extrem hohen Blutzuckerwerten. Die Ursache f\u00fcr das Hineingleiten in einen komat\u00f6sen Zustand ist verschieden. Grobe Di\u00e4tfehler einerseits, aber auch eigenwillige \u00c4nderung der verordneten Insulindosis lassen die Blutzuckerwerte \u00fcber die tolerablen Grenzen hinausschie\u00dfen. H\u00e4ufig ver\u00e4ndert sich auch die Stoffwechsellage eines Zuckerpatienten ohne erkennbaren Grund, so da\u00df die urspr\u00fcnglich verordnete Insulinmenge f\u00fcr den echten Bedarf des Organismus nicht mehr ausreicht. Regelm\u00e4\u00dfige Blutzuckerkontrollen, die heute bereits vom Patienten selbst durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, informieren rechtzeitig \u00fcber die Notwendigkeit einer Neueinstellung der Insulindosis. Weitere m\u00f6gliche Ursachen sind extremer k\u00f6rperlicher oder psychischer Stre\u00df, Durchfall mit Erbrechen, Schwangerschaft und eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse.<\/p>\n<p>Die Blutzuckerwerte schwanken beim Gesunden zwischen 70 bis 120 mg% n\u00fcchtern und d\u00fcrfen nach dem Essen die Grenzmarke von 160 mg% erreichen. Eine hochgradige \u00dcberzuckerung des K\u00f6rpers mit Blutzuckerwerten zwischen 600 und 1000 mg% f\u00fchrt, wie wir bereits geh\u00f6rt haben, zu dem bedrohlichen Krankheitsbild des diabetischen Komas, dessen Hauptmerkmal die Bewu\u00dftlosigkeit ist.<\/p>\n<p><strong>Der Insulinschock:<\/strong> Wie reagiert nun der Organismus auf ein Absinken des Blutzuckerspiegels unter 40 mg%? Es kommt ebenfalls zu einer Bewu\u00dftlosigkeit, die sich jedoch vom \u00dcberzuckerungskoma wesentlich unterscheidet. Mit dem Schwinden des Bewu\u00dftsein treten Zuckungen und eigenartige Bewegungen auf, ein Beweis, da\u00df der Zuckermangel prim\u00e4r das Gehirn in Mitleidenschaft zieht. Kalter Schwei\u00df bedeckt K\u00f6rper und Stirn, w\u00e4hrend Atmung und Puls normal bleiben.<\/p>\n<p>Die Ursache des hypoglyk\u00e4mischen Schocks ist fast immer eine zu hohe Insulindosierung. Pl\u00f6tzlich ver\u00e4nderte Lebensgewohnheiten bei Reisen oder auch Ver\u00e4nderungen der Di\u00e4t k\u00f6nnen bei gleichbleibender Insulinzufuhr, besonders in den Morgenstunden, zu dem gef\u00fcrchteten Insulinschock f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der herbeigerufene Notarzt, dem m\u00f6glicherweise der Patient unbekannt ist, von den Angeh\u00f6rigen jedoch die Ursache der Bewu\u00dftlosigkeit, seine Zuckerkrankheit, erf\u00e4hrt, steht vor einem Entscheidungsdilemma: Handelt es sich um ein \u00dcberzuckerungskoma oder um einen Unterzuckerungsschock? Der behandelnde Kollege wird jeden Hinweis, der ihm die Diagnose erleichtert, von den Angeh\u00f6rigen mit Dankbarkeit entgegennehmen. Die Umgebung eines insulinspritzenden Diabetikers sollte sich deswegen die geschilderten Symptome eines Zuckerkomas und des Insulinschocks genauestens einpr\u00e4gen. Die bedrohliche Unterzuckerung mit Schockzeichen sucht den Patienten nicht schlagartig heim. Vorboten sind M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4che, Druckgef\u00fchl in Leib und Brust, motorische Unruhe, Hei\u00dfhunger, leichtes Schwitzen, Angst und Beklemmungsgef\u00fchle, nicht zu vergessen ein unangenehmer Kopfschmerz. Der erfahrene Zuckerkranke f\u00fchrt immer ein P\u00e4ckchen Traubenzucker bei sich, um bei den ersten Anzeichen der Unterzuckerung durch Einnahme des schnell resorbierbaren Traubenzuckers den drohenden Schock zu verhindern. Die oben genannten Symptome sind nicht nur Folge eines \u00dcberangebots an Insulin per injectionem. Zuckerregulationsst\u00f6rungen sind gar nicht so selten bei Magengeschw\u00fcrkranken und nach Magenoperationen, aber auch als Funktionsst\u00f6rung bei \u00dcberschlanken mit Unterblutdruck.<\/p>\n<p><strong>Beachte:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Ein kluger, um seine Gesundheit besorgter Diabetiker wird sich als wichtigstes Haushaltsger\u00e4t eine K\u00fcchen- oder Briefwaage zulegen.<\/p>\n<p>Gerade zu Beginn der Erkrankung m\u00fcssen die einzelnen Lebensmittel genau abgewogen werden. Mit der Zeit wei\u00df man die jeweiligen Nahrungsmittel mit dem Augenma\u00df zu bestimmen. Eine Kontrolle durch die Waage rundet jedoch die T\u00fcchtigkeit durch Gewissenhaftigkeit ab.<\/p>\n<p>Da\u00df er sich die notwendigen schriftlichen Unterlagen, die \u00fcber die Zusammenstellung der Di\u00e4t und \u00fcber Kohlehydrate und Broteinheiten Auskunft geben, besorgt, ist selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> H\u00e4ufig gelingt es, durch Hafermahlzeiten die Stoffwechsellage g\u00fcnstig zu beeinflussen. Am besten wird das zweite Fr\u00fchst\u00fcck oder der Nachmittagsimbi\u00df durch eine Haferflockensuppe oder durch Haferschleim gestaltet. 18 g Haferflocken entsprechen einer Broteinheit. Eine Milch-Haferflockensuppe, nat\u00fcrlich ohne weitere Zutaten, aus 32 g Rohhaferflocken zubereitet, entspricht also 2 Broteinheiten.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Immer wieder str\u00e4uben sich insulinpflichtige Diabetiker, deren Blutzucker weder durch Di\u00e4t noch durch Medikamente in tolerable Grenzen zu zwingen ist, dem Rat des Arztes zur Umstellung auf Insulin zu folgen. Sie scheuen die M\u00fche des Injizierens, glauben, mit der Handhabung der Spritze nicht zurechtzukommen, oder f\u00fcrchten gar den Stich durch die Haut. Manche Patienten hegen sogar die Bef\u00fcrchtung, einen einfachen Diabetes durch Insulinspritzen in ein kompliziertes Krankheitsbild zu verwandeln. Von entscheidender Wichtigkeit ist nur eines: Ein schlecht eingestellter Diabetes, der mit einem hohen Blutzuckerspiegel oder mit starken Schwankungen einhergeht, birgt erhebliche gesundheitliche Gefahren. Der Erkrankte setzt seine Gesundheit aufs Spiel und \u00f6ffnet den bereits geschilderten Kreislaufsch\u00e4den Tor und T\u00fcr. Eine Neueinstellung auf Insulin sollte immer station\u00e4r im Krankenhaus erfolgen. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Instruktion, einmal in der Spritztechnik, zum anderen in der di\u00e4tetischen Erfahrung, sind in station\u00e4rer Behandlung g\u00fcnstiger als in der ambulanten Praxis eines \u00fcberlasteten Einzelarztes.<\/p>\n<p><strong>4. <\/strong>Eine echte Zuckerverwertungsst\u00f6rung, ein Diabetes des <strong>1., 2.<\/strong> oder <strong>3.<\/strong> Grades, heilt nie von selbst aus. Auch die biologischen Mittel allein sind niemals ausreichend, um den Blutzucker in nat\u00fcrlichen Grenzen zu halten. Die Behandlungseinheit Di\u00e4t, Tabletten oder Insulin ist unumg\u00e4nglich. Es gibt gelegentlich Blutzucker\u00fcberschreitungen, die mit Stre\u00df, seelischen Ersch\u00fctterungen und hormonellen Entgleisungen zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnen. Diese \u00bbBlutzuckerspr\u00fcnge\u00ab d\u00fcrfen jedoch nur vor\u00fcbergehendes Ereignis bleiben. Regelm\u00e4\u00dfige Blutzuckerkontrollen sind auch in diesem Falle notwendig.<\/p>\n<p><strong>Verfasser:<\/strong><br \/>\nDr. med. Math\u00e4us Fehrenbach<br \/>\n(Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuckerkrankheit &#8211; Diabetes von Dr. med. Math\u00e4us Fehrenbach (Facharzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren) Der Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf die Verwertung eines wichtigen N\u00e4hrstoffes des Organismus, des Zuckers, bezieht. Traubenzucker spielt im Energiehaushalt der Organfunktionen eine bedeutsame Rolle. Das Insulin, ein k\u00f6rpereigenes Hormon aus der Bauchspeicheldr\u00fcse, hat die Aufgabe, die Kraftstoffreserven, das Glykogen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[392,394,390,289],"tags":[393,395],"class_list":["post-2018","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-diabetes","category-diabetes-mellitus-typ-1-zuckerkrankheit","category-stoffwechselerkrankungen","category-ubergewicht","tag-diabetes-mellitus","tag-diabetischer-fus"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Zuckerkrankheit (Diabetes)<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Di\u00e4t-Tipps bei Zuckerkrankheit (Diabetes).\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, 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