{"id":3284,"date":"2017-02-13T16:56:00","date_gmt":"2017-02-13T15:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rehacafe.de\/blog\/?p=3284"},"modified":"2019-03-01T18:40:38","modified_gmt":"2019-03-01T17:40:38","slug":"tinnitus-ohrensausen-und-reha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/tinnitus-ohrensausen-und-reha.html","title":{"rendered":"Tinnitus (Ohrensausen) und Reha"},"content":{"rendered":"<h2>Allgemeines zum Tinnitus<\/h2>\n<p>Ohrger\u00e4usche werden auch Tinnitus genannt. Ein Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr ist zwar nicht gef\u00e4hrlich, kann jedoch eine gro\u00dfe Belastung darstellen. Erfahren Sie hier alles \u00fcber die Ursachen, die Behandlung und Reha.<\/p>\n<h2>Schweregrade von Ohrger\u00e4uschen<\/h2>\n<p>Jeder Mensch hat schon einmal erlebt, dass f\u00fcr kurze Zeit Ger\u00e4usche im Ohr auftreten, die keine \u00e4u\u00dfere Schallquelle haben, sondern von innen kommen. Typisch sind hohe Pfeif- oder Piept\u00f6ne. Aber auch ein tiefes Brummen oder Ohrensausen sind m\u00f6glich. Von Tinnitus spricht man dann, wenn das Ger\u00e4usch dauerhaft oder immer wieder auftritt. In manchen F\u00e4llen klingen die Ohrger\u00e4usche von selbst ab. Bei einer Dauer von mehr als drei Monaten spricht man von chronischem Tinnitus.<\/p>\n<div id=\"attachment_3419\" style=\"width: 434px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tinnitus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3419\" class=\"size-full wp-image-3419\" src=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tinnitus.jpg\" alt=\"Schutz vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem L\u00e4rm. \" width=\"424\" height=\"283\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3419\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Frau mit Tinnitus &#8211; Wichtigste Ma\u00dfnahme zur Vorbeugung ist ein Schutz vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem L\u00e4rm. &#8211; Foto: \u00a9 underdogstudios \/ fotolia<\/p><\/div>\n<p>Je nach Auspr\u00e4gung teilen Mediziner die Erkrankung in vier Schweregrade ein. W\u00e4hrend Grad 1 kaum oder nur gelegentlich st\u00f6rt, sind Grad 3 und 4 mit einer massiven Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t verbunden.<\/p>\n<h2>Ursachen &amp; Vorbeugen<\/h2>\n<p>Beim <strong>subjektiven Tinnitus<\/strong> ist die Ohrfunktion beeintr\u00e4chtigt, so dass nicht-vorhandene Ger\u00e4usche wahrgenommen werden. Die Ursache k\u00f6nnen vorangegangene laute Ger\u00e4usche (Knalltrauma), Entz\u00fcndungen des Ohres, Infekte oder andere Erkrankungen sein. Beim <strong>objektiven Tinnitus<\/strong> treten tats\u00e4chlich Ger\u00e4usche auf, die der Arzt mit speziellen Ger\u00e4ten auch nachweisen kann. Da sie direkt in Ohrn\u00e4he oder im Innenohr entstehen, erscheinen sie Betroffenen sehr laut, sind f\u00fcr andere Menschen aber unh\u00f6rbar. M\u00f6gliche Ursachen sind <a title=\"Bluthochdruck\" href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/bluthochdruck-hypertonie.html\">Bluthochdruck<\/a>, <a title=\"Gef\u00e4\u00dfkrankheiten\" href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/venenerkrankungen.html\">Gef\u00e4\u00dfkrankheiten<\/a> sowie St\u00f6rungen im Bereich des Gaumensegels oder der Tuben (Eustachi-R\u00f6hren).<\/p>\n<h3>Vorbeugung<\/h3>\n<p>Wichtigste Ma\u00dfnahme zur Vorbeugung ist ein <a title=\"Schutz vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem L\u00e4rm\" href=\"https:\/\/www.stmgp.bayern.de\/vorsorge\/umwelteinwirkungen\/hoer-laermschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schutz vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigem L\u00e4rm<\/a>. Auch wer Stress abbaut, beugt der Krankheit vor. Denn psychische Faktoren k\u00f6nnen das Risiko erh\u00f6hen und ein bestehendes Ohrger\u00e4usch verst\u00e4rken. Um den \u00dcbergang in eine chronische Phase zu vermeiden, sollten Sie Ohrger\u00e4usche am besten immer fr\u00fchzeitig \u00e4rztlich abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<h2>Symptome &amp; Folgen<\/h2>\n<p>Tinnitus kann sich unterschiedlich \u00e4u\u00dfern. F\u00fcr einige klingen die Ohrger\u00e4usche wie Meeresrauschen, f\u00fcr andere wie eine fliegende Stechm\u00fccke, andere h\u00f6ren ein hohes Pfeifen oder ein tiefes Brummen. Die Ger\u00e4usche k\u00f6nnen gleich bleiben oder an- und abschwellen. Einige Betroffene sind durch die Erkrankung \u00fcberempfindlich gegen\u00fcber Ger\u00e4uschen. Manchmal nehmen sie Stimmen verzerrt, ver\u00e4ndert, lauter oder leiser wahr. Die Dauerger\u00e4usche im Ohr stellen eine massive psychische und k\u00f6rperliche Belastung dar. Tinnitus kann zu Schlafst\u00f6rungen, mangelnder Konzentration, Ersch\u00f6pfung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magen-Darm-Beschwerden f\u00fchren. M\u00f6gliche Folgen sind auch Muskelverspannungen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Z\u00e4hneknirschen. Schwere F\u00e4lle f\u00fchren bisweilen zum sozialen R\u00fcckzug, Depressionen, \u00c4ngsten oder Phobien.<\/p>\n<h2>Untersuchungen &amp; Diagnose<\/h2>\n<p>Der Arzt kl\u00e4rt zun\u00e4chst in einem Gespr\u00e4ch, seit wann die Ger\u00e4usche im Ohr auftreten. Er fragt, wie die Ohrger\u00e4usche sich anh\u00f6ren und wie stark der Alltag dadurch beeintr\u00e4chtigt ist. Zur weiteren Abkl\u00e4rung k\u00f6nnen ein H\u00f6rtest, eine Untersuchung des Trommelfells, eine Ohrmikroskopie des Au\u00dfenohres und Untersuchungen des Gleichgewichtssinnes gemacht werden. Mit speziellen Methoden kann der Arzt au\u00dferdem die Lautst\u00e4rke und Frequenz des Tinnitus-Tones feststellen.<\/p>\n<p>Zur Abkl\u00e4rung k\u00f6rperlicher Ursachen dienen Blutdruckmessungen, Blutuntersuchungen oder Untersuchungen des Kiefers und Kauapparates. Besteht ein Verdacht auf St\u00f6rungen im Gef\u00e4\u00dfsystem, kann der Arzt einen Ultraschall der Halsgef\u00e4\u00dfe oder eine Kernspintomografie durchf\u00fchren.<\/p>\n<h2>Therapie &amp; Reha<\/h2>\n<p>L\u00e4sst sich der Ausl\u00f6ser herausfinden, zielt die Therapie auf die Beseitigung der Ursache ab. Doch auch bei unbekannter Ursache ist h\u00e4ufig eine Besserung m\u00f6glich. Bei akutem Tinnitus k\u00f6nnen Entz\u00fcndungshemmer (Kortison), Infusionen mit durchblutungsf\u00f6rdernden Wirkstoffen, krankengymnastische oder orthop\u00e4dische Behandlungen zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Bei chronischem oder schwerem Verlauf (Grad 3 und 4) oder wenn zus\u00e4tzlich psychische Erkrankungen vorliegen, kann eine station\u00e4re Reha in einer Spezialklinik hilfreich sein. Dort ist eine umfassende und individuelle Behandlung m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Reha bei chronischem Tinnitus<\/h3>\n<p>Rehakliniken, die auf Tinnitus spezialisiert sind, bieten ein umfassendes und individuell genau abgestimmtes Therapieprogramm.<\/p>\n<p>Zur Therapie und Reha eines chronischen Tinnitus k\u00f6nnen folgende Ma\u00dfnahmen geh\u00f6ren (1):<\/p>\n<ul>\n<li>In der Reha k\u00f6nnen <strong>individuelle medizinische Ma\u00dfnahmen<\/strong> zum Einsatz kommen. Dazu geh\u00f6ren nicht nur Medikamente oder orthop\u00e4dische Therapien, sondern zum Beispiel auch die Audio-, Musik- oder Bewegungstherapie.<\/li>\n<li>Wenn n\u00f6tig erfolgt eine <strong>Versorgung mit Ger\u00e4ten<\/strong>. Zum Beispiel k\u00f6nnen H\u00f6rger\u00e4te oder spezielle H\u00f6rsysteme, die den Tinnitus unterdr\u00fccken (\u201emaskieren\u201c), in der Reha erprobt werden.<\/li>\n<li>Eine <strong>gest\u00e4rkte Psyche und weniger Stress<\/strong> f\u00f6rdern die Heilung. Rehakliniken bieten daher psychologische Gespr\u00e4che, Verhaltenstherapien und Kurse f\u00fcr Entspannungstechniken an.<\/li>\n<li>Die Reha bietet auch Beratungen und Schulungen, wie man den <strong>Tinnitus im Alltag bew\u00e4ltigen <\/strong>kann. Betroffene erhalten entsprechende Tipps und erlernen spezielle Bew\u00e4ltigungs-Strategien, mit denen die Wahrnehmung des Tinnitus vermindert werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"ueber-die-autorin\"><b>\u00dcber die Autorin<\/b><\/span><\/h2>\n<p>Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin mit mehrj\u00e4hriger Erfahrung in der medizinisch-wissenschaftlichen Diagnostik.<\/p>\n<h2><span id=\"quellen\"><strong>Quellen<\/strong><\/span><\/h2>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>(1) AWMF S3-Leitlinie 017\/064: Chronischer Tinnitus. 2015.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeines zum Tinnitus Ohrger\u00e4usche werden auch Tinnitus genannt. 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