{"id":413,"date":"2025-11-10T20:15:49","date_gmt":"2025-11-10T19:15:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/?p=413"},"modified":"2025-11-30T19:25:14","modified_gmt":"2025-11-30T18:25:14","slug":"kuenstliches-hueftgelenk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/kuenstliches-hueftgelenk.html","title":{"rendered":"K\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk (H\u00fcft-TEP) und Reha"},"content":{"rendered":"<h2><strong>K\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk (H\u00fcft-TEP): Operation und Reha<\/strong><\/h2>\n<p>Die H\u00fcft-TEP (H\u00fcft-Totalendoprothese) ist ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk. Sie wird in erster Linie bei einem Verschlei\u00df der H\u00fcftgelenke eingesetzt und besteht aus Metall, Kunststoff oder Keramik. Erfahren Sie hier alles \u00fcber Operationsverfahren, die anschlie\u00dfende Rehabilitation (\u201eH\u00fcft-Reha\u201c) und das Leben mit k\u00fcnstlichem H\u00fcftgelenk.<\/p>\n<div id=\"attachment_420\" style=\"width: 859px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-420\" class=\"wp-image-420 size-full\" src=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk.jpg\" alt=\"Foto: Ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk wird in der Reha durch Physiotherapie gezielt stabilisiert.\" width=\"849\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk.jpg 849w, https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk-540x360.jpg 540w, https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk-720x480.jpg 720w, https:\/\/www.kurkliniken.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/kuenstliches-hueftgelenk-810x540.jpg 810w\" sizes=\"auto, (max-width: 849px) 100vw, 849px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-420\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Ziel einer \u201eH\u00fcft-Reha\u201c ist der Aufbau von Muskeln. Oft wurde das Gelenk vorher zur Schmerzvermeidung geschont, was zum Abbau von Muskelmasse f\u00fchrt. Muskeln sind aber wichtig, um das neue Gelenk zu st\u00fctzen und zu stabilisieren. In der Reha zeigen Ihnen Therapeuten, welche \u00dcbungen sich daf\u00fcr besonders eignen. &#8211; \u00a9 WavebreakmediaMicro \/ fotolia<\/p><\/div>\n<h2>H\u00fcft-TEP: Allgemeines<\/h2>\n<p>Endoprothesen setzt man ein, um kranke Gelenke zu ersetzen. Eine Totalendoprothese (kurz: TEP) ersetzt ein komplettes Gelenk, eine Hemiprothese nur Teile eines Gelenks. Die H\u00fcftprothese (H\u00fcft-TEP) wird eingesetzt, wenn die Gelenke der H\u00fcfte stark abgenutzt sind oder schmerzen, und eine nicht-operative Behandlung keine Besserung bringt. In Deutschland bekommen pro Jahr \u00fcber 200.000 Menschen eine H\u00fcft-TEP<sup>(1)<\/sup>.<\/p>\n<p>Es gibt unterschiedliche Erkrankungen, die ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk notwendig machen. Dazu geh\u00f6ren ausgepr\u00e4gte Formen der Osteoporose, Tr\u00fcmmerbr\u00fcche oder eine Zersetzung des H\u00fcftkopfes (Nekrose) durch Diabetes oder nach Unf\u00e4llen. Die mit Abstand h\u00e4ufigste Erkrankung, die zu einer H\u00fcftoperation f\u00fchrt, ist der Verschlei\u00df des H\u00fcftgelenks (Koxarthrose). Dabei nutzt sich der Gelenkknorpel ab, was die Reibung im Gelenk erh\u00f6ht. Es kommt zum Splittern und zu Rissen des Knorpels. Die Folge sind Schmerzen und zunehmende Einschr\u00e4nkungen der Beweglichkeit. Arthrose kann auch j\u00fcngere Menschen treffen, zum Beispiel wenn durch Fehlstellungen des Gelenks, Knochenbr\u00fcche oder durch Bewegungsmangel (eventuell verbunden mit \u00dcbergewicht) das Gelenk fr\u00fchzeitig verschlei\u00dft.<\/p>\n<p>Mehr Informationen \u00fcber Diagnose, Therapie und Reha einer Koxarthrose lesen Sie im Beitrag: H\u00fcftarthrose.<\/p>\n<h2>H\u00fcft-TEP: Operation<\/h2>\n<p>Eine H\u00fcft-TEP soll das nat\u00fcrliche H\u00fcftgelenk funktional ersetzen. Die Endoprothese entspricht deshalb im Aufbau dem k\u00f6rpereigenen Gelenk und besteht aus einer Gelenkpfanne und einem Gelenkkopf, der sich in der Pfanne bewegen kann. Damit das k\u00fcnstliche Gelenk dauerhaft funktioniert, werden Materialien eingesetzt, die sich im K\u00f6rper nicht zersetzen und keine Unvertr\u00e4glichkeitsreaktionen ausl\u00f6sen. Gleichzeitig sind die Prothesen extrem stabil, halten hohe Belastungen aus und nutzen sich durch die Bewegung im Gelenk nicht ab. Zu den eingesetzten High-Tech-Materialien geh\u00f6ren Titan, Keramik und spezielle Kunststoffe.<\/p>\n<h3>Verankerung am Knochen<\/h3>\n<p>Die H\u00fcft-TEP muss fest mit dem Knochen verbunden werden, damit sie ihre Funktion erf\u00fcllen kann. Der Operateur kann zwischen drei Methoden w\u00e4hlen. Zementierte H\u00fcftprothesen werden mit Gelenkzement befestigt. Bei der zementfreien Variante wird die Prothese mit dem Knochen verschraubt oder daran festgeklemmt. Bei der Hybridprothese wird ein Teil verschraubt und ein Teil zementiert. Sp\u00e4ter verw\u00e4chst der Knochen fest mit der Endoprothese. Die erste Befestigung ist jedoch bereits so stabil, dass Sie das Gelenk schon kurz nach der Operation belasten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Ablauf der Operation und Nachsorge<\/h3>\n<p>Die Operation wird unter Vollnarkose, manchmal auch mit einer R\u00fcckenmarksan\u00e4sthesie durchgef\u00fchrt. Sie m\u00fcssen nach der Operation meist ein bis zwei Wochen im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit beginnt bereits die erste Mobilisierung. Das Gelenk wird unter Anleitung eines Physiotherapeuten bewegt und immer st\u00e4rker belastet. Kurz nach der Operation k\u00f6nnen Patienten in Begleitung des Therapeuten meist schon kleine Strecken gehen. Regelm\u00e4\u00dfige Streck- und Beuge\u00fcbungen f\u00f6rdern die Beweglichkeit des neuen Gelenks. Diese und andere \u00dcbungen m\u00fcssen Sie nach dem Krankenhausaufenthalt daheim oder in der Reha weiterf\u00fchren.<\/p>\n<h2>H\u00fcft-TEP: Rehabilitation<\/h2>\n<p>F\u00fcr ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk sind nach der Operation besonders die Schritte zur Mobilisierung und zum Muskelaufbau wichtig, damit das neue Gelenk seine Funktion optimal aufnehmen kann. Experten empfehlen deshalb nach der Operation eine Reha. Diese kann ambulant bei niedergelassenen Physiotherapeuten oder Kliniken stattfinden. Bei einer station\u00e4ren Reha in einer Kurklinik ist eine noch umfassendere Betreuung m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Stabilisierung durch Muskelaufbau<\/h3>\n<p>Das wichtigste Ziel der \u201eH\u00fcft-Reha\u201c ist der Aufbau von Muskeln. Oft wurde das Gelenk vorher zur Schmerzvermeidung geschont, was zum Abbau von Muskelmasse f\u00fchrt. Muskeln sind aber wichtig, um das neue Gelenk zu st\u00fctzen und zu stabilisieren. In der Reha zeigen Ihnen speziell geschulte Krankengymnasten oder Physiotherapeuten, welche \u00dcbungen und Sportarten sich daf\u00fcr besonders eignen. Wichtig ist dabei, auf h\u00fcftschonende Bewegungen und das richtige Ma\u00df an Sport zu achten.<\/p>\n<h3>Individuelle Therapie<\/h3>\n<p>Je nach Ihrem Alter und dem Verlauf der Operation, legen \u00c4rzte und Fachpersonal in der Rehaklinik f\u00fcr Sie die geeignete Kombination an Ma\u00dfnahmen fest. Neben der Physiotherapie geh\u00f6ren dazu auch physikalische Therapien, wie z. B. Massagen sowie Behandlungen mit W\u00e4rme, Licht oder Wasser. Dadurch wird die Beweglichkeit des Gelenks gef\u00f6rdert, damit Sie m\u00f6glichst schnell wieder aktiv sein und die Alltagsdinge selbst\u00e4ndig erledigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Leben mit der H\u00fcft-TEP<\/h3>\n<p>Die Reha bereitet Sie optimal auf die R\u00fcckkehr in den Alltag vor. Experten zeigen Ihnen, wie Sie Schonhaltungen vermeiden, richtig gehen (Gangschulung) und wieviel Belastung und Entlastung sinnvoll ist. Sie lernen den Umgang mit St\u00fcrzen und die besten K\u00f6rperhaltungen beim Duschen oder Baden. Sie erhalten au\u00dferdem Tipps, was Sie beim Autofahren, Radfahren, Gehen oder beim Tragen von Lasten beachten sollten. In ausf\u00fchrlichen Beratungsgespr\u00e4chen erhalten Sie bei Bedarf auch Informationen zur R\u00fcckkehr in Ihren Beruf oder zu Umschulungen.<\/p>\n<h3>Heilungschancen und Nutzen der Reha<\/h3>\n<p>Es dauert in der Regel mindestens ein Jahr, bis ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk vollst\u00e4ndig stabilisiert ist und der K\u00f6rper sich ganz darauf eingestellt hat. Experten empfehlen ein individuell angepasstes \u00dcbungs- und Bewegungsprogramm, um diesen Prozess zu unterst\u00fctzen und zu beschleunigen. Die Physiotherapie und die Bewegungstherapie in der Reha geh\u00f6ren dabei zum Behandlungsstandard, um die Leistungsf\u00e4higkeit im Alltag und im Erwerbsleben zu erhalten oder wiederherzustellen<sup>(2)<\/sup>. Das neue Gelenk wird durch Reha-Ma\u00dfnahmen nicht nur stabiler und beweglicher, auch Sp\u00e4tfolgen und Komplikationen wie Schmerzen oder die Lockerung der Prothese werden vermieden<sup>(3)<\/sup>. Die Reha bewirkt au\u00dferdem, dass Schmerzen verringert werden und Sie weniger Medikamente ben\u00f6tigen.<\/p>\n<h2><span id=\"ueber-die-autorin\"><b>\u00dcber die Autorin<\/b><\/span><\/h2>\n<p>Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin mit mehrj\u00e4hriger Erfahrung in der medizinisch-wissenschaftlichen Diagnostik.<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>(1) Knie- und H\u00fcft (Total-) Endoprothesen 2008 bis 2012. Eine Analyse mit hkk-Routinedaten von Dr. Bernard Braun (BIAG). HKK Gesundheitsreport 2013<\/li>\n<li>(2) Reha-Therapiestandards H\u00fcft- und Knie-TEP. Leitlinie f\u00fcr die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung. 2011<\/li>\n<li>(3) S3-LeitlinieOrthop\u00e4die: Koxarthorse. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Orthop\u00e4dische Chirurgie (DGOOC) und des Berufsverbandes der \u00c4rzte f\u00fcr Orthop\u00e4die (BVO). 2009 (aktuell in \u00dcberarbeitung).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk (H\u00fcft-TEP): Operation und Reha Die H\u00fcft-TEP (H\u00fcft-Totalendoprothese) ist ein k\u00fcnstliches H\u00fcftgelenk. Sie wird in erster Linie bei einem Verschlei\u00df der H\u00fcftgelenke eingesetzt und besteht aus Metall, Kunststoff oder Keramik. Erfahren Sie hier alles \u00fcber Operationsverfahren, die anschlie\u00dfende Rehabilitation (\u201eH\u00fcft-Reha\u201c) und das Leben mit k\u00fcnstlichem H\u00fcftgelenk. 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