Pflege der Narbe nach der OP: Das ist wichtig

Narbenpflege

Narbenpflege
© Foto: Phawat via adobestock

Nicht selten meinen Patientinnen und Patienten, dass es Glückssache sei, ob die Narbe nach einer OP eher schön und unauffällig oder störend wird. Natürlich bestimmen die Art und der Umfang der Operation durchaus das Endergebnis – auch bezüglich der Narbe. Dennoch haben die Betroffenen auch selbst Einfluss darauf, wie die Entwicklung der Narbe nach erfolgter OP verläuft. Denn konsequente Pflege der Narbe beeinflusst das spätere Erscheinungsbild des OP-Zeichens stark. Außerdem bietet diese Art von Pflege auch den Vorteil, Verwachsungen und sogar Infektionen zu verhindern.

Dieser Ratgeber soll Interessierte dabei unterstützen, die richtige Pflege der Narbe nach einer OP umzusetzen. Er beschreibt, was das Pflegen von Narben bedeutet und was es nutzt, Narben nach der OP beispielsweise unter Zugabe eines Öls zu massieren. Auch gängige Methoden und passende Produkte sind Bestandteil dieses Beitrages, der jedoch natürlich nicht den Rat des individuell behandelnden Arztes ersetzt.

Das Erscheinungsbild von Narben nach einer OP

Ob nun OP eines entzündeten Blinddarms oder Operation eines Bandscheibenvorfalls. Nach dem Eingriff empfinden nicht wenige Patientinnen und Patienten die Narbe als störend. Dafür gibt es besonders zwei Gründe. Zum einen sind Narben erhaben und imponieren also oberhalb des normalen Niveaus der Haut. Das stört – egal, ob man die Narbe nun selbst berührt oder von einem anderen berührt wird. Zum anderen stört aber auch die Optik der OP-Narbe. Sie ist zunächst gerötet und besitzt neben dem länglichen Strich des Skalpell Schnittes auch noch die querverlaufenden Striche der Nähte. Diese Erscheinungen sind medizinisch nichts Ungewöhnliches, solange die Narbe keine Infektionsanzeichen aufweist. Dennoch wird eine Narbenpflege empfohlen, um ein ideales Hautbild zu schaffen, das auch von den Patientinnen und Patienten toleriert wird.

Die Methoden der Pflege der Narbe entdecken

Wir unterscheiden als grundsätzliche Methoden der Pflege einer Narbe nach der OP das Massieren der Narbe und das Geschmeidig Machen durch ein spezielles Produkt oder ein bewährtes Hausmittel. Beide Methoden sind natürlich gut miteinander zu verbinden. Ehe dieser Beitrag die Methoden genauer erläutert, sei erwähnt, dass jede Form der Pflege der Narbe nach der OP unter möglichst sterilen Bedingungen erfolgen sollte. Das Waschen von Händen ist Pflicht! Unsicherheiten oder abnorme Veränderungen von Narben sind ein guter Grund, um den behandelnden Arzt zu konsultieren.

Die Massage einer Narbe

Die Massagen dienen der Anregung des Stoffwechsels der betreffenden Region. Das unterstützt es, dass die Zeichen des ehemaligen Schnitts weniger ausgeprägt sind. Die Narbe wird durch das regelmäßige Massieren flacher. Außerdem wird das Gewebe weicher und geschmeidiger, was besonders angenehm ist. Auch eventuell von der OP noch vorhandene Schwellungen sind durch das Massieren meist schneller abgebaut. Wichtig ist, dass das Massieren sanft streichend erfolgt. Ideal ist es, wenn dieses Streichen aus dem Narbengebiet heraus erfolgt – also von der Narbe nach außen und zusätzlich Richtung Körpermitte, also entlang der klassischen Lymphbahnen. Perfekt ist es, wenn man die Technik vorab durch Ärzte oder Therapeuten erläutert bekommt und erst unter Aufsicht durchführt.

Das Anwenden von Pflegeprodukten

Speziell entwickelte Narbenroller erhalten Betroffene aus der Apotheke, der Drogerie und dem Reformhaus. Diese Produkte pflegen den vernarbten Bereich, etwa durch Silikone oder den Klassiker: Panthenol, auch als Provitamin B5 bekannt. Panthenol gilt als guter Feuchtigkeitsspender, weil es die Fähigkeit besitzt, Wasser zu speichern und dieses gespeicherte Wasser der Haut verfügbar macht. Das klappt besonders gut, wenn die Narbe nach der OP noch frisch ist. Dann wird das Panthenol dünn aufgetragen und der OP-Bereich dann durch einen Wundverband abgedeckt.

Doch wir haben natürlich auch bewährte Hausmittel, die die Pflege der Narbe nach der OP schonend und ohne jeden Einsatz von Chemie erlauben.

Als klassisches Heilöl gilt das Johanniskrautöl. Es macht geschmeidig, bietet aber auch die Eigenschaft, Rötungen und leichte Schmerzen abzumildern. Ähnliche Effekte schenkt Jojobaöl. Durch seinen hohen Fettgehalt unterstützt auch das Olivenöl, dass das narbige Areal nach der OP Geschmeidigkeit und Durchfeuchtung erhält. Auch Kokosöl gilt als Klassiker rund um die Pflege einer Narbe nach einer OP. Alternativ darf auch die nährende Kakaobutter genutzt werden.

Massage unter Wasser

Unterstützende Wirkung bietet es, wenn die sanfte Massage der Vernarbung unter Wasser erfolgt. Ein Wasserbad dient der Erweichung der narbigen Partie und macht diese besonders empfänglich, um von der wohltuenden Massage zu profitieren. Dem lauwarmen Wasserbad dürfen etwa Honig oder eines der oben erwähnten pflegenden Öle zugesetzt werden.

Narben pflegen: Das sind die Grundsätze

Um schnelle Heilung und ein angenehmes Äußeres von Narben umzusetzen, sind einige Dinge wichtig. Das Pflegen sollte frühzeitig und regelmäßig erfolgen. Die durch den Laien durchgeführte Massage oder Pflege einer Narbe nach einer OP darf keine Schmerzen bereiten und darf ausschließlich dann durchgeführt werden, wenn das Narbengebiet frei von Infektionen ist. Spätestens zwei Jahre nach der OP sind durch Öl und Massage keine Änderungen des Areals umsetzbar. Die Narbenbildung gilt dann als abgeschlossen.

Das Fazit

Wer Narben nach der OP gut pflegt, kann deren Erscheinungsbild durchaus positiv beeinflussen. Öl und Panthenol, warme Bäder und Massagen unterstützen!