Sommerzeit ist für viele Menschen mit einem unangenehmen Nebeneffekt verbunden: einer trockenen Nasenschleimhaut. Während man in der kalten Jahreszeit vor allem trockene Heizungsluft für gereizte Schleimhäute verantwortlich macht, geraten die Sommerfaktoren oft aus dem Blick. Dabei setzen Klimaanlagen, gechlortes Wasser im Freibad und intensive Hitze der empfindlichen Nasenschleimhaut ebenso zu wie kalte Winterluft. Wer die Zusammenhänge kennt, kann gezielt gegensteuern und seine Nase auch in den warmen Monaten gesund halten.
Krusten und Borken in der Nase: Wie Klimaanlagen die Schleimhaut austrocknen
Klimaanlagen sorgen im Büro, im Auto oder im Hotelzimmer für angenehme Kühle, entziehen der Raumluft dabei aber gleichzeitig Feuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar, wenn technische Kühlsysteme dauerhaft laufen. Für die Nasenschleimhaut bedeutet das Schwerstarbeit, denn sie ist auf ein feuchtes Milieu angewiesen, um eingeatmete Partikel abzufangen und die Atemluft zu erwärmen. Trocknet die Schleimhaut aus, wird sie rissig, und es können sich Krusten und Borken in der Nase bilden, die als unangenehm und teils schmerzhaft empfunden werden.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts begünstigt trockene Raumluft zudem, dass Krankheitserreger leichter in die Atemwege eindringen, da die natürliche Schutzfunktion der Schleimhaut geschwächt wird. Wer viel Zeit in klimatisierten Räumen verbringt, sollte deshalb auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten und die Nase regelmäßig befeuchten, etwa mit einem Nasenspray zur Befeuchtung und Pflege, das die Schleimhaut vor dem Austrocknen schützt.
Chlorwasser im Freibad: Reizfaktor für die Nase
Ein Sprung ins kühle Nass gehört für viele zum Sommer dazu. Doch das im Schwimmbadwasser enthaltene Chlor kann die empfindliche Nasenschleimhaut reizen. Gelangt Chlorwasser über die Nase in die oberen Atemwege, reagiert die Schleimhaut mitunter mit Rötung, Brennen und vermehrter Sekretbildung. Bei häufigem Schwimmbadbesuch berichten manche Menschen davon, dass die Nasenschleimhaut entzündet ist und länger anhaltende Beschwerden wie verstopfte Nase oder ein Trockenheitsgefühl auftreten. Besonders betroffen sind Personen, die ohnehin zu einer gereizten Nasenschleimhaut neigen, etwa durch Heuschnupfen oder häufige Erkältungen. Nach dem Schwimmen hilft es, die Nase mit klarem Wasser oder einer isotonischen Kochsalzlösung zu spülen, um Chlorreste zu entfernen und die Schleimhaut zu beruhigen.
Hitze und trockene Luft im Freien
Auch außerhalb von klimatisierten Räumen und Schwimmbädern macht die Sommerhitze der Nase zu schaffen. Hohe Temperaturen gehen häufig mit geringer Luftfeuchtigkeit einher, insbesondere an heißen, windigen Tagen. Wer sich lange in praller Sonne aufhält oder viel schwitzt, verliert zudem Flüssigkeit, die dem Körper und damit auch den Schleimhäuten fehlt. Die Folge ist eine trockene Nasenschleimhaut, die anfälliger für kleine Verletzungen und Infektionen wird. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte die tägliche Trinkmenge bei Hitze deutlich erhöht werden, um den Wasserhaushalt des Körpers auszugleichen. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung wirkt sich direkt auf die Feuchtigkeit der Schleimhäute aus und unterstützt deren natürliche Schutzfunktion.
Hausmittel bei trockener Nasenschleimhaut: Was hilft wirklich?
Im Internet und in der Familie kursieren zahlreiche Hausmittel gegen eine trockene Nasenschleimhaut. Für viele dieser Anwendungen fehlt jedoch ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit und manche können die ohnehin gereizte Nasenschleimhaut sogar zusätzlich reizen oder verletzen. Es empfiehlt sich daher, bei Hausmitteln grundsätzlich vorsichtig vorzugehen und im Zweifel ärztliche Rücksprache zu halten. Folgende Hausmittel können bei einer trockenen Nasenschleimhaut helfen:
- Inhalationen mit warmem Wasserdampf, dem etwas Salz beigemischt wird, befeuchten die Schleimhaut von innen und lösen festsitzende Krusten.
- Auch das Auftragen von reinem Nasenöl oder einer milden, fetthaltigen Nasensalbe kann helfen, die Feuchtigkeit in der Nase zu halten.
- Wichtig ist zudem ein Raumklima mit ausgeglichener Luftfeuchtigkeit, das sich mit Luftbefeuchtern oder feuchten Tüchern auf der Heizung beziehungsweise im gekühlten Raum unterstützen lässt.
- Wer die Nasenschleimhaut aufbauen möchte, sollte auf aggressive abschwellende Nasensprays verzichten, da diese bei Daueranwendung die Schleimhaut zusätzlich austrocknen können. Stattdessen empfehlen sich pflegende, meerwasserbasierte Präparate, die die natürliche Regeneration fördern.
Wann der Gang zum Arzt sinnvoll ist
In den meisten Fällen lässt sich eine trockene Nasenschleimhaut mit einfachen Mitteln lindern. Halten die Beschwerden jedoch länger an, kommt es zu Nasenbluten oder ist die Nasenschleimhaut entzündet und schmerzt deutlich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann feststellen, ob eine allergische Reaktion, eine chronische Entzündung oder eine andere Ursache hinter den Beschwerden steckt, und eine passende Behandlung einleiten. Gerade während eines Kuraufenthalts, bei dem die Erholung im Vordergrund steht, lohnt es sich, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und die Nasenpflege in den Tagesablauf zu integrieren.
Fazit: Der Nase auch im Sommer Gutes tun
Klimaanlagen, Chlorwasser und Hitze stellen im Sommer eine ebenso große Belastung für die Nasenschleimhaut dar wie kalte Winterluft. Wer die Ursachen kennt, kann mit einfachen Maßnahmen wie ausreichendem Trinken, milden Nasenpflegeprodukten und bewährten Hausmitteln vorbeugen. So bleibt die Nasenschleimhaut auch in den warmen Monaten geschützt, und der Sommer kann unbeschwert genossen werden.
- „Nasennebenhöhlen – Aufbau und Funktion“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasennebenhoehlenentzuendung-akute/nasennebenhoehlen-aufbau-und-funktion.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Surveillance akuter Atemwegserkrankungen“. Rki.de, www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/ARE-Surveillance/ARE_gesamt.html. Zugegriffen 28. August 2026.
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- „Fördert Chlor im Schwimmbad Allergien?“ Aerztezeitung.de, www.aerztezeitung.de/Medizin/Foerdert-Chlor-im-Schwimmbad-Allergien-396314.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Flüssigkeitsmangel (Dehydration)“. gesundheitsinformation.de, www.gesundheitsinformation.de/fluessigkeitsmangel-dehydration.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Essen und Trinken bei Hitze“. DGE, www.dge.de/blog/2025/essen-und-trinken-bei-hitze/. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Inhalieren“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/therapien/inhalieren.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Trockene Nase nicht mit Wasser und Gesichtscreme behandeln“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/news/hno-news/trockene-nase-nicht-mit-wasser-und-gesichtscreme-behandeln.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Trockene Nase: Feuchte Handtücher auf der Heizung schützen davor“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/news/hno-news/trockene-nase-feuchte-handtuecher-auf-der-heizung-schuetzen-davor.html. Zugegriffen 28. August 2026.
- „Abschwellendes Nasenspray nur kurze Zeit anwenden“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/news/hno-news/abschwellendes-nasenspray-nur-kurze-zeit-anwenden.html. Zugegriffen 28. August 2026.

