Wie läuft eine Prostatabiopsie ab?

Verdacht auf Prostatakrebs

Eine Biopsie ist eine Entnahme von Gewebeproben, die meist nur durchgeführt wird, wenn ein konkreter Krebsverdacht besteht. Auch bei Verdacht auf Prostatakrebs kommt die Biopsie zum Einsatz. Verdächtigen Stellen der Prostata wird Gewebe entnommen, das anschließend im Labor analysiert wird.

Foto eines Mannes in einer Arztpraxis, der zur Prostatakrebs Vorsorge beraten wird

Experten empfehlen Männern über 45 einmal jährliche Vorsorgeuntersuchungen. Damit lässt sich Prostatakrebs früh erkennen und die Heilungschancen verbessern. – Foto: © imagepointfr / panthermedia.net

Man kann dann anhand dieser Gewebeproben Karzinome identifizieren und sogar den Gleason-Score (Grad der Bösartigkeit) feststellen. Obwohl viele Ärzte immer noch eine herkömmliche Stanzbiopsie verordnen, gibt es willkommene Alternativen, wie zum Beispiel die MRT-gesteuerte Biopsie. Der Ablauf der Prostatabiopsie ist hierbei „gezielter“. Sie bietet in Bezug auf die Trefferquote und das Wohlbefinden (während und nach des Eingriffs) beachtliche Vorteile.

Wann wird eine Biopsie durchgeführt?

Wie erwähnt wird sie ausschließlich bei Krebsverdacht durchgeführt. Dabei ist der Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen meist ein erhöhter PSA-Wert. Deuten Tast-, Ultraschall- und MRT-Untersuchungen ebenfalls auf eine bösartige Erkrankung hin (d. h. eine entzündliche oder gutartige Erkrankung ist ausgeschlossen), so empfiehlt der praktizierende Arzt in der Regel eine Biopsie.

Die transrektale Stanzbiopsie

Dies ist die typische, jahrzehntealte Art der Biopsie. Bei der Stanzbiopsie entnimmt der Arzt zehn bis zwölf Gewebeproben von der Prostata. Der Patient muss vor dem Eingriff immer ein präventives Antibiotikum zu sich nehmen, da die Einstiche der Nadeln transrektal erfolgen. Dies bedeutetes können Fäkalien in den Blutkreislauf gelangen. Ein weiterer Nachteil des transrektalen Zuganges ist, dass die Erreichbarkeit der Nadeln begrenzt ist. Dies beeinträchtigt die Trefferquote der Biopsie, da ein Prostatakarzinom in der Regel multifokal ist. Diese Entnahme wird oft als „systematisch“ bezeichnet, obwohl dieser Vorgang durch „ungezielt“ besser zu beschreiben wäre. Experten schätzen, dass die Stanzbiopsie eine Trefferquote von maximal 30 % bietet. Patienten müssten sich dadurch häufig mehreren Biopsien unterziehen, ohne dass sie mehr Gewissheit über ihre Gesundheit bekommen.

Die alternative Prostatabiopsie mit Live-MRT

Eine Alternative, die maximale Gewissheit, verringertes Komplikationsrisiko und minimale Folgewirkungen bietet, klingt zu gut um wahr zu sein. Ist es jedoch nicht. Bei diesem Vorgang liefert ein Live-MRT dem Arzt aktuelle 3D-Bilder der Prostata, was dem Arzt ermöglicht, gezielte Gewebeproben an besonders verdächtigen Stellen zu entnehmen. Diese gezielten Entnahmen werden dann auch durch einige systematisch entnommenen Proben ergänzt. Dadurch erreicht man mit diesem Eingriff eine erstaunliche Trefferquote von 99 Prozent. Man bietet dem Patienten somit maximale Gewissheit über seine Gesundheit. Außerdem ist dieses Verfahren für den Patienten erheblich angenehmer, da der Zugang transgluteal verläuft. Ein steriler Zugang, bei dem die Nadeln nicht mit Fäkalien in Berührung kommen. Dadurch benötigt der Patient kein präventives Antibiotikum. Der Vorgang ist schmerzfrei, wodurch dem Patienten ein stationärer Aufenthalt und eine Narkose erspart bleiben.

Fazit zu den Biopsiemethoden

Die MRT-Untersuchung ist ein bahnbrechender Meilenstein in der diagnostischen Medizin, von dem man als Patient und Arzt unter anderem bei einer Prostatabiopsie profitieren kann. Der Eingriff ist minimal invasiv und bietet viel Gewissheit. Dem ohnehin, aufgrund der gegebenen Situation, beunruhigten Patient wird Sicherheit, Wohlbefinden und eine schnellstmögliche Rückkehr in den Alltag geboten.