Koronare Herzkrankheit (KHK) und Reha

Koronare Herzkrankheit: Übersicht

Die Koronare Herzkrankheit, von Medizinern kurz KHK genannt, entsteht mit der fortschreitenden Verengung der Herzkranzgefäße. Sie ist definiert als Ausdruck der Verkalkung der Herzkranzarterien. Es folgt eine Mangeldurchblutung des Herzmuskels und somit ein Mangel an Sauerstoff in den Zellen. Spätestens wenn der Patient seinen Körper belastet, reicht die Leistung des Herzens nicht mehr aus und es treten Symptome wie Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen auf. Ein Herzinfarkt kann folgen.

Foto: Die Koronare Herzkrankheit zeigt sich durch Symptome wie Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen

Foto: Die Koronare Herzkrankheit zeigt sich durch Symptome wie Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen - Foto: © arto / fotolia

Koronare Herzkrankheit: Allgemeines

Die KHK mit ihren Folgen ist mit circa 17 Prozent die häufigste Todesursache in Deutschland und anderen Industrieländern. Circa zwei Prozent der Menschen leiden an einer sogenannten stummen KHK ohne Symptome. Männer sind doppelt so häufig von einer KHK betroffen wie Frauen und mit dem Alter steigt auch das Risiko von der Erkrankung betroffen zu werden. Typische Anzeichen für eine KHK ist die sogenannte Angina pectoris, ein Engegefühl in der Brust, das von dumpfen brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein begleitet wird. Häufig strahlen die Schmerzen auch in den linken Arm aus. Mögliche operative Maßnahmen sind die Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes im Herzkatheter oder eine Bypass-Operation. Bedeutende Folgeerkrankungen der KHK sind Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Koronare Herzkrankheit: Ursachen

Arteriosklerose, einfach auch Gefäßverkalkung genannt, entsteht auf dem Boden kleiner Entzündungsherde in den Wänden der Herzkranzgefäße. Auf den Herden lagern sich Fette wie Cholesterin, Zellen und andere Blutbestandteile an. Es entstehen sogenannte Plaques, die mit der Zeit das betroffene Blutgefäß deutlich verengen können. Wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, ist eine KHK entstanden. Körperliche und seelische Anstrengung und Belastung können zu Angina pectoris (Schmerzen und Engegefühl in der Brust) führen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Erkrankung noch stabil. Bildet sich aber plötzlich ein Blutgerinnsel an einem Plaque, kann dieses das Gefäß komplett verschließen. Es folgt eine instabile Angina pectoris auch ohne Anstrengung und eventuell ein Herzinfarkt.

Risikofaktoren einer KHK

  • Geschlecht
  • Alter
  • Übergewicht
  • Nikotinkonsum
  • erhöhter Cholesterinspiegel
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Blutgerinnungsstörungen

Koronare Herzkrankheit: Erscheinungsbild / Symptome / Krankheitsverlauf

Die KHK ist eine chronische Krankheit, die in der Regel nicht geheilt werden kann. Der Patient kann den Verlauf aber durchaus positiv beeinflussen. Ein typisches Symptom für die KHK ist die Angina pectoris. Sie kann in verschiedene Stadien eingeteilt werden.

  • Grad 1: Schmerzen und Engegefühl in der Brust treten nur bei starker physischer oder psychischer Belastung und nicht im Alltag auf.
  • Grad 2: Symptome treten bei Anstrengung im Alltag auf.
  • Grad 3: Symptome werden bereits durch leichte körperliche Belastung wie Spazierengehen ausgelö
  • Grad 4: Angina pectoris tritt in Ruhe auf.

Koronare Herzkrankheit: Untersuchungen & Diagnose

Die Symptome einer KHK können typisch sein, passen aber möglicherweise auch zu einer Refluxerkrankung der Speiseröhre (Sodbrennen), einer Lungenerkrankung oder einer Herzmuskelentzündung. Der Arzt wird daher nach dem Anamnesegespräch und der körperlichen Untersuchung mit der Erhebung von Blutdruck und Puls weitere Untersuchungen durchführen. Besonders aussagekräftig ist das Elektrokardiogramm (EKG). Es wird entweder im Ruhezustand oder mit Belastung auf einem Ergometer genutzt. Ein genaues Bild der Herzfunktion macht sich der behandelnde Mediziner mit einem Herzultraschall (Echokardiografie). Der nächste Schritt ist dann bereits die Herzkatheteruntersuchung. Der Eingriff erlaubt den Zugang zum Herzen über die großen  Blutgefäße in der Leiste. Per Kontrastmittelgabe und Röntgenaufnahmen wird der Verlauf der Herzkranzgefäße ganz exakt abgebildet. Bei Bedarf kann der Untersucher direkt eingreifen und ein verengtes Gefäß erweitern.

Koronare Herzkrankheit: Behandlung, Therapie & Reha

Die akute Behandlung der KHK in der Praxis und der Klinik

Eine KHK zu behandeln bedeutet zum einen Symptome zu lindern und zum anderen Folgeschäden rechtzeitig vorzubeugen. Die Krankheit ist nicht heilbar. Grundlegende Therapieschritte sind zum Beispiel ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung und bei Bedarf eine Entwöhnung vom Rauchen. Zusätzlich ist eine Behandlung mit Medikamenten möglich. Blutgerinnungshemmer wie die Acetylsalicylsäure (ASS) können einer Thrombose und einem Herzinfarkt vorbeugen. Betablocker können das Herz entlasten und den Sauerstoffbedarf senken. Cholesterinsenker können das Fortschreiten einer Arterienverkalkung verlangsamen. Nitrate werden zur Linderung der Beschwerden bei einem akuten Angina pectoris-Anfall eingesetzt. Sie erweitern die Blutgefäße und steigern die Versorgung des Herzens mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff.

Herzkatheter und Bypass-Operation

Im Fall eines Herzinfarkts oder starker Beschwerden, die durch Medikamente nur unzureichend gebessert werden können, kann der Arzt verengte Herzkranzgefäße mechanisch im Herzkatheter erweitern. Ist diese Methode nicht erfolgreich, kann in einer Operation ein Bypass gelegt werden. Der Operateur gibt dem Blut einen neuen Weg und umgeht die Engstellen.

Die Rehabilitation der KHK in der Rehaklinik

Wenn bei Ihnen eine KHK festgestellt wurde, haben Sie die Möglichkeit eine spezielle kardiologische Rehamaßnahme in Anspruch zu nehmen. Verschiedene Therapieformen helfen Ihnen bei der Steigerung Ihrer Lebensqualität und Ihrer physischen Belastbarkeit sowie bei der Vorbeugung von möglichen Folgeerkrankungen. Ein Team aus Ärzten, Psychotherapeuten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten und  Ernährungsspezialisten betreut Sie in der spezialisierten Rehaklinik. Ihr Arzt wird Ihnen eine Rehabilitation empfehlen, wenn bei Ihnen bereits eine Herzschwäche oder ein Herzinfarkt vorliegt oder wenn Ihre Symptome Sie im Alltag stark einschränken. Die Kosten für den Aufenthalt übernimmt in den meisten Fällen die Renten- oder Krankenversicherung.

Bewegungstherapie: Kraft- und Muskelaufbautraining

Im Einzeltraining oder in der Gruppe liegt der Schwerpunkt der Krankengymnastik auf der Anbahnung und dem Training aller körperlichen Funktionen. Jeder Patient wird nach seinen persönlichen Voraussetzungen eingestuft. Die Steigerung Ihrer Kraft und Ausdauer sowie der Aufbau von Muskeln beschäftigt Sie in der Rehaklinik täglich. Ihre Therapeuten machen sich ein genaues Bild von Ihrem beruflichen und privaten Alltag. Lassen Sie sich auf einen aktiven Lebensstil ein, der Ihre Erkrankung positiv beeinflussen kann.

Ergotherapie: Berufliche Kompetenz stärken

Speziell ausgebildete Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten (Ergotherapeuten) arbeiten mit Ihnen am Wiedereinsteig in das Berufsleben sowie an Ihrer Alltagskompetenz. In Kleingruppen oder auch im Einzelgespräch werden Sie stufenweise an die zu bewältigenden Aufgaben herangeführt. Die Therapie kann auch einen Besuch an Ihrem Arbeitsplatz einschließen. Körperliche und seelische Belastung werden gleichermaßen berücksichtigt.

Schulungen zur Krankheit KHK und zur Gesundheitsbildung

Ein wichtiger Aspekt der Reha ist die Aufklärung der Patienten über die Zusammenhänge ihrer Erkrankung. Sobald Sie verstehen, wie es zu einer KHK kommt, haben Sie die Möglichkeit, aktiv etwas für Ihre eigene Gesundheit zu tun. Sie werden praktisch zu Themen wie gesunde Ernährung und Raucherentwöhnung geschult. Auch Gespräche mit Ihren Angehörigen werden nach Wunsch angeboten. Sie können ungesunden Stress deutlich reduzieren, wenn Sie in der Reha die Chance wahrnehmen eine Entspannungstechnik zu erlernen. Möglich sind zum Beispiel Biofeedback, autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Yoga und Tai-Chi.

Mit KHK zurück im Alltag

Nach einer erfolgreichen kardiologischen Reha geht es zu Hause mit dem Sport weiter. Sehen Sie sich zum Beispiel nach einer Herzsportgruppe in Ihrer Nähe um. Die Anleitung erfolgt speziell für Patienten mit Herzerkrankungen und ein Arzt überwacht jedes Training. Zusätzlich sind Ausdauersportarten besonders für Sie geeignet, die das Risiko einer Überlastung des Herzmuskels gering halten. Probieren Sie es zum Beispiel mit Wandern, Gehen oder Joggen, sowie mit Radfahren oder Schwimmen. Wählen Sie ein gleichbleibendes Tempo und verzichten Sie auf einen Endspurt, der Ihr Herz überfordern könnte. Beenden Sie Ihr Training immer ruhig und mit reduzierter Belastung.

Über die Autorin

Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin mit mehrjähriger Erfahrung in der Behandlung und Beratung von Patienten. Als Fachautorin schreibt sie Artikel zu Themen aus Medizin und Gesundheit. Die verständliche Darstellung komplexer medizinischer Inhalte liegt ihr besonders am Herzen.

Quellen

  • Gerd Herold, Innere Medizin, Selbstverlag, Köln 2012
  • Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische KHK, 4. Auflage
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hg.): Reha-Therapiestandards - Koronare Herzkrankheit für die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung; Stand: März 2016
  • The International Atherosclerosis Society (IAS)

Kliniken in denen Koronare Herzkrankheit behandelt wird


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