Pflegefall im jungen Alter: Was das bedeutet

Pflege wird assoziiert mit einem Seniorenheim, allerdings führt diese Denkweise zwangsweise in eine Gefahr, denn nicht nur Senioren können zu Pflegefällen werden, sondern eben auch junge Menschen. In vielen Fällen entsteht eine Pflegebedürftigkeit aufgrund einer Erkrankung oder aufgrund eines Unfalls, welcher nicht selbstverschuldet sein muss. Die Konsequenz sind finanzielle Engpässe und eine seelische Belastung für jeden in der Familie.

Wie viele junge Menschen sind Pflegefälle in Deutschland?

Den Angaben des Statistischen Bundesamt aus dem Jahr 2017 zufolge sind 3,4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Davon waren 114.000 Menschen unter 15 Jahre. Die nächste größte Gruppe war zwischen 15 und 60 mit etwa 400.000 Personen. Die Pflegebedürftigkeit ergibt sich nicht aus dem Alter, sondern durch tragische Umstände.

Ursachen für eine Pflegebedürftigkeit

Unfall

Unfall (C) Bild von Khusen Rustamov / Pixabay

Häufig sind Krankheiten oder Verkehrsunfälle daran schuld, dass es zu einer Pflegebedürftigkeit kommt. Allerdings gibt es bei jungen Menschen noch weitere Ursachen, wie zum Beispiel:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Lähmungen
  • Krebs

Vor allem als junger Mensch gibt es nun einen gravierenden Nachteil: Es finden sich keine finanziellen Reserven! Die Möglichkeiten sind begrenzt, jedoch gibt es über eine Pflegezusatzversicherung Abhilfe. Eine Versicherung kann helfen, die Lebensqualität zu erhöhen.

Gesetzliche Leistungen

Durchaus gibt es aber noch gesetzliche Leistungen über die Pflegekasse, welche unbedingt in Anspruch genommen werden sollten. Hierfür ist es wichtig, dass der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eine solche Pflegebedürftigkeit feststellt. Damit die Höhe der Leistungen festgelegt werden kann, ist die Einstufung in einen Pflegegrad wichtig.

Nun kommt es auch darauf an, wer die Pflege der Person übernimmt. Die Eltern erhalten ein sogenanntes Pflegetagegeld, hierüber können die Eltern beliebig verfügen. Sofern aber ein Pflegedienst beauftragt wird, kommt es aber nicht zu einer Auszahlung. Die Pflegekasse übernimmt dabei die Pflegesachleistungen. Sollten die Kosten die Pauschale übersteigen, dann muss der Pflegebedürftige für die weiteren Kosten aufkommen. Selbiges gilt auch im Falle eines Pflegeheimes.

Ist eine Pflegeversicherung wirklich sinnvoll?

Die Verbraucherzentrale hat sich damit beschäftigt, ob eine private Pflegeversicherung überhaupt sinnvoll ist. Sie kamen zum Fazit, dass sich jeder über die Konditionen einlesen sollte — es gibt nämlich auch problematische Verträge.

Wer sollte eine Versicherung abschließen?

Als junger Mensch bleibt kaum etwas anderes übrig, als eine Versicherung abzuschließen, wenn die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet werden soll. Im Alter sieht es anders aus, denn hier lässt sich eventuell erahnen, dass eine Versicherung nicht unbedingt nötig sein wird. Sollte eine Immobilie im Eigentum sein, dann könnte durch eine Vermietung der Immobilie die Kosten für die Pflege bezahlt werden.

Daher gilt sich zu fragen, wie die finanzielle Situation im Alter aussehen könnte. Wie hoch wird die Rente womöglich sein? Wird es überhaupt eine Rente geben? Können Gelder anderweitig beschafft werden (z. B. über die Vermietung eines Hauses)?

Welche Absicherungsmöglichkeiten bestehen?

Abgesehen davon gibt es noch andere Möglichkeiten zur Absicherung im Pflegefall. Für Laien ist es aber immer schwer, das richtige Produkt zu ermitteln. Als Unterstützung sollte die Hilfe einer Verbraucherzentrale hinzugezogen werden. Sie kann bezüglich aller Optionen (unter anderem auch: Pflegerentenversicherung, Pflegetagegeldversicherung und Pflegekostenversicherung) helfen. Optional können auch die Berichte auf Stiftung Warentest verfolgt werden.