Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Die Schilddrüse befindet sich als doppelt angelegtes Organ im vorderen Halsbereich. Schmetterlingsähnlich liegt sie unterhalb des Kehlkopfes über der Luftröhre. Wenn sich das Organ sichtbar vergrößert, sprechen wir von Kropf.

Kropf (Struma) mit großem tastbaren Knoten vor der Luftröhre

Kropf (Struma) mit großem tastbaren Knoten vor der Luftröhre

Die Schilddrüse gehört zu den innersekretorischen Drüsen, die ähnlich den Eierstöcken, den Hoden, der Nebenniere und anderen drüsigen Organen in kleinster Menge Wirkstoffe in das Blut abgeben, die für den Ablauf körperlicher Funktionen von größter Wichtigkeit sind. Das Schilddrüsenhormon greift aktivierend in den Zellstoffwechsel ein, steuert den Energieeinsatz und erhöht die Vigilanz, die Aktionsbereitschaft.

1. Überfunktion der Schilddrüse

Unter Schilddrüsenüberfunktion werden jene Krankheiten verstanden, die mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormon einhergehen. Für diese überschießende Hormonabgabe, die einer Selbstvergiftung gleichkommt, kann das ganze Organ oder auch nur ein Teil der Drüse verantwortlich sein, das sog. »toxische Adenom«.

Von der leichten Überfunktion der Schilddrüse bei seelischen Erschütterungen gibt es bis zum Vollbild der Thyreotoxikose, der Basedowschen Erkrankung, fließende Übergänge. Dass die Schilddrüse ein Organ im Hormonhaushalt des menschlichen Organismus darstellt, beweist auch die Tatsache, daß Frauen fünfmal häufiger erkranken als Männer. Das weibliche Geschlecht mit seinen Hormonschwankungen, Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium, ist demgemäß im Zusammenspiel seiner hormonellen Steuermechanismen viel anfälliger.

Die Beschwerden dieser ernst zu nehmenden Erkrankung sind vielseitig, aber auch typisch: allgemeine Unruhe, Schlafstörungen, Herzklopfen, Gewichtsabnahme bei gutem Appetit, Heißhunger, leichtes Schwitzen, Neigung zu Durchfall, schnelle Erschöpfbarkeit, Haarausfall und – unübersehbar – hervorstehende, glänzende Augen. Wenn auch die Diagnose im Vollbild der Erkrankung keine Schwierigkeiten bereitet, so ist in leichten Fällen die Abgrenzung gegenüber psycho-vegetativen, nervösen Störungen mit Auswirkungen im Kreislaufsystem schwierig.

Jede Schilddrüsenüberfunktion, auch der Verdachtsfall, gehört in die Hand des Arztes, um mittels gezielter Diagnostik das Krankheitsbild abzuklären und die therapeutischen Maßnahmen einzuleiten.

Naturheilmethoden kommen nur in leichten Fällen, besonders bei den bereits erwähnten Mischformen mit nervös-vegetativer Übererregbarkeit, in Frage.

Kneipp:

Tgl. Oberkörperwaschung oder Unterkörperwaschung; Wechselknieguss und Wechselarmguss.

Wöch. lx Baldrian-3/4-Bad mit Abguss; lx Baldrian-Wechselsitzbad 35°: 3x Lehmpflaster Hals; den Kaltanteil innerhalb der Anwendungen bevorzugen!

Allgemeine Maßnahmen:

Viel Ruhe, Liegen; Luftbäder; nur kurze Spaziergänge; Atemübungen.

Diät:

Milchprodukte, Rohkost, Salate und Obst bevorzugen. Fleischarm, keine Wurst.

Tee:

Herzgespann

Wolfstrapp

Hopfen

Baldrian          aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Lycopus virginicus     Dl

Kalium jodat.              D4

Chininum arsen.         D4

Thyreoidinum             D12

Hedera helix               D12 aa.ad50,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Nach Verordnung des Arztes.

 

2. Unterfunktion der Schilddrüse

Während bei Schilddrüsenüberfunktion das Zellsystem des Organs in eine hektische Betriebsamkeit verfällt, werden bei der Unterfunktion die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) in unzureichender Menge produziert. Die Schilddrüse kann die für den normalen Ablauf körperlicher Funktionen notwendige Hormonmenge nicht anliefern. Ursache für diese Funktionsschwäche sind meist Eingriffe am Organ selbst, sei es, daß ein Kropf entfernt wurde oder eine andere Krankheit der Schilddrüse eine Resektion verlangte. Der verbliebene Rest der Schilddrüse ist dann zu klein oder zu leistungsschwach, um das spezifische Hormonverlangen des Organismus zu befriedigen. Zu intensive Strahlenbehandlung, Überdosierung von hemmenden Medikamenten bei Überfunktion der Drüse, aber auch unklare Faktoren verursachen ebenfalls eine Hypothyreose, wie die Schikldrüsenunterfunktion im medizinischen Sprachgebrauch genannt wird. Durch das Fehlen der stoffwechselaktiven Hormone kommt es zu entsprechenden Ausfallerscheinungen mit typischer Symptomatik. Haut und Unterhaut, besonders im Gesicht, an Hand- und Fußrücken, sind verdickt, oft kissenartig angeschwollen, kühl und blaß. Geschwollene Augenlider tragen zu einer mongoloiden, maskenhaften Verfremdung des Gesichts bei. Die geistige und körperliche Reaktionsfähigkeit verlangsamt sich, die Mimik erstarrt. Gelenkbeschwerden an Hüfte und Knie sind häufig.

Kneipp:

Diagnostik und medikamentöse Behandlung durch Schilddrüsenhormone gehören in die Hand des Arztes.

Da meist Herz und Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen sind, empfehlen sich Kneippsche Anwendungen wie unter Herzschwäche beschrieben.

Tee:

Herzgespann

Wolfstrapp

Seetang

Ginster

Weißdorn

Bohnenschalen

Wacholderbeeren aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Fucus vesiculosus       Dl

Calcium jodat.                        D4

Flor de Piedra             D4

Thyreoidinum             D4

Spongia                       D6 aa ad 50,0

Tgl. 3×15 Tr

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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Kursanatorium Dr. Fehrenbach & Co OHG
Kneippstr. 20b und 22a
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Tel. (0 82 47) 3 94-0
Fax. (0 82 47) 3 94-28

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