Stressbewältigung in der Reha: Diese natürlichen Wege helfen

Stress ist die natürliche Reaktion unseres Körpers auf Veränderungen und Herausforderungen. An und für sich ist er nichts Negatives, aber wenn er nicht mehr verschwindet, besteht ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen. Bei anhaltendem Stress ist eine Reha oft sinnvoll, um diesem “Fluchtmodus” des Körpers ein Ende zu setzen.

Meditation in der Reha

Meditation in der Reha

In diesem Artikel erfahren Sie, was bei Stress im Körper passiert, welche die häufigsten Stressoren in Deutschland sind und wie chronischem Stress in der Reha auf natürlichem Weg, d. h. ohne Medikamente, entgegengewirkt werden kann.

Was ist Stress und welche sind die häufigsten Auslöser?

Stress entsteht, wenn wir eine Situation als bedrohlich, herausfordernd oder überfordernd empfinden und wir nicht denken, dass wir dieser gewachsen sind. In diesen Fällen werden die beiden Stresshormone Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, sodass der gesamte Körper in Alarmbereitschaft gesetzt wird bzw. in den “Fluchtmodus” geht. In weiterer Folge steigen z. B. Herzfrequenz und Blutdruck, die Sinne schärfen sich und die Muskeln werden stärker durchblutet.

Problematisch wird es jedoch, wenn der Stress dauerhaft wird. Dann bleibt der Körper ständig im Fluchtmodus, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck), Stoffwechselerkrankungen (z. B. Reizdarm) und psychische Erkrankungen (z. B. Burnout) erhöhen kann.

Was jemanden stresst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche Stressoren treffen jedoch auf einen Großteil der deutschen Bevölkerung zu. Laut einer Erhebung durch forsa zählen zu den größten Stressfaktoren in Deutschland:

  • Schule, Studium und Beruf (47 %)
  • hohe Ansprüche an sich selbst (46 %)
  • schwere Krankheit eines Nahestehenden (31 %)
  • Konflikte mit Nahestehenden (26 %)
  • ständige Erreichbarkeit (25 %)

Natürliche Stressbewältigung in der Reha

Ständiger Stress macht krank. Nicht immer ist es möglich, diesem aus eigener Kraft die Stirn zu bieten. Manchmal kann es dagegen sinnvoll sein, eine ganzheitliche Stressbewältigung in einer Reha in Anspruch zu nehmen. Entspannt eine Rehaklinik zu finden kann eine Möglichkeit sein, um sich ein für alle Mal von Stress zu verabschieden:

  • Entfernung aus dem stressauslösenden Umfeld
  • Gezielte therapeutische Unterstützung
  • Strukturierter Tagesablauf
  • Medizinische Begleitung bei stressbedingten Erkrankungen
  • Entwicklung von langfristigen Strategien zur Stressbewältigung

Dabei muss die Stressbewältigung in der Reha nicht immer mit Medikamenten erfolgen. Es gibt auch natürliche Wege, um Körper und Geist gezielt zu entlasten. Die folgenden, nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden können helfen.

Zeit in der Natur

Laut einer Erhebung durch Bergzeit zu den positiven mentalen Effekten einer Wanderung gaben 85 % der Befragten an, dass sie während dem Wandern ihren Alltagsstress vergessen. 84 % sagten aus, dass sie sich entspannen können.

Zeit in der Natur

Zeit in der Natur

Dies ist nicht überraschend, denn Bewegung in der Natur, wie Spaziergänge und Wanderungen, hat positive Auswirkungen auf den allgemeinen Gemütszustand. Der Grund: Die beiden Stresshormone Cortisol und Adrenalin werden abgebaut. Außerdem verringert sich der Blutdruck und die Herzfrequenz, wenn man regelmäßig Zeit im Grünen verbringt. Aufenthalte in der Natur sind deshalb eine ausgezeichnete Möglichkeit, um in der Reha natürlich Stress abzubauen.

Atemtechniken

Atemtechniken sind ebenfalls ein Weg, wie Stress auf natürliche Art und Weise in der Reha bewältigt werden kann. Tiefes und bewusstes Atmen hilft, den Parasympathikus – den “Ruhenerv” – zu aktivieren und sich somit nach und nach zu entspannen. Gleichzeitig werden Stresshormone reduziert, die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert und der Fokus ins Hier und Jetzt gebracht.

Effektive Atemtechniken sind die folgenden:

  • 4-7-8-Technik: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen
  • Wechselatmung: durch ein Nasenloch einatmen und durch das andere wieder ausatmen
  • Tiefenbauchatmung: langsames Atmen durch den Bauch

Pflanzliche Unterstützung

In der Reha können auch verschiedene Pflanzen auf natürliche Weise helfen, Stress abzubauen und zu entspannen. Viele Heilpflanzen wirken beruhigend, angstlösend und schlaffördernd.

Tee

CBD-Öl

Bildlizenz © Yuri Arcurs / PantherMedia

  • Lavendeltee: wirkt beruhigend, hilft bei Unruhe und verbessert den Schlaf
  • Baldriantee: unterstützt das Nervensystem und reduziert Anspannung
  • Melissentee: entspannt das Nervensystem und den Magen-Darm-Trakt

CBD-Blüten

Eine weitere Möglichkeit zur natürlichen Stressbewältigung ist der Einsatz von CBD-Blüten. CBD (Cannabidiol) ist ein nicht berauschender Wirkstoff der Hanfpflanze, der für seine beruhigenden und entspannenden Eigenschaften bekannt ist. Viele Menschen nutzen CBD-Blüten, um innere Unruhe zu reduzieren, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern oder einen erholsamen Schlaf zu unterstützen.

Ätherische Öle

Ätherische Öle können ebenfalls die natürliche Stressbewältigung unterstützen. Es handelt sich dabei um hochkonzentrierte Pflanzenextrakte, die über den Geruchssinn oder die Haut wirken. Lavendel-, Bergamotte- und Zitronenmelissenöl führen zu mehr Entspannung, reduzieren Angstgefühle, verbessern den Schlaf und wirken beruhigend auf das Nervensystem.

Musik

Eines steht schon längst fest: Musikhören wirkt positiv auf Körper und Geist. Musik wirkt direkt auf das Gehirn und kann helfen, Stress abzubauen, Emotionen zu verarbeiten und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Noch dazu beeinflussen die Klänge das vegetative Nervensystem und senken den Cortisolspiegel.

In der Reha kann Musik zur natürlichen Stressbewältigung wie folgt eingesetzt werden:

  • Instrumente spielen: Wer selbst Gitarre, Flöte, Klavier und Co. spielt, kann sich besser entspannen und den Fokus gezielt vom Stress weglenken.
  • Singen: Das Singen fördert eine tiefe Atmung, verbessert die Sauerstoffzufuhr und reduziert Anspannung.
  • Musik hören: Klassische Musik, Naturklänge oder meditative Musik senken den Herzschlag und entspannen den gesamten Körper.

Gemeinsame Aktivitäten mit anderen Patienten

Neben regelmäßigen Besuchen von Familie und Freunden ist soziale Unterstützung auch direkt vor Ort im Rehabilitationszentrum wichtig. Gespräche mit anderen Patienten schaffen ein Gefühl von Verständnis und Zusammenhalt. Außerdem fühlt man sich dadurch weniger allein in seiner Stressbewältigung. Neben Gesprächen können Gruppenaktivitäten wie kreative Workshops, Sport und gemeinsame Mahlzeiten das Wohlbefinden fördern und den Stresspegel senken.

Fazit

Wer unter dauerhaftem Stress leidet, kann diesen in einer Reha bewältigen und langfristig lernen, einen gesunden Umgang damit zu entwickeln. Die Bekämpfung von Stress muss dabei nicht zwingend medikamentös erfolgen. Natürliche Wege wie Atemtechniken, Heilpflanzen oder Musik können ebenfalls helfen.