
Abbildung 1: Nicht immer ist der Darm gesund. In besonders gravierenden Fällen kann ein künstlicher Darmausgang dabei helfen, die Körperfunktionen dennoch aufrechtzuerhalten.
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Nach einer Stoma-Operation kommen viele Veränderungen auf die betroffenen Menschen zu. Sie haben viele Fragen und brauchen praktische Anleitungen, um den Alltag besser zu bewältigen. Viele Fragen betreffen ganz einfache Dinge, wie die Ernährung, Sport und Bewegung, Reisen, Schwimmen, Duschen und die Sexualität. Sie machen sich Gedanken darüber, mit welchen Einschränkungen sie in Zukunft leben müssen oder zu welchen peinlichen Situationen es kommen könnte. Ein künstlicher Darmausgang kann den Alltag verändern und Einfluss auf die Lebensgewohnheiten nehmen. Wenn sich die Patienten jedoch erst an ihr Stoma gewöhnt haben, lernen sie schnell, ihr Leben wieder zufriedenstellend einzurichten.
Schon im Krankenhaus den Umgang erlernen
Die Patienten lernen bereits im Krankenhaus, was sie bei der Stomaversorgung alles beachten müssen. Dabei stehen ihnen speziell ausgebildete Pflegefachpersonen mit Rat und Tipps zur Seite. Zusätzlich gibt es im Krankenhaus die ExpertInnen für Stomapflege, die dabei helfen in die neue Lebenssituation zu finden. Die Versorgung im Krankenhaus bezieht sich nicht nur auf die Versorgung des künstlichen Darmausgangs. Die Beratung dient in erster Linie der Erhaltung oder Wiederherstellung der Selbständigkeit der Stomaträger. Sie unterstützt, sollte es einmal zu Komplikationen kommen, beantwortet alle Fragen des Alltags und gibt Hinweise und Hilfestellung bei der Auswahl und Anwendung der Stomabeutel und anderer Versorgungsmaterialien.
Gute Vorbereitung auf zuhause
Um in der ersten Zeit nicht hilflos dazustehen, helfen die Krankenhausmitarbeiter, alles notwendige Zubehör für die Stomaversorgung zu organisieren. Ein Sanitätshaus oder ein Home-Care-Unternehmen übernimmt die Nachversorgung und liefert das notwendige Material. Dort finden Patienten Unterstützung, wenn sie Fragen zu oder Probleme mit ihrem Stoma haben. Hilfreich kann auch der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe sein. Den Kontakt kann zum Beispiel die Deutsche ILCO e.V. herstellen. Das ist die „Selbsthilfevereingung für Stomaträger und Menschen mit „Darmkrebs“.
Gerüche und Geräusche
Eine große Sorge betrifft eventuelle Geräusche oder Gerüche, die vom Stomabeutel ausgehen könnten. Da die Stomaversorgung ein dichtes, geschlossenes System ist, kann kein Stuhl nach außen dringen. Gerüche können keine austreten. Es ist sehr wichtig, den Stomabeutel regelmäßig zu wechseln. Beim Wechsel werden Gerüche frei, die sich je nach Ernährung verändern. Besonders geruchserzeugend sind Eier, Knoblauch, Käse, Fisch oder Spargel. Geruchshemmend wirken Petersilie, grünes Gemüse und Preiselbeeren. Gegen den Geruch im Bad helfen eventuell ätherische Öle oder Duftspender.
Besonders, wenn der Stuhl sehr dünnflüssig ist oder bei Blähungen können beim Austritt in den Beutel Geräusche entstehen. Das ist kein Grund für Peinlichkeit. Verdauungsgeräusche sind normal. Wenn es die Stomaträger stört, nehmen sie besonders auf die Auswahl der Speisen Rücksicht.
Das Essen

Abbildung 2: Eine gesunde, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung trägt dazu bei, Verdauungsbeschwerden zu verhindern.
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Die Ernährung sollte gesund und ausgewogen sein, etwas das jedem guttut und sich nicht speziell an Stomaträger richtet. Eine spezielle Diät für Stomaträger gibt es nicht. Alles, was keine Verdauungsbeschwerden verursacht ist erlaubt. Kommt es dennoch zu Problemen mit der Verdauung, kann das besonders unangenehm sein. Um Blähungen, Verstopfung oder Durchfall zu vermeiden, helfen ein paar Tipps:
- häufiger und dafür kleinere Portionen essen
- alles immer gut kauen oder klein schneiden
- fettarme Gerichte bevorzugen
- schonende Zubereitung
- sanfte Gewürze
- blähende, sehr faserreiche, stopfende oder abführende Lebensmittel meiden
Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, herauszufinden, welche Nahrungsmittel nicht so gut vertragen werden.
Bewegung und Sport
Sport und Bewegung sind für das Wohlbefinden wichtig. Auch mit Stoma sind sie unverzichtbar. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Sportarten die Bauchmuskulatur nicht zu stark beanspruchen. Das könnte sonst einen Stomabruch zur Folge haben. Dazu kann der Arzt und die ExpertIn für Stomapflege weitere Informationen geben. Für einige Sportarten sind zusätzliche Hilfsmittel notwendig, wie ein Gürtel, der das Stoma schützt, den Beutel besser fixiert, oder eine Stomakappe, um das Stoma zu verschließen. Spezielle platzsparende Minibeutel sind gut für die kurzzeitige Versorgung geeignet.
Schwimmen, Baden, Duschen
Mit einem Stoma steht Schwimmen, Baden oder Duschen nichts im Weg. Baden und Duschen geht mit Stomabeutel oder zu einem Zeitpunkt, wenn voraussichtlich keine Stuhlentleerung erfolgen wird, auch ohne. Schwimmen ist ebenfalls mit Stoma möglich. Dafür gibt es spezielle Schwimm- und Badegürtel, die das Stoma schützen. Eine Stomakappe kann in bestimmten Fällen das Stoma diskret abdecken.
Ausflüge und Reisen
Mit einem künstlichen Darmausgang sind auch weiterhin Reisen und andere Unternehmungen möglich. Dabei ist es wichtig, alles dabeizuhaben, was für die Stomaversorgung notwendig ist. Eine zusätzliche Reserve sollte eingeplant sein, weil es nicht gewährleistet ist, überall die passenden Produkte zu bekommen. Der Sicherheitsgurt im Auto kann – je nachdem, wo das Stoma sitzt – auf den Stomabeutel drücken. Ein undichtes Stoma kann die Folge sein, gefährlich ist es nicht. In der Apotheke oder im Sanitätshaus gibt es spezielle Gurthalten oder Gurtbrücken, die hier Abhilfe schaffen können.
Fragen beantworten

Abbildung 3: Kinder sind neugierig und unbefangen. Sie stellen viele Fragen, die jeder altersgerecht beantworten sollte.
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Insbesondere Kinder gehen sehr direkt und ohne Vorbehalte mit vielen Themen um und stellen einfach Fragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Je nach Alter des Kindes kann es schon sehr gut verstehen, was passiert. Für kleinere Kinder kann es sinnvoll sein, schon vorab kindgerechte Erklärungen zurecht zu legen, um im Fall der Fälle auch eine gute Antwort zu haben und nicht sprachlos zu sein. Manchmal stellen auch Erwachsene sehr direkte Fragen. Wem diese Fragen zu persönlich sind, kann das dem Fragesteller unumwunden sagen.
Sexualität und Intimität
Bei Intimität und Sexualität gilt das Gleiche wie beim Sport: Bauchmuskeln nicht überanstrengen. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Wer sich um die Stomabeutel sorgt, kann individuelle Mieder, Gürtel, Stomakappen oder Minibeutel benutzen. Es kann bei Menschen mit künstlichem Darmausgang zu sexuellen Störungen kommen, die körperliche Ursachen haben können, beispielsweise verletzte Nerven, innere und äußere Operationsnarben oder Schmerzen. Manchmal liegen auch psychische Ursachen zugrunde, wie eine depressive Verstimmung oder das Gefühl, nicht mehr attraktiv zu sein. Abhilfe kann z.B. ein Gespräch mit dem Stomatherapeuten, einer psychologischen Beratungsstelle und dem Partner schaffen.
