Algen, die unscheinbaren grünen Pflanzen, bilden die Grundlage für das Leben der Tiere und Pflanzen im Meer. Auch für das Leben auf der Erde sind Algen als ein wichtiger Sauerstoffproduzent entscheidend. Algen sind ein echtes Superfood. Ihr Wert wird deutlich, wenn man ihre Inhaltsstoffe betrachtet. Sie enthalten:
- gesunde Ballaststoffe
- wertvolle Omega-3-Fettsäuren
- Vitamine B2, B12, C, D, E, K
- Folsäure
- Beta-Carotin
- Eisen
- Mineralstoffe
- Polyphenole
- Flavinoide
Algen sind zudem kalorienarm. Sie enthalten kaum Fett.

Ernte von Meeresfrüchten (Algen)
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Wie wirken Algen im menschlichen Körper?
Algen stellen dem Körper eine Vielzahl bioaktiver Vitalstoffe in konzentrierter Form zur Verfügung. Aufgrund des hohen Gehalts an Chlorophyll sind Algen in der Lage, den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen. Sie stärken das Immunsystem und punkten mit ihrer antioxidativen Wirkung auf den Organismus. Der Mineralstoffgehalt der Algen hängt davon ab, in welchem Gewässer sie wachsen. Besonders vitalstoffreiche Algenarten sind Chlorella, Spirulina, Dulse und die Braunalge. Wir stellen die Kraftpakete vor.
Chlorella
Die Chlorella (Chlorella vulgaris) ist eine Süßwasseralge. Sie kommt vor allem im Süßwasser aber auch im Salzwasser vor. Die Alge ist als Zutat für Smoothies beliebt und wird zur Entgiftung sowie zur Förderung des Wohlbefindens genutzt. Gern wird sie zur Stärkung der Darmgesundheit verwendet.
Spirulina
Die Blaualge Spirulina (Arthrospira platensis) zählt zu den bekanntesten Algenarten. Ihre Beliebtheit hat sie vor allem ihrem hohen Proteingehalt zu verdanken. Aufgrund dessen wird sie gern zur Unterstützung der Gewichtsabnahme eingesetzt. Spirulina ist reich an Antioxidantien.
Dulse
Die Dulse (Palmaria palmata) zählt zu den Rotalgen. Sie überzeugt durch ihren hohen Gehalt an Eisen. Die Dulse besteht aus winzig kleinen Polypen, schmeckt am besten roh und wird auch Lappentang genannt.
Die Braunalge, das Vitalstoffpaket
Die Braunalge (Ascophyllum nodosum) ist eine Besonderheit unter den Meeresalgen. Sie sieht nicht besonders attraktiv aus, doch sie überzeugt mit ihrem hohen Gehalt an Vitalstoffen und Spurenelementen wie Jod, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Sie ist reich an Vitamin B und C. Braunalgen leben im Meer. Sie wachsen buschig und bilden ganze Unterwasserwälder, in denen zahlreiche Meerestiere Nahrung und Lebensraum finden. Die Triebe können bis zu zwei Meter Länge erreichen. Die Pflanze ist bräunlich bis gelblich-olivgrün gefärbt. Ihre flachen, stark verzweigten Sprossen haben keine Mittelrippe. An den Seitenzweigen befinden sich eiförmige Schwimmblasen, die ihr den Namen Eiertang bescherten. Auch unter den Bezeichnungen Knotentang, Knotenkelp oder norwegischer Kelp ist die Alge bekannt. Braunalgen können mehr als zehn Jahre alt werden.
Jod
Der hohe Jodgehalt macht Algen und ganz besonders die Braunalge zu einem echten Schatz. Warum ist Jod so entscheidend? Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist vor allem für die Funktion der Schilddrüse erforderlich. Gleichzeitig hat Jod Einfluss auf die Knochenbildung und die Leistung des Gehirns. Eine lang anhaltende Unterversorgung mit Jod kann beispielsweise eine Vergrößerung der Schilddrüse sowie eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten bewirken. Eine ausgewogene Ernährung mit Meeresfrüchten, Seefisch und Algen auf dem wöchentlichen Speiseplan können vor einem Jodmangel schützen.
Jod mit Bedacht verwenden
Je nachdem, woher die Algen stammen und zu welcher Jahreszeit sie geerntet wurden, kann der Jodgehalt extrem schwanken. Gesunde Menschen sollten nicht mehr als 0,5 Milligramm Jod pro Tag zu sich nehmen. Personen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten sich vor dem Verzehr von Algen von ihrem Arzt beraten lassen. Algen werden auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Als Flüssigkeit, in Pulver- oder Kapselform lassen sich Algenextrakte hervorragend dosieren.
Eisen
Eisen spielt eine entscheidende Rolle in der menschlichen Ernährung. Es wird hauptsächlich durch den Verzehr von Fleisch aufgenommen. Die tierische Herkunft erleichtert die Eisenaufnahme. Meeresalgen, wie die Braunalge, bilden eine wichtige Ausnahme. Sie stellen dem Körper leicht aufnehmbares Eisen zur Verfügung und schützen gleichzeitig vor den Nebenwirkungen, die mit einem hohen Fleischverzehr einhergehen. Grund dafür ist die einzigartige Verbindung von Eisen und Vitamin C.
Was bewirkt Eisen im Körper?
Eisen ist ein Bestandteil des Hämoglobins, das Molekül, welches für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist und Kohlendioxid aufnimmt. Menschen, die zu wenig Eisen aufnehmen, bemerken eine zunehmende Müdigkeit. In schlimmeren Fällen können Depressionen und eine Anämie folgen. Mehr als fünf Prozent der Europäer haben einen Eisenmangel. Besonders während der Schwangerschaft und in der Stillzeit haben Frauen einen erhöhten Eisenbedarf. Auch Kinder, Ältere, Sportler und Menschen, die an Erkrankungen wie Krebs, Zöliakie oder Morbus Crohn leiden, benötigen Eisen.
Braunalgen als Eisenlieferanten
Wer sich hauptsächlich vegetarisch ernährt, muss auf seinen Eisenspiegel achten. Algen schneiden als Eisenlieferanten besser ab, als gedacht. Zum Vergleich der Eisengehalt ausgewählter Lebensmittel
- 100 Gramm Schweineleber: 19,5 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Weizenkleie: 16,4 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Vollkornnudeln: 3,9 Milligramm Eisen
- 100 Gramm getrocknete Linsen: 8,0 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Mandeln: 3,1 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Spinat: 3,4 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Braunalge roh: 2,9 Milligramm Eisen
- 100 Gramm Braunalge getrocknet: 16,57 Milligramm Eisen
Alginat
Aus Braunalgen kann man Alginat gewinnen. Alginat ist ein sogenannter Gelbildner. Diese Stoffe finden in der Lebensmittel- sowie in der Kosmetik- und Pharmaindustrie Verwendung. Wenn Alginat mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, entsteht eine geleeartige Schicht. Diese Fähigkeit wird beispielsweise zur Linderung des Sodbrennens genutzt. Alginat verbindet sich mit der Magensäure und kann so das Aufsteigen in die Speiseröhre verhindern.
Die Braunalge als Gesundheitsbooster
Es lohnt sich, Braunalgen in den Speiseplan einzubauen. Sie verfeinern zahlreiche Gerichte und stärken die Gesundheit.
Senkung des Cholesterinspiegels
Das in Braunalgen enthaltene Fucoidan trägt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei.
Stärkung des Immunsystems
Braunalgen sind reich an Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und Krankheitserreger abwehren können.
Stärkung des Verdauungstraktes
Der hohe Ballaststoffgehalt der Braunalgen verbessert die Verdauung.
Hilfe beim Abnehmen
Wer sein Gewicht reduzieren möchte, sollte Braunalgen verzehren. Die jodhaltige Alge regt den Stoffwechsel an und unterstützt beim Abnehmen.
Stärkung von Haut und Haaren
Die in der Braunalge enthaltenen Omega-3-Fettsäuren lassen die Haut frischer aussehen und bringen die Haare zum Glänzen.
Roh, gekocht oder getrocknet
Algen können roh, gekocht oder frittiert verzehrt werden. Besonders eignen sie sich zur Verfeinerung von Suppen und Salaten oder zur Zubereitung von Sushi. Seit vielen Jahren werden Algen getrocknet und als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Braunalgenpulver lässt sich nicht nur in Smoothies einrühren, es lässt sich perfekt mit Erdbeer-, Himbeer- oder Milchshakes kombinieren.
