Krampfadern (Varizen)

Krampfadern – Varizen (s. auch Venenerkrankungen)

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Krampfadern / Varizen

Krampfadern / Varizen – (Bildlizenz: Creative Commons; Bildautor: Jackerhack)

Unter Krampfadern werden Erweiterungen jener Venen verstanden, die sichtbar unter der Haut an Unter- und Oberschenkeln das Blut zum Herzen führen. Am gesunden Bein sind diese Blutgefäße fest in das umgebende Gewebe eingebettet, so daß sie mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind. Bei angeborener Bindegewebsschwäche, unter der Frauen mehr als Männer zu leiden haben, weiten sich die zarten Gefäße zu schlauchähnlichen Gebilden wechselnden Kalibers aus. Sie erscheinen im Liegen als bläuliche Schlangenlinien, die sich beim Stehen prall füllen und zweifellos manch wohlgeformtem Bein die Kontur verderben.

Solange der Rückfluß dieser oberflächlichen Venen, einschließlich der tiefen Venen, intakt bleibt, stellt die Varicosis mehr ein kosmetisches Übel als ein echtes Leiden dar. Wenn auch ein Teil der Patienten über Müdigkeit in den Beinen und Kreuzschmerzen, besonders nach langem Stehen klagt, so darf nicht übersehen werden, daß die Ausweitung der Beinvenen in der Regel keine Beschwerden verursacht, ja nicht einmal zu Stauungen in den Beinen führen muß. Häufig finden sich in Gesellschaft einer Varicosis Fußdeformitäten oder arthrotische Gelenkveränderungen, so daß es sorgfältiger Überlegung bedarf, welchem Grundleiden die beklagten Beschwerden zuzuordnen sind. Daß jedoch Schwangerschaft, Stehberufe und Übergewicht eine zusätzliche Belastung für das Venensystem der Beine darstellen, steht außer Frage.

In der Behandlung von Krampfadern wird der zuständige Arzt immer wieder mit der Frage konfrontiert: Venenverödung, Operation oder konservative Behandlung? Bevor in der Wahl der Operationen Entscheidungen fallen, muß sich der Patient bewußt sein, daß auf konservativem Wege die Funktion der Beinvenen zwar gebessert werden kann, die erweiterten Blutgefäße aber nicht mehr verengt, geschweige beseitigt werden können. Steht der kosmetische Erfolg im Vordergrund, dann muß verödet oder operiert werden. Über das jeweilige Vorgehen entscheidet der Venenspezialist. Ein Großteil von Patienten scheut jedoch den Eingriff oder die Verödung, einmal, weil keine Beschwerden vorhanden sind, zum anderen, weil das Aussehen der Beine für die Betroffenen unerheblich ist. Schließlich gibt es noch eine Gruppe von Beinleidenden, deren Venensystem durch entzündliche Prozesse funktionsuntüchtig wurde. Wenn nämlich der Rückfluß des Blutes durch tiefe Venen nicht gesichert ist, kann keine Verödung der Oberflächenvenen vorgenommen werden. Auch beim Diabetiker, in der Schwangerschaft und im hohen Alter verbietet sich die Verödung von Krampfadern. In der konservativen Therapie bieten sich aus der Naturheilkunde eine Anzahl von Möglichkeiten an.

Kneipp:

Tgl. Wassertreten in der Badewanne oder kaltes Fußbad oder kalter Knieguss, auch Wechselknie-, Wechselschenkel-, Wechselschenkelkreuz-, Wechselschenkelleib- u. Unterguss, Warmanteil bis 33°. Wöch. 2-3 x Waden-, Fußwaden- oder Beinwickel mit Retterspitz, Essigwasser oder Lehmwasser, auch Lehmpflaster für Unterschenkel oder Beine (die großen Lehmpflaster sind zu Hause schwer durchzuführen, sie eignen sich mehr im Kurgebrauch); 2 x 3/4-Bad mit Zinnkraut oder Eichenrinde. 33°, anschl. Unterguss.

Allgemeine Maßnahmen:

Bewegung ist für die gefüllte Vene die beste Therapie. Beim Fernsehen sind die Beine hoch zu lagern. Spaziergänge, Schwimmen und Venengymnastik (s. S. 213) sind zu empfehlen; Sauna schadet nicht. Blutegelbehandlung kann mit einiger Geschicklichkeit selbst durchgeführt werden (s. S. 217). Bei starken Venengeflechten empfiehlt sich das Tragen eines Kompressionsverbandes, s. unter Venenentzündung. Korrektur des Fußbettes durch Arzt oder Orthopäden mittels Einlagen sollte erfolgen.

Diät:

Normalgewicht erstreben, salzarme Kost.

Tee:

Mariendistelkraut

Steinkleekraut

Zinnkraut

Kastanienblätter aa ad 100,0 Tgl. 3×1 Tasse, kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

 

Homöopathie:

Lycopodium   D3, 3×1 Tabl.

Hamamelis      D3, 3×15 Tr.

Tgl. über den Tag verteilt.

Medikamente:

Nach Angabe des Arztes.

Beachte:

Durch eine kleine Verletzung, eine kleine Schrunde – manchmal genügt schon eine Hautverdünnung über einem prall gefüllten Krampfaderknoten – kann es zu einer Blutung kommen. Aus einer kleinen Öffnung schießt das dunkelrote Blut in einem dünnen Strahl. So bedrohlich zunächst dieser Zwischenfall aussieht, so harmlos ist dieser venöse Aderbruch. Ein Druckverband genügt, um diese Blutung zu stillen. Nach wenigen Tagen ist diese kleine Wunde verheilt. Vorsorglich empfiehlt sich in Zukunft das Tragen von Kompressionsstrümpfen nach ärztlicher Verordnung.

Verfasser:

Dr. med. Mathäus Fehrenbach

(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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