Hämorrhoiden

Hämorrhoiden (Hämorriden)

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

1. Blutende Hämorrhoiden

Bei mehr als 60% aller Erwachsenen finden sich bei exakter Untersuchung Hämorrhoiden, die allerdings in den seltensten Fällen Beschwerden machen. Es handelt sich um lokale Erweiterungen von Blutgefäßen im inneren Afterbereich. Aber nicht alles, was am Darmausgang unangenehme Gefühle hervorruft, dürfen wir als Hämorrhoiden bezeichnen. Kleine Einrisse, manchmal auch Geschwüre können ein drückendes Wundgefühl und ziehende Schmerzen auslösen. Hefepilze finden am Darmausgang und Umgebung optimale Lebensbedingungen und verursachen oft Ekzeme und lästigen Juckreiz.

Nicht der Schmerz ist typisches Kennzeichen erweiterter Venenknoten am Enddarmbereich, sondern die immer wiederkehrende Blutung, manchmal hell-, manchmal dunkelrot, häufig am entleerten Stuhl oder am Papier haftend. In seltenen Fällen kompliziert eine chronische Entzündung oder ein Analekzem das Leiden. Die Folge sind brennende, drückende, stechende Schmerzen und Jucken am Darmausgang. Ständiges Kratzen kann zu Wundsein führen.

Therapie:

Das Auftreten immer wiederkehrender Blutungen ist eine Indikation zur Verödung, nicht zur Operation. Diese Behandlung kann ambulant durchgeführt werden, ist relativ schmerz- und komplikationslos. Bei Rückfällen ist eine Wiederholung der Behandlung ohne weiteres möglich.

Kneipp:

Tgl. Anwendungen s. unter Abhärtung. Wöch. 2x Wechselsitzbad 35°, auch Sitzbad 35° mit Eichenrinde oder Zinnkraut, anschl. Knie- oder Schenkelguss kalt. 3x Lehmpflaster oder Topfenpflaster am Darmausgang, handflächengroß.

Allgemeine Maßnahmen:

Tgl. 3-4x Schließmuskelübung: Schließmuskel 50x zusammenziehen und erschlaffen lassen im Zeittakt von 2 Sekunden, kann auch im Sitz- oder Wannenbad durchgeführt werden.

Diät:

Antiblähdiät (s. unter Blähbauch), Süßigkeiten einschränken, Speisen mild würzen, salzarm.

Verboten: Alkohol, Bohnenkaffee, Abführmittel, Chemotherapeutika bei einfachen fieberhaften Infektionen.

Tee:

Kastanienblätter

Beifuß

Heidelbeerblätter Nelkenwurz           aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; abends kalt ansetzen, morgens aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Aesculus                     D1

Carduus marianus       D2

Aloe                            D3

Acid.nitric.                 D6 aa ad 40,0

Tgl. 3×20 Tr.

Bei Hämorrhoidalblutungen:

Calcium stibiato sulf.                         D4

Tgl. 3×1 Tabl.

Bei Hämorrhoiden mit Obstipation:

Collinsoniacanadensis            D2

Tgl. 3×15 Tr.

Bei Hämorrhoiden mit Darmverkrampfungen:

Nux vomica                            D4

Tgl. 3×1 Tab.

Medikamente:

Vor und nach dem Stuhlgang ein erbsengroßes Stück Salbe im Sinne einer Dauerbehandlung an den Darmausgang anbringen: Heparin-Salbe, Salbe mit Aescin (aus Roßkastanie).

Beachte:

Der Dauergebrauch von Salben und Zäpfchen, die Cortison enthalten, ist abzulehnen, weil die Gefahr einer Hautverdünnung, von Infektionen, Eiterungen und Abszeßbildung heraufbeschworen wird.

Das häufige Auftreten von Blutbeimengungen im Stuhl, besonders im höheren Alter, erfordert eine Spiegelung des Dickdarmes, eine Röntgenuntersuchung höher gelegener Darmabschnitte und vielleicht sogar eine Endoskopie, um Tumorbildungen und Krebs auszuschließen.

 

2. Enddarmbeschwerden ohne Blutung

Kleine Einrisse, Rhagaden genannt, oder bakterielle Infektionen verursachen häufig Juckreiz, Brennen, Stiche und Mißempfindungen am Darmausgang.

Therapie:

Lokalbehandlung mit Salben (s. Hämorrhoiden), außerdem tgl. eine Salbe gegen Pilz- und Bakterienbefall. In vielen Fällen verschwinden mit dieser Behandlung die Beschwerden.

Kneipp, Diät und Tee:

s. Hämorrhoiden Homöopathie:

Acid. nitric.    D4

Tgl. 3×10 Tr.

Sulfur              D4

Tgl. 3×1 Tabl.

 

3. Die Analthrombose

Die Analthrombose ist als Komplikation des Hämorrhoidalleidens aufzufassen. Sie überrascht den Betroffenen durch ihre stürmische Entwicklung. Am Darmausgang findet sich unversehens ein erbsen- bis kirschgroßer Knoten, bläulich verfärbt. Übliche Begleiterscheinungen sind Stechen und ziehende Schmerzen. Als Ursache kommen meist Durchfall, Ernährungsfehler oder Verkühlungen in Frage.

Therapie:

Die Behandlungsmethode der Wahl ist die Stichinzision (Skalpelleinschnitt) in den ersten 2 Tagen durch den Arzt, ein harmloser, kaum schmerzender Eingriff. Ist jedoch diese Zeit verstrichen, dann muß versucht werden, durch konservative Behandlung den lokalen Entzündungsprozeß auszuheilen.

Kneipp:

In den ersten Tagen mehrmals tgl. Lehmpflaster lokal; ab dem 3. Tag 1-2x tgl. Sitzbad mit Eichenrinde im Wechsel mit Kamille, anschl. Schenkel- oder Unterguss.

Allgemeine Maßnahmen:

Nachts Mullvorlage mit einer Heparin-Salbe. Diese Salbenbehandlung kann bis zur Schrumpfung des Knotens fortgeführt werden.

Diät, Tee und Homöopathie:

s. unter Hämorrhoiden.

Beachte:

In manchen Fällen bleibt am After ein kleines Hautläppchen zurück.

Für alle Enddarmerkrankungen gilt eine sorgfältige Enddarmtoilette: Reinigung mit warmem Wasser nach dem Stuhlgang und Verwendung eines weichen Toilettenpapiers.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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