Wenn Körper und Psyche „ausbrennen“: Selbsthilfe bei Burnout

Was ist Burnout

Unter einem Burnout versteht man eine persönliche Krise. Betroffene fühlen sich erschöpft und antriebslos. Typisch ist, dass die Auslöser Stress, Zeitdruck, eine hohe Arbeitsbelastung und / oder große private Verantwortungen sind. Ein Beispiel für Belastungen im privaten Bereich ist die Pflege von kranken Familienangehörigen. Im Arbeitsbereich sind nicht nur Workaholics Burnout-gefährdet, sondern auch Menschen mit besonders belastenden Berufen (Sozialbereich, Medizin, wechselnde Schichten) oder wer Mobbing ausgesetzt ist.

Bei den ersten Anzeichen aktiv werden

Ein Burnout sollte niemals unterschätzt werden. Es kann nach und nach ein Rückzug von sämtlichen sozialen Kontakten entstehen. Schlimmstenfalls lassen sich Arbeit und Alltag nicht mehr oder zumindest nicht mehr vollständig bewältigen. Auch körperliche Folgen wie Verdauungsprobleme und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind möglich. Darum ist es wichtig, möglichst früh Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Foto einer jungen Frau mit einer Depression

Burnout äußert sich z.B. in Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung – Foto © fotolia / Jürgen Fälchle

Erste Hinweise für Burnout sind häufig:

  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung
  • Selbstzweifel, Gefühl von Überforderung, Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung
  • Gewohnte Aufgaben fallen schwerer oder machen weniger Spaß
  • Schlafstörungen
  • Gereiztheit, Überempfindlichkeit und Frustration bis hin zur Aggression
  • Konzentrationsprobleme
  • Suchtverhalten (zum Beispiel vermehrter Alkoholkonsum)

Die Bedeutung der Selbsthilfe bei Burnout

Die Selbsthilfe hat bei Burnout einen wichtigen Stellenwert. Sie kann bei ersten Burnout-Anzeichen helfen, das Leben umzustellen, um ein Fortschreiten zu verhindern. Ideal sind Maßnahmen der Selbsthilfe auch, um Wartezeiten auf eine Therapie zu überbrücken oder um eine medikamentöse Behandlung oder Psychotherapie begleitend zu unterstützen.

Ziel der Selbsthilfe ist eine positive Lebensveränderung. Anleitungen in Buchform oder ein Coaching können helfen, Ursachen wie Perfektionismus und Überengagement im privaten oder beruflichen Bereich zu erkennen und Belastungsfaktoren zu beseitigen. Zur Selbsthilfe bei einem Burnout kann auch eine Umstellung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung helfen. Regelmäßiger Sport und Bewegung (am besten an der frischen Luft) können ebenfalls zu einer Besserung beitragen.

Besonders wichtig sind auch Maßnahmen für den Stressabbau. Ein verbessertes Zeitmanagement oder bewusste Auszeiten können für Burnout-Betroffene hilfreich sein. Entspannungstechniken wie autogenes Training, Atemübungen oder Übungen zur Achtsamkeit und Entschleunigung wirken sich fast immer positiv aus. Dabei gilt: Auch Entspannung muss man lernen. Viele Methoden erfordern regelmäßige Übung. Längerfristig durchgeführt lässt sich dadurch die Lebensqualität jedoch oft maßgeblich steigern.

Hilfe in Anspruch nehmen

Wichtig für Betroffene ist immer: Selbsthilfe ist kein Ersatz für therapeutische Maßnahmen. Ein echter Burnout sollte grundsätzlich behandelt werden. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die Basis ist in der Regel die Psychotherapie bei einem Arzt oder Psychologen.  Medikamente wie Antidepressiva können zusätzlich nötig sein. Bei schwereren Fällen eines Burnouts kann eine Auszeit in Form eines stationären Klinikaufenthalts helfen.

In Absprache mit Ihrem Arzt ist auch eine Kur oft eine gute Möglichkeit. In einer Kurklinik können Sie sich einige Wochen lang ganz auf sich selbst konzentrieren und können viele Methoden zur Entspannung und Selbsthilfe erlernen, die Sie daheim weiter durchführen können.

Über die Autorin

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin mit mehrjähriger Erfahrung in der medizinisch-wissenschaftlichen Diagnostik.

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(C) Jürgen Fälchle / fotolia.com