Bluthochdruck wird als stiller Killer bezeichnet und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Er macht zu Beginn keine Symptome und wird meist zufällig entdeckt. In vielen Fällen lässt sich die Ursache nicht ermitteln, eine Therapie kann mit Medikamenten oder einer Lifestyle-Änderung erfolgen. Messen Sie Ihren Blutdruck selbst, gibt es Fehlerquellen! Die falsche Manschette, ein unpassender Messort oder eine ungeeignete Sitzposition können Werte erheblich verändern. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihren Blutdruck korrekt messen.
Das richtige Blutdruckmessgerät als Basis
Nicht jedes Blutdruckmessgerät bringt verlässliche Werte. Ein geeichtes Gerät aus dem Fachhandel ist die beste Wahl. Grundsätzlich gilt es aber auch hier zwischen zwei Arten zu unterscheiden. Modelle für den Oberarm messen anders als solche für das Handgelenk. Oberarmmessgeräte gelten allgemein als genauer, denn sie reagieren weniger stark auf Bewegungen. Wichtig ist, dass die Manschettengröße passt. Ist sie zu eng oder zu weit, verfälscht das die Messung. Haben Sie kräftige Oberarme, benötigen Sie eine größere Manschette.
Das Handgelenkgerät ist praktischer, denn es ist kompakter und eignet sich wunderbar für Transporte. Für ein zuverlässiges Messergebnis müssen Sie die Hand auf Herzhöhe halten, da sonst falsche Werte geliefert werden. Für ältere Menschen oder für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit sind Oberarmmessgeräte besser geeignet. Hier sitzt der Messpunkt bei korrekter Manschettenlage automatisch richtig.
Messpunkt muss auf Herzhöhe sitzen
Bei der Positionierung des Messgeräts gibt es empfindliche Fehlerquellen. Es ist ein Muss, dass sich der Messpunkt auf Herzhöhe befindet, sonst sind die Werte nicht realistisch. Wenn Sie Ihren Arm entspannt auf dem Tisch oder einer Stütze ablegen, gelingt Ihnen das bei einem Oberarmmessgerät automatisch. Messen Sie am Handgelenk, müssen Sie die Haltung korrigieren. Legen Sie den Arm nicht auf dem Tisch ab, sondern heben Sie Ihr Handgelenk auf Herzhöhe und halten es dort ruhig. Testen Sie das Ergebnis! Halten Sie das Handgelenk nur zehn Zentimeter tiefer, zeigt das Gerät zu hohe Werte an. Halten Sie die Hand hingegen zu hoch, sind die Werte falsch niedrig.
Stress und Erwartungsangst bei der Messung verfälscht Werte
Schon der Gedanke an die Blutdruckmessung kann den Wert nach oben treiben. Viele Menschen leiden unter einer sogenannten Weißkittelhypertonie. Die gemessenen Werte sind dann vor allem in der Arztpraxis oder unter Stressbedingungen deutlich höher als in Ruhe. Auch bei der Selbstmessung führt Nervosität zu verfälschten Ergebnissen.
Entspannen Sie sich, bevor Sie den Blutdruck messen. Setzen Sie sich hierfür ruhig hin, atmen Sie durch und lassen Sie sich nicht ablenken. Erscheint der erste Wert ungewöhnlich hoch, wiederholen Sie die Messung nach ein paar Minuten. So gehen Sie sicher, dass kurzfristige Stressfaktoren das Ergebnis nicht beeinflussen.
Anspannung, Stress und volle Harnblase als Fehlerquelle
Nicht nur die Psyche oder kurzfristiger Schlafmangel, sondern auch der Körper kann die Messwerte beeinflussen. Müssen Sie Wasser lassen, erhöht das den Blutdruck oft um mehrere mmHg. Gehen Sie vor der Messung auf die Toilette und leeren Sie Ihre Blase.
Selbst die falsche Körperhaltung spielt eine Rolle. Schlagen Sie die Beine übereinander oder verkrampfen Sie sich, verändert das den Druck in Ihren Blutgefäßen. Optimal ist es, wenn Sie entspannt sitzen und dabei beide Füße auf dem Boden abstellen. Lehnen Sie sich zurück und legen Sie den Arm locker auf dem Tisch ab.
Tipp: Vermeiden Sie die Messung nach körperlicher Anstrengung oder nach dem Konsum von Nikotin und Koffein. Alle diese Faktoren lassen den Blutdruck kurzfristig ansteigen. Warten Sie nach einer Tasse Kaffee mindestens 30 Minuten, um eine realistische Messung zu erhalten.


