Burnout-Therapie

Burn-Out-Therapie

Vorbemerkung:

Fragen von Patienten und Antworten des leitenden Arztes zur Burn-Out-Therapie im Sanatorium Dr. Fehrenbach (Bad Wörishofen)

Information:

Wie definieren Sie Burn-Out? Gibt es ein einheitliches Krankheitsbild?
In dieser Fragestellung wird die Problematik einer Diagnosestellung von Burn-Out bereits vorweggenommen: bis heute gibt es keine einheitliche, von allen Seiten anerkannte Definition für Burn-Out. Und trotz dieser Schwierigkeiten, eine einheitliche Definition in den medizinischen Krankheitsklassifikationen (ICD 10, DSM-IV-TR) zu finden, möchte ich mich einer Mehrheit meiner ärztlichen Kolleginnen und Kollegen anschließen, die Burn-Out als eine Störung betrachten, die in engem Zusammenhang mit veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu stehen scheint. Das Hauptsymptom von Burn-Out ist eine (schwere) emotionale Erschöpfung, die mit Selbstentfremdung und verminderter Leistungsfähigkeit verbunden ist. Hinzu kommt meist (in späteren Stadien immer) ein buntes Bild an psychosomatischen Beschwerden, von Unruhe, permanenter Anspannung, Lustlosigkeit, Motivationsverlust, verminderter Arbeitsleistung und sozialem Rückzug. Hinzufügen möchte ich diesem Versuch einer Definition den Auslöser (nicht die Ursache!) von Burn-Out: ein kränkendes Erleben von Missachtung und/oder verminderter Wertschätzung.

In der Annahme, einen Konsens in der o.g. Definition gefunden zu haben, würde ich schon sagen, dass es (zumindest beim Vollbild von Burn-Out) auch ein äußerlich einheitliches Krankheitsbild von Burn-Out gibt: die Erschöpfung, die Selbstentfremdung und die subjektiv empfundene verminderte Leistungsfähigkeit. Die Betonung liegt aber auf äußerlich. Was sich grundlegend unterscheidet, sind die Ursachen dieser kränkenden Erlebnisse und die sich daraus entwickelnde Dynamik in Richtung der Störung. Nach meiner Erfahrung sind sie nicht selten massiv abgewehrte Traumata, die sich oft nur in einer sehr intensiven psychotherapeutischen Arbeit erschließen. Unter der Vielzahl der „Entdeckungen“ nenne ich hier weiterhin z.B. schwere Depressionen, Angststörungen, prolongierte Trauerreaktionen, Ehekrisen, aber auch schweres Mobbing, sexueller Missbrauch am Arbeitsplatz, Persönlichkeitsstörungen und psychotische Erkrankungen. Auch sog. Frühstörungen, die durch entsprechende (traumatische) Erlebnisse reaktiviert wurden, rücken immer mehr in den Fokus einer psychotherapeutischen Burn-Out-Behandlung.

Was genau ist bei Ihnen das therapeutische Konzept bei Burn-Out?
Vorausgesetzt, die Diagnose einer Burn-Out hat sich durch den Einweiser und die ärztliche Voruntersuchung in der ärztlichen Aufnahmeuntersuchen bestätigt und andere Ursachen einer Erschöpfungssymptomatik sind ausgeschlossen, ist das therapeutische Konzept von Burn-Out die Individualität der Behandlung, d.h., dass es bei uns kein fest zementiertes Therapiegerüst gibt und der Patient nicht in ein festgelegtes Standardtherapiekonzept gezwängt wird. Der Therapieansatz muss verschieden sein, da der Weg in das Burn-Out (s.o.) eine ganz persönliche Reaktionsweise auf unterschiedlichste Anforderungen an eine Lebens- und Arbeitswelt ist und durch ganz individuell erlebte intra- und interpsychische Kränkungen seinen Auslöser gefunden hat.

Und hier setzt dann auch eine fachpsychotherapeutische Begleitung an und sucht gemeinsam mit dem Patienten – entsprechend seiner Ressourcen – nach Wegen der Klärung, der Therapie und einer Prophylaxe.

Dass hier aber nicht alleine eine psychotherapeutische Ausrichtung ein Weg der Burn-Out-Behandlung sein kann, liegt auf der Hand. Der synergistische Effekt einer Klinik (s.u.) wird hier zum tragenden Element der Behandlung. Und nur wenn dieser synergistische Effekt auch wirklich greift, wenn psychotherapeutische, psychosomatische und körperliche Behandlungen zu einer Einheit werden, gelingt eine Burn-Out-Behandlung.

Gibt es ein therapeutisches Alleinstellungsmerkmal, etwa in therapeutischer Hinsicht Spezifisches oder: Warum sollte man eine Burn-Out-Kur gerade bei Ihnen machen?
Unser großer Vorteil ist sicherlich, dass wir mit 44 Betten ein kleines Haus sind, welches das Prinzip einer individuellen Behandlung auch möglich machen kann. Hinzu kommt, dass wir ein bewährtes Team an Mitarbeitern haben, das neben fundierten Ausbildungen (Allgemeinmedizin, westliche und östliche Naturheilweisen, Akupunktur, Psychiatrie, Psychotherapie, Physiotherapie, Entspannungstechniken, Diätberatung) auch die nötige Flexibilität besitzt, sich einem individuell gestaltenden und sich stets verändernden Therapieablauf anzupassen. Wer sich bei uns einer Burn-Out-Kur unterzieht, darf sich als Individuum fühlen, das in seiner Einmaligkeit verstanden wird.
Meines Wissens gibt es auch keine Klinik, die westliche und östliche Medizin in derart kompakter Weise zu einem sehr wirksamen Paket zusammenschnürt, wie wir das können. Dies beginnt schon bei der körperlichen Aufnahmeuntersuchung, die neben den Kenntnissen der Untersuchungstechniken der Schulmedizin auch die von TCM und Ayurveda (u.a. Puls- und Zungendiagnose) nutzt.
Entsprechend dieser ärztlichen Erstuntersuchungen wird dann ein individueller Kurplan erstellt, der mindestens einmal wöchentlich dem Gesundungsprofil und dem Leistungsvermögen des Patienten angepasst wird. In diesem Kurplan findet sich u.a. die Realisierung der Kneipptherapie mit ihren fünf Säulen (Wasseranwendung, Bewegung, Ernährung, pflanzliche Heilmittel und die Ordnungstherapie) wieder, der sich auf eine Jahrzehnte lange Erfahrung der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen stützt. Wie modern und zeitgemäß das Wissen von Pfarrer Kneipp heute weiter lebt, zeigt sich u.a. in der sog. Ordnungstherapie, die wir heute mit Methoden der Psychotherapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie) umsetzen.

Welche Bedeutung spielt die Ernährung?
Der Stellenwert um das Wissen einer gesunden Ernährung spielt eine Schlüsselrolle in unserer Klinik. Neben einer hochwertigen Vollwerternährung bieten wir nahezu alle Diäten und Reduktionsformen entsprechend einer ärztlichen Verordnung an. Hinzu kommt, wiederum eine Besonderheit unserer Klinik, dass wir eine typgerechte Ernährung (nach Aryuveda) anbieten, d.h. jeder Patient erhält eine Kost, die auf ihn maßgeschneidert zubereitet wird. Der Patient nimmt dabei ohne zu hungern ab und lernt fast „nebenbei“ auf sein Essverhalten zu achten.

Welchen Stellenwert hat Bewegung / Sport im Burn-Out-Gesamtkonzept?
Auch Bewegung und Sport gehören traditionsmäßig (eine wichtige Säule der Kneipptherapie) zu unserem Behandlungskonzept. Wir bieten neben einer speziellen Krankengymnastik (Einzel- und Gruppentherapie) auch eine Vielzahl an weiteren sportlichen Möglichkeiten. Das reicht von aufbauenden Spaziergängen bis hin zu Nordic-Walking. Auf Wunsch steht auch ein Personal-Fitness-Trainer zur Verfügung, der jedem entsprechend seines Leistungsniveaus eine gesunde Steigerung seiner körperlichen Fitness ermöglicht.
Hinzu kommt, dass wir in Bad Wörishofen, einem weltbekannten Kurort, ein Ambiente von sportlichen Möglichkeiten zur Verfügung haben, das einzigartig ist. Neben einem der modernsten Thermalbäder in Deutschland, arbeiten wir mit Fitness-Studios zusammen. Es können Fahrräder (vom e-bike bis zum Rennrad) ausgeliehen werden, um so auch alleine (oder in Gruppen) das wunderschöne Allgäu zu erkunden. Ziel ist es, den Patienten zu mehr Eigenverantwortung zu führen und ihm den Spaß an körperlicher Betätigung ohne Druck zu vermitteln.

Welche Dauer (Kuraufenthalt) ist sinnvoll?
Da die Menschen mit einer Burn-Out-Diagnose meist in einem sehr schlechten Zustand zu uns kommen, empfehlen wir eine Kurdauer von nicht unter 3 Wochen. Alleine die erste Woche ist meist zur Entschleunigung nötig, da Ruhe und Zeithaben ungewohnt sind und z.T. auch recht bedrohlich wirken. Jede weitere Woche steigert das neu gefundene Wohlbefinden aber deutlich, so dass eine Kurdauer von mindestens 4 Wochen als sinnvoll gilt.

An wem im Haus können wir uns für Zusatzinfos (Bettenzahl, Angbote, etc.) wenden?
Diese Infos erhalten Sie von Frau Wilczek (Geschäftsführerin) unter der Telefonnummer 08247/394-0 bzw. unter der E-Mail-Adresse  info@sanatfehr.de

Über den Autor:

Dr. med. Georg Stiegler ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Psychotherapie, Naturheilverfahren, Ayurveda-Medizin, Akupunktur und leitender Arzt des Kursanatoriums Dr. Fehrenbach)

Kontakt:

Kursanatorium Dr. Fehrenbach & Co OHG
– Rehabilitationsklinik für Psychotherapie & Psychosomatik –
Kneippstr. 20b und 22a
86825 Bad Wörishofen
Tel. (0 82 47) 3 94-0
Fax. (0 82 47) 3 94-28

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