Warum ausreichender Schlaf für die Gesundheit so wichtig ist

Warum ausreichender Schlaf für die Gesundheit so wichtig ist

Bild: © istock.com/Justin Horrocks

Nicht jeder Mensch benötigt die gleiche Menge an Schlaf. Angeblich soll Napoleon seinen Schlaf auf nur vier Stunden täglich reduziert haben, während man Albert Einstein eine Schlafdauer von 14 Stunden nachsagt. Wenn im Folgenden von ausreichend Schlaf die Rede ist, ist damit keine bestimmte Stundenanzahl gemeint, sondern die Schlafdauer, nach der man sich persönlich den ganzen Tag über fit und erholt fühlt.

Schlafstörungen – wie sie die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen

Schlafstörungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben – bisher haben Forscher schon mehr als 50 unterschiedliche Schlafstörungen bestimmt. Am häufigsten, bei circa sechs Prozent der Deutschen, treten Ein- und Durchschlafstörungen auf. Der Schlafmangel reduziert das Leistungsvermögen am nächsten Tag und verursacht Tagesschläfrigkeit, was das Unfallrisiko der Betroffenen im Straßenverkehr erhöht und die Konzentrationsfähigkeit während der Arbeit reduziert. Das Treffen von Entscheidungen fällt somit schwer und man ist reizbar und gestresst. Studien weisen inzwischen sogar vermehrt auf einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Burnout-Syndrom hin. Bleibt ein Mensch über 24 Stunden lang wach, ist seine Leistungsfähigkeit auf demselben Niveau wie mit Blutalkoholwerten von einer Promille.

Gesundheitliche Folgen von Schlafmangel

Schlaf bedeutet für den Körper eine wichtige Regenerationszeit. Fehlt diese, sind die Folgen ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Übergewicht, schnelleres Altern und Gedächtnisstörungen. Bei Jugendlichen und Kinder sind diese Konsequenzen besonders drastisch, denn während des Schlafs produziert der Körper die zur Zellerneuerung benötigten Wachstumshormone. Auch das Immunsystem ist vom Schlafmangel betroffen, sodass der Körper anfälliger für Erreger und Infektionen wird.

Was hilft beim Einschlafen?

Während manche überall und jederzeit gut einschlafen können, benötigen andere besondere Bedingungen für einen gesunden und tiefen Schlaf. Schon eine Anpassung der Raumtemperatur und der im Schlafzimmer herrschende Luftfeuchtigkeit kann einen spürbaren Unterschied beim Einschlafen ausmachen. Auch ein Wechsel der Bettdecke kann helfen – so ist Satin-Bettwäsche im Sommer angenehm kühlend, während kuscheliges Flanell wärmt. Eine große Auswahl unterschiedlicher Materialien, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben, finden Sie in Bettenshops. Es kann auch helfen, das Einschlafen bei unterschiedlichen Lüftzeiten und Bedingungen zu testen und in einem Schlaftagebuch festzuhalten. So findet man seine individuellen Schlafvoraussetzungen heraus.

Alkohol, schweres Essen und Nikotin sollte man vor dem zu Bett gehen hingegen vermeiden, denn diese lassen den Körper nicht zu Ruhe kommen. Körperliche Betätigung macht dafür müde, zu später und zu intensiver Sport bewirkt jedoch das Gegenteil und macht wieder munter. Anstatt ruhelos im Bett zu liegen und auf den Wecker zu starren, sollte man sich mithilfe anderer Aktivitäten von dem Druck ablenken, einschlafen zu müssen. Erst wenn ein tatsächliches Müdigkeitsgefühl auftritt, legt man sich wieder ins Bett.

Autor: Wolfgang Schmidt (Freier Mitarbeiter, Redakteur)