Lauftherapie: Sportlich aktiv gegen Depression vorgehen

Lebensqualität durch Laufen verbessern

Bei der sportlichen Tagesgestaltung in einer Kurklinik denken die meisten Menschen an Rückenschule oder die Steigerung der Körperkraft. Als sportliches Angebot vieler Kurorte ist Laufen vielerorts etabliert und therapeutisch sinnvoll, wobei es nicht alleine um die Beseitigung oder Vorbeugung körperlicher Probleme geht. Für eine Vielzahl psychischer Erkrankungen und Symptome sind Laufen und weitere Sportarten sinnvoll, vor allem depressive Episoden bis zur vollwertigen Depression sind zu nennen. Als Teil einer umfassenden Therapie steigen durchs Laufen die Heilungschancen, auch die Lebensqualität vieler Erkrankte verbessert sich kurz- und langfristig.

Lauftherapie

Laufen ist als Sportart bei Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen empfehlenswert. – (C) Bildlizenz: StockSnap / Pixabay

Weshalb Laufen bei Depressionen hilft

Depressionen sind kein Tabu-Thema mehr und werden selbst von der Politik als echte Volkskrankheit eingeschätzt. Nicht die Häufigkeit der Erkrankung wird vielerorts noch unterschätzt, sondern die Schwere und Länge einer depressiven Episode. Bei Überlastungen im Arbeitsleben geht die Depression nicht selten mit einem Burn-Out einher, so dass über Monate oder sogar Jahre hinweg nicht mehr gearbeitet werden kann.

Auch wenn es sich um eine psychische Erkrankung handelt, spielen körperliche Faktoren ein. Eine Vielzahl von Studien zeigen auf, dass Ernährung, Schlafmangel oder physische Beschwerden in die Entwicklung der Krankheit einspielen können. Durch regelmäßiges Laufen und die Umstellung der Ernährung wird das Herz-Kreislauf-System gefördert, was der Durchblutung des Gehirns hilft und für eine bessere Verteilung der Nährstoffe verantwortlich ist. Durch das körperliche Empfinden gerade auf langen Laufstrecken gelingt es Betroffenen außerdem, sprichwörtlich aus ihrem Kopf herauszukommen und nicht in ihrer gedrückten Stimmung gefangen zu sein.

Richtig vorbereiten und den inneren Schweinehund überwinden

So wichtig Laufen oder andere Arten körperlicher Betätigung auch sind, fällt die Motivation im Rahmen einer depressiven Erkrankung umso schwerer. Viele Betroffene kennen Lustlosigkeit und fehlende Energie als starke Symptome ihrer Depression. Unter diesen Umständen fällt es noch schwerer, über den eigenen Schatten zu springen und sich für ein regelmäßiges Lauftraining zu entscheiden. Im Rahmen des Aufenthalts in einer Kurklinik wird dies von außen durch Therapeuten eingefordert, doch auch zu Hause lässt sich ein begonnenes Lauftraining mit verschiedenen Tricks einfacher fortsetzen.

Wichtig ist, aus dem Lauftraining eine echte Gewohnheit zu machen. Feste Wochentage und Uhrzeiten festzulegen, ist ebenso hilfreich wie das Verabreden mit Freunden und Bekannten. Auch was Kleinigkeiten anbelangt, können Betroffene mit wenigen Handgriffen die Chance auf ein regelmäßiges Laufen erhöhen. Legen Sie beispielsweise Ihre Laufklamotten schon am Vorabend heraus, um diese beispielsweise sofort nach der Arbeit zu greifen und loszulegen. Apps, mit denen sich das Lauftraining mit allen Fortschritten aufzeichnen lässt, helfen ebenfalls weiter.

Mit weiteren Sportarten depressive Phasen überwinden

Laufen ist als Sportart bei Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen empfehlenswert, da es ohne umfassendes Zubehör und die Anmeldung in einem Verein ausgeübt werden kann. Grundsätzlich ist jede Art von Sport empfehlenswert, um eine Abwechslung in den Alltag zu bringen und durch Bewegung Körper und Seele auf allen Ebenen zu fordern. Für manche Betroffene ist es sogar sinnvoller, sich für Sport in einem Team zu entscheiden und durch die Mitgliedschaft in einem Verein neue soziale Impulse zu gewinnen. Im Rahmen eines Kuraufenthaltes zeigt sich schnell, wo die eigenen Vorlieben liegen und welche Variante stärker zum Sport motiviert.