Juckreiz

Juckreiz

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Juckreiz

Juckreiz : Ein Mann kratzt seinen Rücken - Urheber: Orrling and Tomer S. - Lizenz: Creative Commons

Juckreiz ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die Ursache des Juckreizes sollte ärztlicherseits abgeklärt werden. Fast immer treten in Verbindung mit Juckreiz Hauterscheinungen auf, umgekehrt werden die meisten Hauterscheinungen und Ekzeme von Juckreiz begleitet. Pruritus, wie die Mediziner den Juckreiz nennen, ist aber nicht stets gleichbedeutend mit Hauterkrankung. Viele interne Störungen kündigen sich durch einen quälenden Juckreiz an. Um nur einige Krankheiten zu nennen: Diabetes, Blut-, Nieren- und Lebererkrankungen, Gicht, hoher Blutdruck und Tumore. Juckreiz ist also nicht nur ein behandlungsbedürftiges Symptom, sondern gleichzeitig eine Aufforderung an den behandelnden Arzt, nach der Ursache zu fahnden. Juckreiz kann den Betroffenen bis zur Schlaflosigkeit peinigen. Kratzen ist nur eine unzulängliche Eigenhilfe. Die zahlreichen Salbengemische, ganz besonders die cortisonhaltigen, sind ebenfalls keine Dauerlösung. Aus der Naturheilkunde bieten sich lohnende Maßnahmen an.

Kneipp:

Güsse auf die betroffenen Körperteile; die lindernde Temperatur muß selbst herausgefunden werden. Meist wirkt ein starker Wechsel günstig: gut warm und so kalt wie möglich. In anderen Fällen mögen kleine Temperaturdifferenzen eine bessere Wirkung haben: z. B. Wechselguss 34°-24°. Der Wechsel kann statt dem üblichen 2x öfters vollzogen werden.

Auch die Bäder richten sich in ihrer Temperatur nach der Verträglichkeit; als Zusatz kommen Weizenkleie, Milch- Molke, Kamille und Malve (Blüten- oder Blätterabsud) in Anwendung. Der abschließende kalte Guss wirkt lindernd; Wickel und Umschläge ebenfalls auf die betroffenen Körperteile: kühlende Wickel ohne wärmendes Zwischentuch mit Wasser oder Lehmwasser.

Diät:

Reizlose, gewürzarme, salzarme Kost; auf Nahrungsmittel achten, die gegebenenfalls einen allergischen Juckreiz aus- lösen können, z. B. bestimmte Obst -und Gemüsesorten.

Tee:

Zinnkraut, Hagebutten, Wacholder, Birkenblätter, Schafgarbe, Stiefmütterchen, Brennesselblätter, Holunderblätter, Holunderblüten ii ad 100,0 Tgl. 3×1 Tasse, abends kalt ansetzen, morgens aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Antimon crudum        D4

Dolichos pruriens       D4

Sulfur                         D4

Je tgl. 3×1 Tabl. (können zusammen eingenommen werden).

Medikamente:

Verordnung von juckreizstillenden Salben und antiallergischen Medikamenten durch den Arzt.

Beachte:

Gerade beim Juckreiz ist der Dauergebrauch von cortisonhaltigen Salben abzulehnen. Gegen die Verwendung über einen kurzen Zeitraum ist nichts einzuwenden, z. B. juckende Schwellung nach Insektenstich. Bei trockener Haut, helfen einfache Fettsalben. – Auch an medikamentös bedingten Juckreiz denken!

Sonderformen des Juckreizes

1. Juckreiz am After (s. Hämorrhoiden)

2. Juckreiz im äußeren Scheidenbereich

a) bei Ausfluß (s. Frauenkrankheiten)

b) Nach Erlöschen der Ovarialfunktion im oder nach dem Klimakterium. Die Veränderungen der Haut und Schleimhäute, die sich mit dem Versiegen des Östrogenstromes jenseits der Wechseljahre einstellen, können zu einem qualvollen Juckreiz führen.

3. Psychosomatischer Juckreiz:
Ausdruckshilfe für seelische Disharmonie sind nicht nur die inneren Organe des menschlichen Körpers. Die Haut, das kommunikative Außenorgan des Körpers, reagiert auf Reize der Umwelt, aber auch die innere Erlebniswelt sendet Impulse in die äußeren Regionen. Denken wir nur an die Blässe des Gesichts bei Schreck und Angst oder an die Schamröte. Der Juckreiz ist ebenfalls ein vielseitiger Schausteller ungelebter Gefühle und ungestillter Bedürfnisse. Jedes Gebiet des Körpers kann heimgesucht werden. Besonders betroffen sind jedoch die Kopfhaut, die Gürtellinie und die Beine.

Kneipp:

Beruhigend wirken Vollbäder bzw. Sitzbäder, 33/34°, mit Kleie oder Kamille, anschl. Unterguss; weiterhin kühlende Auflagen mit Lehmwasser oder Kamille, kalt oder temperiert.

Diät und Tee:

s. Juckreiz

Homöopathie:

Psychosomatischer Juckreiz; s. Juckreiz

Pruritus im Analbereich:

Aesculus         D2

Capsicum        D3

Graphites        D8 aa ad 30,0

Tgl. 3×15 Tr.

Pruritus im Scheidenbereich:

Caladium seguinum    D2

Staphisagria               D4 aa ad 20,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

s. unter Juckreiz; beim Juckreiz der äußeren Scheide kommen auch östrogenhaltige Präparate in Frage, Verordnung durch den Arzt.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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