Gehaltsvergleich für Pflegekräfte und medizinisches Fachpersonal

Einkommen von Pflegekräften

Es ist vermutlich nicht abzustreiten, dass Pflegekräfte keinen einfachen Beruf haben. Sie tragen Verantwortung, teils gar Verantwortung für Personen, die ihren eigenen Willen nicht mehr äußern können. Auf der anderen Seite wird gerne thematisiert, dass die Arbeit der Pflegekräfte schlecht bezahlt wird. An dieser Stelle gibt es gewiss Gegenstimmen, doch Menschen, die sich um gebrechliche, alte oder kranke Personen kümmern, können eigentlich nicht gut genug bezahlt werden. Zumal hier auch die körperliche Anstrengung, die häufig besagt, dass der Job nicht lange auszuüben ist, berücksichtigt werden muss. Aber was bedeutet »wenig« im Vergleich mit anderen medizinischen Berufen? Und wie sieht der finanzielle Lohn für Pfleger im Vergleich mit Berufen aus, die nichts mit der Pflege oder Medizin zu tun haben? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Vergütung von Pflegekräften

Abbildung 1: Pflegeberufe gelten als nicht sonderlich gut bezahlt – aber wie hoch ist die Vergütung eigentlich? – Bildlizenz: © Rawpixel (CC0-Lizenz) / unsplash.com

Abbildung 1: Pflegeberufe gelten als nicht sonderlich gut bezahlt – aber wie hoch ist die Vergütung eigentlich?

Was verdienen Kranken- und Altenpfleger?

Auch in der Pflege gibt es Abstufungen bei den einzelnen Jobs. Das Gehalt eines Pflegers kann somit nicht auf alle anderen Pfleger gerechnet werden, da immer Faktoren mit entscheiden:

  • Qualifikation – der Pflegeberuf kann erlernt werden, es gibt aber auch Hilfspflegekräfte. Zugleich ist es möglich, ein Studium in dem Bereich abzuschließen, welches freilich das Gehalt erhöht.
  • Arbeitgeber – derselbe Pfleger verdient bei verschiedenen Arbeitgebern unterschiedlich. Wer bei einer öffentlichen Einrichtung oder einem öffentlichen Träger angestellt ist, erhält das Gehalt nach dem Tarifvertrag. Pfleger bei freien Einrichtungen hingegen müssen das Gehalt verhandeln. Dieses ist zumeist niedriger als das der nach Tarif angestellten. Je nach Pflegeeinrichtung kann das Einkommen sogar massiv nach unten abweichen.
  • Aufgaben – auch sie entscheiden über das Gehalt. Altenpfleger gehören generell zu denen, die schlechter bezahlt werden. Wer hingegen in der Gesundheits- und Krankenpflege beschäftigt ist, verdient wiederum mehr. Pfleger, die nun auch noch die Organisation übernehmen, stehen finanziell besser da als diejenigen, die nur pflegen. Zuletzt kommen die Jobmöglichkeiten, die nicht direkt mit der aktiven Pflege zusammenhängen: Pflegepädagogik, Forschung, Management.

Und wie verhalten sich die Gehälter nun durchschnittlich? Ein Überblick für Vollzeitkräfte:

  • Hilfskraft – das sind diejenigen, die häufig nur ein Jahr gelernt haben. Sie verdienen zwischen 1.400 und 1.800 Euro brutto.
  • Pflegefachkraft – Grundlage ist eine dreijährige Ausbildung. Das Gehalt beginnt meist bei 1.700 Euro brutto. Altenpfleger können bis zu 2.200 Euro brutto verdienen, Gesundheits- und Krankenpfleger bis zu 2.700 Euro brutto, wer im Kinderkrankenpflegebereich arbeitet, der kann mit einem Gehalt von 2.200 bis 3.200 Euro brutto rechnen.
  • Öffentlicher Dienst – schon reine Pflegehelfer verdienen hier zwischen 1.700 und 2.600 Euro brutto. Ausgebildete Kräfte beginnen bei 2.150 Euro brutto, studierte Kräfte bei 2.600 Euro.

Relativ gleich geregelt ist die Ausbildungsvergütung zwischen Auszubildenden im öffentlichen Dienst und denen, die eine duale Ausbildung bei öffentlichen Trägern absolvieren:

  • Erstes Jahr – 975,69 Euro
  • Zweites Jahr – 1.037,07 Euro
  • Drittes Jahr – 1.138,38 Euro

Die Zahlen mögen leicht variieren, doch weichen sie nicht stark nach unten ab. Wer seine Einkünfte genauer verstehen möchte, sollte sich generelle Infos über das Lesen von Gehaltsabrechnungen verschaffen. So lässt sich schnell nachhalten, welche Anteile vom eigenen Gehalt wofür verwendet werden.

Was verdienen andere Personen im medizinischen Bereich?

Vergleichbar mit dem Pflegeberuf ist ungefähr der Beruf der medizinischen Fachkräfte. Auch hier gibt es enorme Verdienstunterschiede, da schon die Art der Arztpraxis oder des Krankenhauses über das Gehalt entscheidet:

Das Problem ist, dass nicht alle Betriebe nach Tarif bezahlen. Ist dies der Fall, gilt bei Tarifgruppe 1:

  • Berufseinsteiger – 1.884 Euro
  • Ab dem 5. Jahr – 2.046 Euro
  • Ab dem 9. Jahr – 2.176 Euro
  • Ab dem 17. Jahr – 2.475 Euro

Wer in andere Tarifgruppen eingeteilt ist, verdient freilich mehr. Doch selbst in der höchsten Gruppe, Tätigkeitsgruppe VI, ist ab dem 17. Berufsjahr das Gehalt auf 3.713 Euro festgelegt.

Abseits der Tarifbezahlung gibt es massive Unterschiede bezüglich der Arbeitgeber, aber auch der Bundesländer. So verdienen MFA in Hamburg durchschnittlich 2.233 Euro brutto, während dieselbe Tätigkeit in Sachsen-Anhalt mit 1.703 Euro brutto vergütet wird.

Werden noch andere Berufe berücksichtigt, liegen sowohl Kranken- und Altenpfleger und MFA weit hinter:

  • Operationsschwester/-pfleger – 3.255 Euro durchschnittlich
  • Medizinisch-technische Assistenten – 2.790 Euro

Wie sieht das Gehalt von Pflegern im Vergleich mit anderen Ausbildungsberufen aus?

Es hilft Pflegern sicherlich nicht zu wissen, dass es Berufsgruppen gibt, bei denen das Gehalt noch niedriger ist, doch gibt es durchaus Ausbildungsberufe, deren Gehälter während der Ausbildung und später deutlich unter – aber auch über – dem eigenen Gehalt liegen:

  • Rechtsanwaltsfachangestellte – hier gibt es keinen Tarif, sondern nur wohlgemeinte Empfehlungen der Kammern, sodass Kanzleien recht frei entscheiden können. Zudem entscheidet das Bundesland über das Gehalt. In NRW sind beispielsweise Ausbildungsvergütungen von 350 – 900 Euro in den drei Lehrjahren üblich, das Einstiegsgehalt liegt bei ungefähr 1.500 Euro. Bessere Gehälter gibt es bei denen, die noch den Fachwirt machen.
  • Hotelfachangestellte – auch hier liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung bei mindestens 1.500 Euro, also dem Mindestlohn. Während der Ausbildung gibt es 700 Euro im ersten Lehrjahr und 900 Euro im dritten Lehrjahr.
  • Bürokaufleute – der Lohn ist branchenabhängig, sodass das Einstiegsgehalt zwischen 1.500 und 2.500 Euro variiert. Während der Ausbildung gibt es zwischen 550 und 950 Euro monatlich.
  • Maurer – um einen körperlich anstrengenden Beruf mit in den Vergleich aufzunehmen: Während der Ausbildung verdienen Maurer je nach Lehrjahr zwischen 680 und 1.400 Euro brutto. Das Einstiegsgehalt liegt bei ungefähr 1.800 Euro brutto.

Generell ist es bei nicht tarifangestellten Pflegern oder anderen Arbeitskräften immer schwer, das Gehalt zu vergleichen. Wohnort, Betrieb, Arbeitgeber sind nur einige der Faktoren, die Einfluss auf das Gehalt haben. So kann beispielsweise die Ausbildungsvergütung der dualen Ausbildung bei Rechtsanwaltsfachangestellten innerhalb eines Jahrgangs und der jeweiligen Klasse der Berufsschule mühelos um 300,00 Euro variieren.

Tipp für Betriebe:  Durch die Nutzung einer Buchhaltungssoftware erscheint die Gehaltsabrechnung letztlich ganz einfach. Mittlerweile lassen sich auch Daten zwischen den verschiedenen Programmen portieren, was für Wechsler interessant ist.

Vergütung von Pflegekräften

Abbildung 2: Krankenpfleger können durchaus ein gutes Gehalt erreichen, aber der weg ist mühselig. – Bildlizenz: © AlarconAdiovisual (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit – der Ausübungsfaktor ist das Problem

Pflegekräfte werden eventuell nicht nach den Zahlen betrachtet zu gering bezahlt, doch nach der Zeit, die der Beruf oft nur auszuüben ist. Nur wenige Pfleger halten von der Ausbildung bis zur regelmäßigen Rente die Arbeit körperlich durch, viele müssen den Beruf aufgeben und erleiden selbst körperliche Schäden. Wird dieser Faktor mitberücksichtigt, ist das Gehalt viel zu niedrig, da es kaum Chancen gibt, um wirklich anzusparen – zumal die Gefahr der Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit aufgrund körperlicher Einschränkungen mit jedem Berufsjahr größer wird.