Nervenentzündung (Neuritis und Neuralgie)

Nervenentzündung (Neuritis und Neuralgie)

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Die bekanntesten Nervenentzündungen sind die Trigeminusneuralgie, die schmerzhafte Entzündung eines Astes der dreigeteilten Gesichtsnerven, und die Ischiaserkrankung, die Entzündung des großen Beinnerven, der von der Lendenwirbelsäule über Gesäß und Kniekehle bis in den Unterschenkel und Fuß zieht.

Neuritis und Neuralgie meinen im Grunde genommen das gleiche, die schmerzhafte Entzündung eines Nerven. Im Allgemeinen ist die Neuritis schmerzhafter und anhaltender, während unter Neuralgie vorübergehende Schmerzzustände verstanden werden. Als Unterscheidungsmerkmal gilt der Druckschmerz, der bei der Neuralgie kaum, bei der Neuritis deutlich vorhanden ist. Hier soll noch hinzugefügt werden, daß der Weichteilrheumatismus in seiner Schmerzqualität einen ähnlichen Charakter annehmen kann, so daß zwischen Neuralgie und Muskel- oder Weichteilrheumatismus keine genaue Unterscheidung möglich ist. Hauptsymptom der Nervenentzündung ist der Schmerz in verschiedener Qualität und Intensität. Es werden an- und abschwellende, ziehende und bohrende Schmerzen angegeben. Nerven sind überall im Körper, dementsprechend können Nervenentzündungen oder Neuralgien an Kopf, Rumpf oder an Armen und Beinen auftreten. Eine besondere Bedeutung wird den Neuralgien im Brustbereich zugemessen, weil sie zu den verschiedensten Fehldiagnosen Anlaß geben können. Schmerzen im linken Brustbereich lassen natürlich in erster Linie an das Herz denken. Oft müssen innere Organe für einen fehlgedeuteten Nervenschmerz herhalten.

Die Ursache dieser oft quälenden Schmerzattacken ist keineswegs klar und eindeutig. Allen Krankheiten des rheumatischen Formenkreises haftet etwas Geheimnisvolles an, und dazu gehören auch die Nervenentzündungen und Neuralgien. Ein häufiger mitverursachender Faktor ist zweifellos die Unterkühlung eines Körperteils. Infektionskrankheiten verabschieden sich nicht selten unter Hinterlassung einer Neuralgie. Raumbeengung im Wirbelsäulenbereich durch Veränderungen an Bandscheibe und Wirbelkörper können durch Druck auf austretende Nerven Schmerzzustände in allen Körperteilen, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule auslösen. Aber auch das Seelische hat, wie fast bei allen Krankheiten, ein wichtiges Wort mitzureden. Für den aufmerksamen Arzt ist es kein Geheimnis, daß Menschen in Konflikt- und Streßsituationen, Menschen, die aufgrund ihrer seelischen Struktur am Leben leiden, mit Nervenschmerzen in allen Varianten viel häufiger heimgesucht werden als stabile Naturen, die das Leben mit der linken Hand meistern.

Im Zeitalter des Medikamenten- und Drogenmißbrauches, des Genusses und der Betäubung darf der Sonderfall einer Nervenentzündung nicht unerwähnt bleiben, die Alkohol-Neuritis. Während sich eine Neuralgie oder Neuritis nur auf einen Nerven bezieht, sind bei der Alkohol-Neuritis mehrere Nerven, meist die Beinnerven, betroffen. Die Patienten klagen über Schwäche und Unsicherheit beim Gehen sowie über Muskelschwund beider Beine. »Storchenbeine« ist die treffende Bezeichnung im medizinischen Sprachgebrauch.

Kneipp:

Bei dieser Erkrankung scheiden sich die Geister in der Wahl der wirksamen Mittel; warm oder kalt, das ist hier die Frage!

Aufgrund langer Erfahrung ist jedem Kneipparzt bekannt, daß beides richtig sein kann, wobei natürlich, wie auch bei vielen anderen Erkrankungen, die Verträglichkeit den Ausschlag gibt. Kalt grundsätzlich abzulehnen ist mit Sicherheit falsch. Die schönsten Erfolge sah ich nach Anlegen kalter Wickel. Es kommt natürlich auf die Lokalisation der Entzündung an. Eine Gesichtsneuralgie bedarf anderer Maßnahmen als eine Nervenentzündung am Körper.

Behandlungsvorschlag:

Tgl. 2x Wechselguss der betroffenen Gliedmaßen oder des betroffenen Körperteiles: Wechselschenkel-, Wechselarm-, Wechselunter-, Wechselober-, Wechselvollguss.

Wöch. 3x Heusack im Bereich der Wirbelsäule am Ursprungsgebiet des Nerven, z. B.

  • Ischias, Ischialgie: Heusack Kreuz;
  • Arm- und Schulterschmerzen: Heusack Nacken – Schulter;
  • Schmerzen im Körperbereich: Heusack auf die Schmerzstelle, jedoch wirbelsäulennah.

Statt Heusack auch kalte Wickel, Fußwadenwickel, Beinwickel, Armwickel, Unteraufschläger, Lendenwickel, Brustwickel mit Essigwasser.

Wie schon angedeutet, entscheiden der Erfolg und das persönliche Wohlbefinden über das Anlegen von Heusäcken oder Kaltwickel. Kriterium für den Erfolg des Kaltwickels ist stets die Selbsterwärmung des behandelten Körperteiles.

Teil- oder Vollbäder sollten erst im ausklingenden Stadium der Nervenentzündung genommen werden.

Bei der Trigeminusneuralgie ist der Erfolg Kneippscher Maßnahmen nicht in gleicher Weise eindeutig wie bei den anderen Neuralgien. Versucht werden können ein tgl. vorsichtig dosierter Wechselgesichtsguss und ableitende Heublumen-Wechselfußbäder.

Diät:

Keine Innereien, keine Wurst, Fleisch einschränken. Eine vitaminreiche Ernährung, viel Milchprodukte, Rohkost, Obst und Salate.

Tee:

Gänseblümchen

Wollblume

Weidenrinde

Johanniskraut

Zinnkraut

Lindenblüten aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; überbrühen, 10 Min. ziehen lassen.


Homöopathie:

Gelsemium                  D4

Aconitum                    D4

Arsenicum alb.           D4

Colocynthis               D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×15 Tr.

Bei Trigeminusneuralgie:

Iris                               D3

Spigelia                       D4

Gelsemium                  D4

Arsenicum alb.           D6 aa ad 40,0 Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Nach Verordnung des Arztes.

Beachte:

Bei der alkoholbedingten Mehrfach- Nervenentzündung ist die einzig sinnvolle Therapie: Alkoholentzug.

Jede länger anhaltende Nervenentzündung, oder Neuralgie bedarf zum Ausschluß eines ernsthaften Leidens ärztliche Begutachtung.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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