Prostataerkrankungen

Männliche Anatomie : Prosta

Männliche Anatomie : Prostataerkrankungen (Bildlizenz: Creative Commons – Bildautor: Male_anatomy_en.svg

Prostataerkrankungen

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Die Vorsteherdrüse umschließt die männliche Harnröhre in Blasenhöhe. Wie der Name verrät, steht das 20 g schwere Organ von der Größe einer Edelkastanie vor der Harnblase. Die Prostata dient nicht der Harnausscheidung, sondern ist Teil der Zeugungsorgane. Sie sondert ein milchig schleimiges Sekret ab, dem beim Samenerguss die Samenfädchen, die aus der Samenblase und den Hoden stammen, beigemischt werden. Während das Prostatasekret die sexuelle Funktion beim Mann bis ins hohe Alter stützt – es gibt natürlich individuelle Unterschiede – verliert sich die Produktion eines zeugungsfähigen Samens jenseits der Sechziger-Grenze. Die immer wieder zitierte Behauptung, daß die Zeugungsfähigkeit des Mannes bis ins hohe Alter erhalten bleibt, gehört zu den stets modernen Märchen, die sich die Männerwelt in eitler Selbstgefälligkeit zurechtgelegt hat.

1. Prostataentzündung

a) Akute Form

Wie jedes drüsige Organ des Körpers ist auch die Prostata gegenüber Infektionen anfällig. Bei einer akuten Entzündung kann es sogar zu Fieber kommen. Typische Beschwerden sind Brennen beim Wasserlassen, Harndrang, Druckgefühl in der Dammgegend, Kreuzschmerzen und ziehende Schmerzen, die in die Hoden, die Leisten und in die Nieren ausstrahlen.

Die Behandlung erfolgt wie beim Harnweginfekt. An erster Stelle steht die Chemotherapie. Ärztliche Behandlung ist schon wegen der bakteriellen Diagnostik notwendig.

Begleitende Kneippbehandlung:

Im fieberhaften Stadium tgl. 2x Heublumenauflage Leib, unterhalb des Nabels. Nach Abklingen der Temperatur tgl. Zinnkraut-Sitzbad, anschl. Knieguss oder Unterkörperwaschung.

Allgemeine Maßnahmen:

Bei Fieber oder starken Beschwerden Bettruhe.

Diät:

Reizlose, salz- und gewürzarme Kost; keine Wurst, keine Süßigkeiten; Milcherzeugnisse, Obst und Gemüse bevorzugen.

Tee:

  • Klettenwurzel
  • Mistel
  • Augentrost
  • Heidekrautblüten
  • Kürbiskerne
  • Weidenröschen aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse, abends kalt ansetzen, morgens aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.


Medikamente:

Chemotherapeutika und Zäpfchen nach Verordnung des Arztes.

Beachte:

Bei anhaltend hoher Temperatur und starken Schmerzen ist an eine Abszeßbildung in der Prostata zu denken. Urologisch ist Fachbehandlung notwendig, da möglicherweise der Abszeß eröffnet werden muß.

b) Chronische Form

Beim Beschwerdebild einer chronischen Prostatitis ist fast immer ein akutes Stadium vorausgegangen. Der Verlauf ist weniger stürmisch, ohne Fieber, jedoch mit typisch wechselnden Beschwerden: Ziehen im Genitalbereich, unangenehmes Druckgefühl im Bereich des Dammes und im Enddarm, zuweilen auch schmerzhafter Samenerguss. Bei Schwächung der Widerstandskraft durch Streß oder Erkältung kann ein chronisches Stadium mit allen Zeichen einer akuten fieberhaften Erkrankung zu einem akuten Prozeß reaktiviert werden. Die Behandlung entspricht dann den unter der akuten Primärerkrankung beschriebenen Grundsätzen.

Prognostisch ist die infektiöse Erkrankung der Prostata günstig. Mit der modernen Chemotherapie ist jedes Stadium dieser Erkrankung in den Griff zu bekommen. Die seltene Abszeßbildung in der Prostata läßt das Krankheitsbild bedrohlich erscheinen. Der notwendige Eingriff erfolgt durch den Facharzt.

Therapie:

Fachärztliche Beratung zur Abklärung, ob eine Chemotherapie erfolgen soll, ist notwendig: Keimbestimmung nach Prostata-Massage mit Untersuchung des Exprimates (vom lateinischen exprimere = ausdrücken).

Kneipp:

Tgl. ansteigendes Wechselfußbad bis 39° mit Heublumen oder Zinnkraut, statt dessen auch Wechselknieguss.

Wöch. 2x Heusack auf Blase. Im Wechsel zum Heusack auch Lehmpflaster im Dammgebiet (je nach Verträglichkeit); 2x Sitzbad oder 3/4-Bad mit Heublumen oder Zinnkraut bis 39°, anschl. Schenkelguss.

Diät und Tee:

s. akutes Stadium.

Homöopathie:

  • Sabal serrulatum         0
  • Pichi-Pichi                  D2
  • Belladonna                 D4
  • Cantharis                    D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Nach Verordnung des Arztes.

c) Kongestions- bzw. Stauungsprostatitis

Die Symptomatik gleicht der chronischen Prostataerkrankung, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied. Es treten nie Fieberschübe auf, und es gelingt niemals ein Erregernachweis. Eine antibakterielle Behandlung mit Chemotherapeutika wäre hier ein Schuß ins Blaue. Diese keimfreie Entzündung hat andere Ursachen! Seelische Spannungszustände, meist Partnerschaftsprobleme, suchen sich das für die sexuelle Harmonie verantwortliche Organ aus. Das psychotherapeutische Gespräch mit dem Ziel, an den Kern der verursachenden Problematik heranzukommen, hat Vorrang vor jeder anderen Therapie. Wie bei allen psychosomatischen Störungen gibt auch hier der Ort des Geschehens eindeutig Auskunft über den seelischen Konfliktbereich, die sexuelle Sphäre!

Kneipp:

Wie bei chronischer Prostatitis, als Badezusatz Baldrian oder Fichtennadel.

Diät:

Wie bei chronischer Prostatitis.

Tee:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse
  • Johanniskraut
  • Mistel
  • Heidekrautblüten aa ad 100,0

Tgl. 3 x 1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

  • Hypericum                  0
  • Sabal serrulatum         D2
  • Digitalis                      D4
  • Belladonna                 D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Nach Verordnung des Arztes.

2. Prostatavergrößerung oder Prostataadenom

Die Ursache der Prostatavergrößerung ist nicht einwandfrei geklärt. Sicher ist nur, daß zu den vielen Erkrankungen der Senioren zählt. Mehr als 50% aller Sechzigjährigen leiden unter Entleerungsstörungen der Harnblase aufgrund einer vergrößerten Prostata. Dabei ist zu beachten, daß nicht jede Prostatavergrößerung Beschwerden macht. Nur wenn sich die vergrößernde Prostata im Würgegriff um die Harnröhre legt, treten Beschwerden auf.

Im 1. Stadium, im Reizstadium, klagt der Patient über häufiges Wasserlassen am Tage und in der Nacht, über einen verzögerten Beginn des schwachen Harnstrahls, über Nachträufeln und über schlafstörende nächtliche Erektionen.

Im 2. Stadium kommt es bereits zur Restharnbildung, d. h., die Blase wird nicht mehr vollkommen entleert. Die genannten Beschwerden nehmen zu. Besonders morgens ist die Entleerungsfrequenz häufiger.

Im 3. Stadium ist die Blase stets gefüllt. Die Überlaufblase gibt von Zeit zu Zeit etwas Urin ab. Eine normale Entleerung der Blase ist nicht mehr möglich. In diesem in Stadium besteht durch Rückstau in die oberen Harnwege die Gefahr einer fortschreitenden Nierenschädigung.

Eine wirksame konservative Therapie der Prostatahypertrophie, die zur Verkleinerung des oft sechsfach vergrößerten Organs beitragen soll, kennen wir nicht. Die in reichlicher Anzahl zur Verfügung stehenden Medikamente können nur die Begleitstauung des vergrößerten Organs beseitigen und zugegebenermaßen die Beschwerden wesentlich lindern.

Therapie im 1. Stadium:

Kneipp:

Wie unter chron. Prostataentzündung, jedoch keine Lehmpflaster.

Diät:

Reizlose, blähungsarme Kost.

Tee:

  • Kürbiskerne
  • Klettenwurzel
  • Augentrost
  • Weidenröschen aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; abends kalt ansetzen, morgens aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

  • Chimaphila umbellata 0
  • Digitalis                      D4
  • Solidago                     D2
  • Sabal serrulat.             D2
  • Belladonna                 D4 aa ad 50,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Laut ärztlicher Verordnung.

Im Stadium 2 und 3, für dessen Diagnostik der Facharzt durch Restharnbestimmung zuständig ist, sollte die Operation nicht zu lange hinausgeschoben werden. Der Patient hat nur die Wahl zwischen Dauerkatheter, dessen Tragen außerordentlich lästig ist, und Operation, die natürlich rechtzeitig, bei gutem Allgemeinzustand, durchgeführt werden sollte.

Bei einer Vergrößerung der Prostata auf das Doppelte wird durch die Harnröhre hindurch elektroresektiert, während Organvergrößerungen höheren Ausmaßes oberhalb oder unterhalb des Schambeines durch eine offene Operation angegangen werden.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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