Wenn Medikamente starken Haarausfall auslösen

Unterschiedliche Ursachen von Haarausfall

Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen Erbgut, Stress, aber auch Medikamente, die laut Dermatologen wesentlich häufiger Schuld am Haarausfall sind, als vermutet.

Haarausfall durch Medikamente

Haarausfall durch Medikamente – (C) Bildlizenz: Arek Socha / Pixabay

Unterschieden wird bei Haarausfall in vier grundlegende Formen der Alopezie: erblich bedingter Haarausfall, stressbedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall. An den zugrundeliegenden Haarausfall Ursachen und Symptomen können diese voneinander abgegrenzt werden. Lösen Arzneimittel starken Haarverlust aus, ist die Folge meist diffuser Haarausfall.

Wie beeinflussen Medikamente das Haarwachstum?

Das Haarwachstum verläuft zyklisch und gliedert sich in drei verschiedene Phasen. Wenn ein neues Haar von einem Haarfollikel ausgebildet wird, befindet es sich zunächst in der Wachstumsphase, bevor es nach zwei bis sechs Jahren in die Übergangsphase eingeht und dann während der Ruhephase ausfällt. Anschließend wächst bei gesundem Haarwuchs ein neues Haar nach. Dieser Zyklus wiederholt sich durchschnittlich 14 mal.

Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. So sorgt der Körper dafür, dass immer ausreichend Haare vorhanden sind. Wird das Haarwachstum durch die Inhaltsstoffe einer Arznei negativ beeinflusst, kann es deshalb zu starkem Haarausfall kommen.

Welche Medikamente können Haarausfall Ursachen sein?

Viele Medikamente, die Haarausfall auslösen können, sind bekannt und werden häufig von Ärzten verschrieben.

  • Beta-Blocker

Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht. Auch ACE-Hemmer können auf ähnliche Art und Weise Haarausfall verursachen.

  • Ibuprofen

Viele Menschen haben Ibuprofen als Schmerzmittel in der Hausapotheke. Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen. Wie häufig dieser Effekt auftritt, ist unklar, jedoch zeigten Tests, dass über die Hälfte der Testpersonen nach regelmäßiger Einnahme von Ibuprofen über Probleme mit den Haaren klagten.

  • Blutverdünner

Damit es, besonders nach Operationen, nicht zu Blutgerinnseln kommt, die tödlich enden können, nehmen viele Menschen Blutverdünner. Heparin ist dabei eines der gängigsten Arzneimittel und eine der Haarausfall Ursachen. Denn Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall. Die Haare wachsen nach, sobald das Medikament abgesetzt wird und die Haarfollikel sich regenerieren konnten.

  • Akne-Mittel

Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Retinoide sind eng mit Vitamin A verwandt, welches die Haarfollikel im Normalfall schützt. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren. Keratin ist ein wesentlicher Bestandteil der Haarstruktur. Durch die Einwirkung kann Dichte, Verteilung und Farbe der Körperbehaarung beeinflusst werden. Wer von Haarausfall betroffen ist, kann sich oft einfach ein anderes Präparat verschreiben lassen, um die Haarausfall Ursache zu eliminieren.

  • Antidepressiva

Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Diese dauert im Normalfall ungefähr drei Monate, bevor das Haar abstirbt. Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt. Es kommt zu frühzeitigem, verstärktem Haarausfall und das Haar wird insgesamt dünner. Die Nebenwirkung kann noch bis zu einem Jahr anhalten, nachdem das Medikament bereits abgesetzt wurde.

Auch folgende Medikamente können mögliche Haarausfall Ursachen sein:

  • verschiedene Antibiotika
  • Medikamente gegen Rheuma
  • Schilddrüsenmedikamente
  • Antibabypille mit hohem Gestagen-Anteil
  • Chemotherapeutika
  • Lipidsenker
  • Medikamente gegen Epilepsie
  • Medikamente gegen Schuppenflechte

Starkem Haarausfall entgegenwirken

Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden. Doch nicht immer ist es möglich, ein Medikament abzusetzen oder auf eine andere Therapieform umzustellen.

Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Bei Laboruntersuchungen konnten keinerlei Nebenwirkungen festgestellt werden.

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