Gelenkrheumatismus (Polyarthritis)

Gelenkrheumatismus (Polyarthritis)

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Der Gelenkrheumatismus (Polyarthritis) ist im Gegensatz zur Arthrose, dem Gelenkverschleiß, keine isolierte Erkrankung der Gelenke, sondern eine Erkrankung des gesamten Organismus. Vorzugsweise mitbetroffen sind häufig das Herz, die Gefäße, manchmal auch die Haut und die Augen. Die Erkrankung verläuft in Schüben, wobei die Gelenke einem Destruktionsprozeß anheimfallen und sich deformieren. Betroffen sind besonders die Fingergrundgelenke, die Hand- und Fußgelenke. Aber auch die großen Gelenke wie Knie-, Schulter- und Hüftgelenke bleiben von dem chronisch entzündlichen Prozeß nicht verschont.

Rheumatoide Arthritis an einer Hand

Rheumatoide Arthritis an einer Hand – Urheber: James Heilman, MD – Lizenz: Creative Commons

Eine Sonderform des Gelenkrheumatismus stellt der Morbus Bechterew dar. Hier spielen sich die chronisch entzündlich-deformierenden Gelenkprozesse vorwiegend an der Wirbelsäule ab.

Die Ursache dieser heimtückischen Erkrankung lag lange Zeit im Dunkeln. Heute wissen wir, daß primär bestimmte Bakterien, die Streptokokken, meist über den Nasen-Rachenraum in den Organismus eindringen und das Körpergewebe zu Gegenmaßnahmen herausfordern. Das Schlachtfeld dieser allergischen Auseinandersetzung sind in erster Linie die Gelenke, zuweilen auch das Herz, das Gefäßsystem, die Haut und andere Organe.

Die chronische Polyarthritis ist ein Leiden, das in Schüben verläuft. Hochentzündliche Phasen wechseln mit ruhenden Perioden. Auch wenn scheinbar ein Stillstand im Krankheitsbild eingetreten ist, kann es plötzlich und unerwartet zu einem akuten Rückfall mit schmerzhaften Gelenkschwellungen kommen. Wenn auch auf die medikamentöse Behandlung des Gelenkrheumatismus nicht verzichtet werden kann – Antirheumatika und Cortison sind in den meisten Fällen nicht zu umgehen -, so ist auch die Übungs- und physikalische Behandlung von größter Wichtigkeit.

In der physikalischen Therapie müssen wir zwischen dem akuten Schub und dem ruhenden Intervall streng unterscheiden. Grundsätzlich dürfen im entzündlichen Stadium nur kleine und kühlende Maßnahmen angewandt werden, während im ruhenden Stadium mit mehr Aktivität, mit warmen Bädern, großen Güssen und warmen Auflagen behandelt werden kann.

Akutes Stadium

Kneipp:

Tgl. Ober- oder Unterkörperwaschung, 2x Lehmpflaster kalt bis temperiert, Wickel mit Essigwasser oder Arnika auf die betroffenen Gelenke. Bei guter Verträglichkeit auch gelegentlich ein temperierter Wechselknie- oder Wechselarmguss, 33º/24°.

Allgemeine Maßnahmen:

Viel liegen; Luft-, aber keine Sonnenbäder; Gymnastik; leichtes Trockenbürsten; Blutegelbehandlung eines oder mehrerer betroffener Gelenke; Entbindung von belastenden Pflichten.

Es existiert keine ausgesprochene Heildiät für Gelenkrheuma. Die Kost soll vitamin- und mineralreich sein; keine Innereien, salzarm.

Tee:

Zinnkraut

Hagebutten

Wacholderbeeren

Brennesselblätter

Birkenblätter

Teufelskralle

Geißbart

Hauhechel       aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Acidum benzoicum e resina   D2

Dulcamara                              D4

Ledum                                               D2

Byronia                                   D4

Tgl. 3×20 Tr. oder

Acidum benzoicum e resina   D2

Phytolacca                              D4

Spiraea ulmaria                       D2

Colchicum                              D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×20 Tr.

Beachte:

Auch akut entzündliche Gelenke können im Sinne einer Dauergymnastik vorsichtig bewegt werden, z. B. ist Stricken bei entzündlichen Hand- und Fingergelenken eine ausgezeichnete Übung. Die Schmerzschwelle sollte allerdings bei Gymnastik und Übungsbehandlung nur in erträglichen Grenzen überschritten werden.

Rheumatoide Arthritis (Typisches Röntgenbild einer betroffenen Hand)

Rheumatoide Arthritis (Typisches Röntgenbild einer betroffenen Hand) – Urheber: Bernd Brägelmann – Lizenz: Creative Commons

 

Intervallstadium

Kneipp:

Tgl. Wechselknie-, Wechselschenkel-, Wechselunter- oder Wechselarmguss, ersatzweise auch Wechselfuß- bzw. Wechselarmbad mit Heublumen.

Wöch. 2x ¾-Bad mit Heublumen oder Wacholder oder Farnwurzel, anschl. temperierter Abguss, Bettruhe.

Allgemeine Maßnahmen:

Gymnastik und Trockenbürsten sind auch im chronischen Stadium von größter Wichtigkeit. Das Leiden wird durch eine mäßige Belastung der Gelenke auf keinen Fall verschlechtert. Täglich mindestens 2x 5-10 Min. Gymnastik nach Anweisung des Arztes oder Heiltherapeuten; 2x Trockenbürsten ca. 2 Min., ganz besonders der betroffenen Gelenke; gelegentlich Schwimmen in nicht zu kaltem Wasser, ca. 28-32°.

Medikamente:

Der Arzt hat zu entscheiden, welche Medikamente in Frage kommen. Die Goldbehandlung als Basistherapie leistet in vielen Fällen Ausgezeichnetes.

Beachte:

Strenge physikalische Maßnahmen sollten wegen der Gefahr eines Aufflackerns des entzündlichen Prozesses vermieden werden, z. B. Sauna, Unterwassermassagen, Sonnenbestrahlung, Blitzgüsse und ähnliches.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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