Kneippanwendungen zu Hause

Kneippanwendungen zu Hause

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Kneipp Sitzbad zu Hause

Kneipp Sitzbad zu Hause

Auf die Bezeichnung »Kneippkur zu Hause« wurde bewußt verzichtet, weil sich eine Kneippkur am Badeort vom »Kneippen« zu Hause sowohl in den Anwendungsmöglichkeiten als auch in der Zielsetzung wesentlich unterscheidet. Die »Kneippkur« ist ein geschlossenes Ganzes, ein Heilverfahren über einen befristeten Zeitraum, während die Kneippanwendungen zu Hause Teil eines umfassenden Gesundheitsprogrammes sind, die keiner zeitlichen Eingrenzung bedürfen. Eine Kneippkur allein innerhalb eines Zeitraumes von ein bis drei Jahren reicht nicht aus, um den gesundheitlichen Gewinn dieser Heilmaßnahme über den gesamten Zeitraum zu erhalten. Die häuslichen Kneippanwendungen verbinden sich mit anderen gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen, die in die Rubrik »Abhärtung« fallen.

Das Kneippen im Hause findet an den vorhandenen Möglichkeiten seine Begrenzung. Im Kurort übernimmt eine gelernte Fachkraft die Verantwortung für die Durchführung der Anwendungen. Zu Hause sind die meisten auf sich selbst angewiesen.

Anwendungen, die ohne Hilfspersonal zu Hause möglich sind:

Waschungen: alle.

Güsse: fast alle, ausgenommen der verlängerte Arm- und Oberguß; mit einiger Geschicklichkeit kann der Rückenguß selbst durchgeführt werden.

Bäder: alle; für das Sitzbad ist eine Sitzbadewanne notwendig; ein Improvisieren ist durch eine tiefe Duschwanne oder ä. möglich.

Wickel: Auflagen und Kompressen, Heusäcke und Lehmpflaster können überall dort allein angelegt werden, wo beide Hände noch bequem hinreichen; für Anwendungen an Rücken, Händen, Füßen und Schultern ist eine Hilfsperson notwendig; auch die großen Wickel wie Brust-, Kurz-, Unter- und Ganzwickel, der Ober- und Unteraufschläger können ohne fremde Hilfe nicht richtig durchgeführt werden; der Waden- und Lendenwickel sowie die nassen Strümpfe sind ohne fremde Hilfe möglich.

Dämpfe: gebräuchlich ist nur noch der Kopfdampf, der sich für den Hausgebrauch vorzüglich eignet.

Alle Anwendungen werden in zukünftigen Artikeln auf Rehacafe.de so ausführlich erläutert, daß sie auch ohne Vorkenntnisse eingeübt werden können.

 

Einrichtung eines Kneippbades zu Hause und Hilfsmittel für die Kneippkur

Es werden für die Kneipptherapie der einzelnen Krankheitszustände nur die Kneippanwendungen vorgeschlagen, die sich auch ohne allzu großen Aufwand im eigenen Heim durchführen lassen. Gewisse Voraussetzungen müssen jedoch gegeben, einige Gerätschaften und Hilfsmittel vorhanden sein, um mit Erfolg im Kneippschen Sinne hantieren zu können.

Zur Durchführung der wichtigsten Kneippanwendungen ist notwendig:

1.         Ein Badezimmer mit Badewanne und Mischbatterie.

2.         Eine Gießvorrichtung, die ein Mischen des Wassers von kalt über temperiert auf warm ermöglicht.

3.         Für die Kneippkur zum Gießen ist der Schlauch am günstigsten; das nach Abnahme des Brausekopfes aufschraubbare Gießrohr erfüllt den gleichen Zweck; ein Notbehelf ist die Brause, die abnehmbar und beweglich sein muß, damit sie am Körper entlanggeführt werden kann; die Durchführung eines Gesichtsgußes ist mit der Brause nur bedingt möglich; die Gießmöglichkeit sollte an oder in der Nähe der Badewanne sein; manche Badezimmer verfügen über eine Duschecke, die sich natürlich ideal für jeden Guß eignet, besonders dann, wenn neben der Brause noch ein Gießschlauch angebracht ist.

4.         Eine Fuß- und eine Armbadewanne, am besten aus Plastik.

5.         Für die wichtigsten Kneippwickel: ein Hals-, ein Lenden-, ein Brust- und ein Wadenwickel (s. Technik der Wickel) und Kneippstrümpfe (nasse Strümpfe); 2-3 gebrauchsfertige Heusäcke sollten ebenfalls vorhanden sein (in Apotheken und Drogerien erhältlich).

6.         Die Badezusätze richten sich natürlich nach den jeweiligen Bedürfnissen. Zur Standardausrüstung gehören: Heublumen, Fichtennadel, Melisse und Thymian. Für die kleinen Bäder werden die dunklen Badeextrakte, für die großen Bäder zur Schonung der Wanne die Ölbäder verwendet. Die übliche Badewanne des normalen Haushaltes ist nicht säurefest. Die weiße Emaillierung wird durch häufige Bäder mit den dunklen zähflüssigen Badeextrakten angegriffen, wird rau und unansehnlich. Zur Reinigung der Wanne sollten keine aggressiven Putzmittel verwendet werden! Ölbäder hinterlassen übrigens keinen Rückstand. Die kleinen Plastikwannen sind unempfindlich und vertragen auch die dunklen Badeextrakte. Die notwendigen Mengen, die in Vorrat gehalten werden, richten sich natürlich ebenfalls nach dem vorhandenen Platz. Je ein Kilogramm von den dunklen Extrakten genügt, während die Ölbäder im praktischen Originalbehälter in Apotheken, Drogerien und Fachgeschäften erhältlich sind.

7.         Als Wickelzusätze gehören in den Vorrat: Retterspitz äußerlich, ein Kilogramm Lehm oder Heilerde und 100g Arnikatinktur. Weinessig und Salz sind ohnehin in jedem Haushalt vorhanden.

8.         Für den Kopfdampf benötigen wir je 200g Kamillen- und Salbeitee, den wir zu gleichen Teilen gemischt ebenfalls in den Kneippvorrat geben.

Die Fuß- und Armbadewanne findet am besten im Badezimmer ihren Platz. Die relativ schmale Armbadewanne kann in die Fußbadewanne gestellt werden, so daß zur Unterbringung beider Wannen wenig Platz benötigt wird.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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