Herzschwäche

Herzschwäche

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Wir müssen deutlich trennen zwischen dem Gefühl des schwachen Herzens und einem echten Nachlassen der Herzkraft. Leistungsschwäche, schnelle Ermüdbarkeit, Neigung zu Schwindel sind keine typischen Zeichen eines kraftlosen Herzens. Die Leistungsschwache des Herzens macht vor allen Dingen keine Schmerzen, wenn nicht gleichzeitig eine Angina pectoris besteht. Das klassische Symptom bei Nachlassen der Herzkraft ist stets die Atemnot bei Anstrengungen. Wenn nach einer Infektionskrankheit, nach einem langen Krankenlager oder im höheren Alter plötzlich Atembeschwerden und Luftnot auftreten, dann ist immer die Frage nach der Leistungskraft des Herzens zu stellen. Leider ergibt das EKG, die Herzstromkurve, nicht immer ein klares Bild über die Herzkraft. Auch andere technische Apparaturen lassen uns zuweilen im Stich, wenn es darum geht, ein echtes Bild über die Kraftreserven des Herzens zu erhalten. Das genaue Hinhören des Arztes, das Erfragen ganz spezifischer Beschwerden und die körperliche Untersuchung mit regelmäßigen Blutdruck- Kontrollen führen schließlich zu einer Erfahrungsdiagnose.

Atemnot, Herzklopfen bei Anstrengungen, Nachlassen der allgemeinen Leistungsfähigkeit, nächtliches Wasserlassen, das Bedürfnis, im Bett hoch zu liegen, Anschwellen eines oder beider Beine, vermehrt Schlafstörungen und Spannungsgefühl im Leib sind Hinweise, noch keine Beweise, für eine beginnende oder schon bestehende Herzschwäche.

Eine echte Herzinsuffizienz wird zur Gewißheit, wenn

1. die genannten Symptome in der Mehrzahl vorhanden sind,

2. sich keines der Symptome durch eine andere Krankheit oder durch nervöse Störungen erklären läßt,

3. der Beginn der Symptome zeitlich fixiert ist, z. B. »seit einem halben Jahr verspüre ich mehr Atemnot«,

4. die Beschwerden im höheren Alter, nach einer Krankheit oder Operation auftreten,

5. die Beschwerden mit typischen Angina-pectoris-Anfällen einhergehen,

6. Herzentlastende und die Herzkraft hebende Medikamente eine deutliche Besserung erbringen.

Therapie:

Die Behandlung einer echten Herzinsuffizienz ist ohne Digitalis (roter Fingerhut) oder Strophantin (Strophantussamen) problematisch, wenn die Lebensqualität verbessert und das Leben verlängert werden soll. Während Strophantin nur in bestimmten Fällen, meist für den akuten Notfall, in Frage kommt, stehen uns als Langzeittherapeutika eine Vielzahl wirksamer Digitaliskörper zur Verfügung. Das Schlagwort vom Herzgift »Digitalis« verliert seine Bedeutung, wenn Nebenwirkungen und Dosierung vom Arzt gewissenhaft überwacht werden. Kaum ein Medikament unserer modernen Medizin bestimmte so segensreich die Herztherapie wie die Glycoside des roten Fingerhutes. Neben dieser medikamentösen Therapie haben im unterstützenden Sinn die Kneipp- und physikalischen Maßnahmen ihre Berechtigung.

Kneipp:

Tgl. leichte Anwendungen: Oberkörper-, Unterkörperwaschung, Wechselarm-, Wechselknieguss, statt dessen auch Wechselarm- bzw. Wechselfußbad mit Melisse oder Thymian.

Wöch. 2 x Auflage auf Herz, 2 x Fußwadenwickel, 1 x Lendenwickel, 1-2 x 3/4-Bad mit Rosmarin, anschl. Unterguss, bei niedrigem Blutdruck; 1-2 x 3/4-Bad mit Melisse, anschl. Unterguss, bei normalem Blutdruck; 1-2 x 3/4-Bad mit Baldrian, anschl. Unterguss, bei hohem Blutdruck.

Allgemeine Maßnahmen:

Leichte Gymnastik, Trockenbürsten, besonders Arme, Rücken, Brustbereich, 2x tgl. Spazierengehen, ca. 20 Min. Wöch. l-2x Schwimmen, wenn keine Atemnot auftritt. Leichte sportliche Betätigung.

Diät:

Übergewicht verhindern, leicht verdauliche, salzarme Kost, keine blähenden Speisen, Magen-Darm-Kanal nicht mit Salat und Rohkost überladen. 2 x wöch. Milchtage, fettarm und wenig Süßigkeiten.

Tee:

Rosmarin

Birkenblätter

Weißdorn

Raute

Ginster

Thymian

Melisse            aa ad 100,0

Tgl. 3 x 1 Tasse; überbrühen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Crataegus                   0

Oleander                     D2

Apocynum                  D2

Adonis vernalis          D2

Cactus                        D2

Convallaria                D2 aa ad 60,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Digitaliskörper, Betablocker, A-C-E-Hemmer und Kalziumantagonisten nach Verordnung des Arztes.

Beachte:

Kein Nikotin, Alkohol in vernünftigen Mengen, auf Risikofaktoren achten: Diabetes, hoher Blutdruck, Übergewicht, erhöhte Fettwerte im Blut.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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