Was macht eine gute Luftqualität aus?

Luftqualität

Jeder kennt es. Man tritt in der Stadt hinaus ins Freie und die Nase und Atemwege werden mit aufgestauter Hitze, Abgasen, Schmutz und dem Geruch unzähliger Duftstoffe penetriert. Ebenso kennt jeder die andere Seite: Die frische, leicht salzige Luft hoch im Norden, in der Schmutz oder Abgase nur erahnt werden können. Derselbe Genuss ergibt sich teils im Süden des Landes. Etliche bayerische Gemeinden dürfen sich »Luftkurort« nennen. Aber was bedeutet diese Bezeichnung? Oder was macht gute Luft überhaupt aus? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Meer

An der See herrscht generell recht gute Luft – doch was macht gute Atemluft eigentlich aus? – Bildlizenz © Vanessa_BMS (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Wann kann ein Ort Luftkurort werden?

Wer sich mit Luftkurorten beschäftigt, der stellt schnell fest, dass es Kriterien, aber auch Unterschiede geben muss. Immerhin ist die Luft auf einer verlassenen Hallig doch anders, als in einer Gemeinde in Garmisch-Partenkirchen. So ist es auch, dass zwar alle Luftkurorte bestimmte Eigenschaften aufweisen, sich aus medizinischer Sicht aber an verschiedene Patienten richten. Grundsätzlich gilt:

  • Gutachten – die Ortschaft muss besondere Eigenschaften aufweisen, die für die Gesundheit und die Erholung nützlich sind. Hier sind besondere das Klima und die Luft wichtig. Das Gutachten wird von den jeweiligen Bundesländern in Auftrag gegeben und muss regelmäßig erneuert werden.
  • Keine Maßnahmen – in Heilbädern müssen stationäre Kurmaßnahmen angeboten werden, dies ist bei Luftkurorten nicht der Fall. Daher beantragen gerade Gebiete das Prädikat, wenn sie sich dadurch einen Tourismusvorteil erhoffen. Denn sobald der Ort Erholungs- und Luftkurort ist, dürfen Gemeinden Kurtaxen erheben.

Die Vorschriften für Luftkurorte sind in Deutschland durchaus verschieden:

  • Bayern – der Ort muss ein bewährtes therapeutisches Klima besitzen, welches wissenschaftlich anerkannt ist. Ebenfalls schreibt Bayern vor, dass ortsspezifische Kuren vorhanden sein und den Gästen zur Verfügung stehen müssen.
  • Hessen – die ortsspezifischen Gegebenheiten müssen dem Qualitätsstandard für Kurorte und Heilbäder entsprechen.

Die Lage des Ortes entscheidet durchaus, wie sich der Aufenthalt auf ein bestehendes Leiden auswirkt. Einige Beispiele:

  • Asthma/Allergiker – sie können in alle Luftkurorte, unabhängig davon, ob sie im Gebirge oder am Meer liegen. Die Schadstoff- und Pollenbelastung ist auf einer Alm stets geringer, als im Tal. Auch die Seeluft ist bestens geeignet.
  • COPD – für sie eigenen sich keine Luftkurorte in den Bergen, da der Sauerstoffgehalt in der Höhe abnimmt.

Wer wirklich aufgrund einer bestehenden Atemwegserkrankung oder einer starken Allergie an einen Luftkurort fahren möchte, der sollte vorab schon die Umgebung prüfen. So gibt es in den Mittelgebirgen oder im Sauerland und Niedersachsen durchaus Luftkurorte, deren Luft zwar rein ist, jedoch in den Sommermonaten nicht frei von Pollen.

Was kann die Atemluft »verschmutzen«?

Grundsätzlich ist die Luft, die wir atmen, alles andere als sauber. Selbst ohne den menschlichen Faktor mischen sich Schmutz- und Staubpartikel und weitere Bestandteile in die Luft, die sie verunreinigen. Das Problem ist vielmehr, dass die Verschmutzung zu groß wird – eine Problematik, die sich massiv in den Innenstädten zeigt. Grundsätzlich verschmutzen folgende Stoffe die Luft:

  • Staub – Staubpartikel kommen überall vor, unabhängig davon, ob Menschen zugegen sind oder nicht. In einer gewissen Konzentration steckt der menschliche Körper die Partikel mühelos weg, da die Atemwege eigene »Schmutzfänger« und Abwehrmechanismen haben. Steigt der Staubgehalt jedoch zu sehr an, kann der Körper ihn nicht mehr aus der Luft filtern. Hinzu kommt, dass der Staub alles andere als natürlich ist: von Bauschutt bis hin zu Partikeln von Dämmwolle ist alles in ihm enthalten.
  • Feinstaub – das ist der Staub, von dem überall die Rede ist. Feinstaub ist gewöhnlicher Staub, der jedoch auf vielen Weisen immer wieder zerkleinert wird, bis er mikroskopisch klein wird. Diese Partikel werden von den natürlichen Schutzmechanismen nicht mehr abgefangen und dringen gleich bis tief in die Lunge vor.
  • Abgase – sämtliche Abgase, ob von Fahrzeugen, Fabriken, aber auch von Zigaretten oder dem Ausstoß von Klimaanlagen sind ebenfalls Schmutzprobleme.
  • Natürliche Faktoren – Blütenpollen, kleinste Insekten, aber auch die typischen »Abgase«, die in nicht gelehrten Mülltonnen oder beim Gülle ausfahren auf dem Feld entstehen, belasten die Luft. Hinzu kommen natürlich die tierischen Ausscheidungen.

Die Luftqualität nimmt gerade dann rapide ab, wenn die Luft zu stehen scheint. An windlosen Tagen oder in Lagen, in denen kein wirklicher Luftaustausch möglich ist, lagern sich die Schmutzpartikel ein und verdrängen nach und nach den Sauerstoffgehalt. Dies ist mitunter der Grund, warum es im Sommer – und an manchen Wintertagen – so scheint, als laufe man gegen eine Wand, wenn ein Innenstadtgeschäft verlassen wird.

Wie lässt sich zu Hause für gute Atemluft sorgen?

Luftkurorte

Viele Luftkurorte liegen auch in den Bergen. – Bildlizenz © Al-Mut (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fakt ist: Selbst der größte Umweltfreund kann alleine nichts machen, um die Luft im Außenbereich zu verbessern. Dafür gibt es aber Möglichkeiten, wenigstens für eine frische Raumluft zu sorgen:

  • Natürliche Mittel Pflanzen reinigen die Luft und manche Grünpflanzen schaffen es sogar, Koch- oder gar Zigarettengeruch aus der Luft zu filtern. Wer eine angenehme Raumluft wünscht, investiert in Grünpflanzen.
  • Partikelfilter – im Haushalt verursachen die meisten Menschen massiven Feinstaub – und die Belastung steigt nach dem Staubsaugen. Es sollte unbedingt auf einen neuen Staubsauger mit Partikelfilter und HEPA-Filter geachtet werden. Tipp: Hinten am Gerät befindet sich vor dem Motor ein Gitter, welches mit einem zusätzlichen Filter verdeckt ist. Dieser Filter wird ständig vergessen, doch er ist der Feinstaub-Verteiler schlechthin.
  • Ionen-Luftreiniger – es gibt wunderbare Ionen-Luftreiniger, die dabei helfen, Schmutzpartikel aus der Atemluft zu binden und die Luft sauber zu halten. Die Geräte haben sogar noch den Vorteil, dass sich die Ionen ebenfalls an Luftbestandteile setzen, die für Gerüche zuständig sind.
  • Fenstergitter – sicherlich kann kein Fliegengitter kleinste Partikel abhalten, doch erschweren sie Pollen und größeren Staubpartikeln durchaus den Weg ins Innere.

Natürlich darf auf das Lüften nicht verzichtet werden. Hier hilft immer wieder das Stoßlüften mit massiver Zugluft. Gut ist, wenn die Möglichkeit besteht, zu ruhigen Zeiten zu lüften: frühmorgens, spätabends oder nachts. 

Fazit – saubere Luft erfordert Anstrengung

Gerade diejenigen, die im eigenen Heim aus gesundheitlichen Gründen auf saubere Luft angewiesen sind, müssen Einiges bewältigen, um den Dreck der Außenluft nicht im eigenen Heim zu haben. Zumindest gibt es Luftkurorte, an denen sich Betroffene erholen können. Doch auch hier gilt: aufpassen, ob der Ort für einen selbst geeignet ist.