Wechseljahre – Klimakterium

Wechseljahre – Klimakterium

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Wechseljahre / Klimakterium

Wechseljahre / Klimakterium – © panthermedia.net /
Paul Simcock

Der klassische Begriff des Klimakteriums bezieht sich ausschließlich auf das weibliche Geschlecht. Wenn sich auch beim Manne nach dem 50. Lebensjahr eine Veränderung seines Lebensgefühls, ein Nachlassen seiner Leistungsfähigkeit, vielleicht auch seiner sexuellen Potenz ankündigt, also auch beim Mann >Wechseljahre< auftreten, sind die Wechseljahre bei der Frau unmittelbarer und einschneidender in ihren Beschwerden. Mit dem Aufhören der Eierstocktätigkeit versagt ihr die Natur weiterhin die Fähigkeit der Fortpflanzung. Gewiß ist in einer Zeit weltweiter Übervölkerung der generative Prozeß nicht mehr das höchste und größte Glück auf dieser Erde. Trotz allem, die Gewißheit um den Verlust der Fruchtbarkeit und die damit verbundene Angst der Einbuße an weiblicher Anziehungskraft gehören zu den großen Reifungskrisen im Leben einer Frau.

Mit einer letzten Blutung sind die Wechseljahre abgeschlossen, es beginnt die Menopause. Die natürliche Schwankungsbreite der Wechseljahre liegt zwischen dem 46. und 55. Lebensjahr. Eine Frühmenopause (Aufhören der Menstruation) kann bereits zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr eintreten, während bei einem Aufhören der Regelblutungen zwischen dem 56. und 58. Lebensjahr von einer Spätmenopause gesprochen wird.

Beginn und Länge der Wechseljahre unterliegen erheblichen Schwankungen, wobei die Ursachen verschieden sein mögen. Familiäre und soziale Gegebenheiten, vor allen Dingen auch Klima, Lebensbedingungen, Erziehung, psychische Einflüsse und nicht zuletzt die innere Einstellung gegenüber der Sexualität bestimmen die Lebensdauer des hormonellen Zusammenspiels, das letztlich für den Regelmechanismus verantwortlich ist.

Der Begriff »Wechseljahre« macht bereits deutlich, daß ein Übergang von der Vollfunktion der Eierstöcke bis zum letzten Eisprung niemals abrupt erfolgt, sondern sich über Jahre hinzieht. Wenn sich im 5. Lebensjahrzehnt die Östrogenproduktion langsam vermindert, fängt die übergeordnete Hypophyse (Hirnanhangdrüse) vermehrt zu arbeiten an. Auch die Schilddrüse und die Nebennierenrinde werden in diese hormonelle Fehlregulation mit einbezogen.

Die zahlreichen klimakterischen Beschwerden verlieren viel von ihrer seltsamen Eigentümlichkeit, wenn man zu ihrem Verständnis das hormonelle Verwirrspiel aufklärt. Die beginnende hormonelle Erschöpfung der Eierstöcke alarmiert die Zentrale im Gehirn, den Hypophysenvorderlappen, ein kaum erbsengroßes Gebilde an der Gehirnbasis. Über einen langen Zeitraum werden spezifische Wirkstoffe produziert, die auf dem Blutwege die beiden Eierstöcke zur vermehrten Eireifung anregen. Trotz eines niedrigen Östrogenspiegels und Ausbleiben des Eisprungs vermehren sich die Blutungen. Mit fortschreitenden Wechseljahren werden weitere hormonproduzierende Drüsen in Mitleidenschaft gezogen. Die Schilddrüse und die Nebennierenrinde versuchen durch vermehrte Tätigkeit dem Organismus einen helfenden Dienst zu erweisen, wenn sie ihre Sendboten ausschicken, um nach dem Rechten zu sehen. Bis sich diese Drüsen überzeugt haben, daß auch mit ihrer Hilfe die generativen Organe, die Eierstöcke, nicht mehr zu reaktivieren sind, haben sie durch ihre vermehrte Hormonproduktion genug Unruhe gestiftet:

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Ohrensausen, Herzklopfen, Schwindel, Brustbeschwerden, Wasseransammlungen in verschiedenen Körperpartien, vermehrter Appetit, unerwünschte Fettpolster und vor allen Dingen nervöse Beschwerden. Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen bis zur grenzenlosen Traurigkeit sind häufig die unerwünschten Begleiter dieser hormonellen Dysregulation im Klimakterium.

Die Einheit des hormonellen Reglersystems mit seinen Auswirkungen auf Körper und Seele wird in keiner Lebensphase so deutlich wie gerade im Klimakterium der Frau. In dieser Zeit der Verunsicherung, der leidvollen Prüfung sollte ihr die partnerschaftliche Liebe in vollem Umfange zuteil werden. Geborgenheit und Anerkennung benötigt sie gleichermaßen wie gleichbleibende Zuneigung im Sexualbereich.

Die geschilderten Wechseljahrbeschwerden müssen keineswegs jedes Frauenleben belasten. Es gibt Frauen, deren Periode von einem Tag zum anderen ausbleibt, ohne das körperliche Wohlbefinden zu beeinflussen. Diese unbeschwerte Verlaufsform des Klimakteriums ist allerdings eine seltene Ausnahme. Beschwerden verschiedener Intensität bestimmen den Normalverlauf des weiblichen Klimakteriums.

Es gibt zahlreiche, durchaus erfolgreiche Möglichkeiten, den sich über Jahre hinziehenden Schwebezustand der zur Ruhe kommenden Genitalfunktion zu überbrücken. Zumindest lassen sich die als außerordentlich störend empfundenen Hitzewallungen mit Blutandrang zum Kopf und die nächtlichen Schweißausbrüche auf ein erträgliches Maß reduzieren. Noch vor Jahren glaubte man mit der Hormontherapie den Griff in die Wunderkiste perfekter Medizin getan zu haben, wenn nach Gabe der Östrogene alle Beschwerden wie von Zauberhand verschwanden. Heute wissen wir, daß auch diese Mittel, wie alle anderen wirksamen chemischen Medikamente, ihre Nebenwirkungen haben. Letztlich muß der Arzt von Fall zu Fall entscheiden, ob er der Hormontherapie, einer leichten Sedierung oder einer Behandlung nach Kneipp den Vorzug geben will.

Kneipp:

Tgl. Wechselarmguss und Wechselknieguss, statt dessen auch Wechselarmbad und Wechselfußbad mit Fichtennadel; die tgl. Ganzwaschung ist dem tgl. Vollguss (Wechseldusche) vorzuziehen.

Wöch. 1x Vollbad mit Fichtennadel, anschl. Abguss; lx Sitzbad mit Heublumen, anschl. Schenkelguss; bei guter Verträglichkeit 2x wöch. kaltes Halbbad 18º/20 Sek.; die kleinen Kaltanwendungen wie Armbad und Wassertreten in der Badewanne können zu beliebigen Zeiten 1-2x tgl. durchgeführt werden; besonders wirksam in der Zeit der Wechseljahre ist eine jährliche Kneippkur von 3-4 Wochen.

Allgemeine Maßnahmen:

Wie unter Abhärtung beschrieben; Luft- und Teilsonnenbäder sind bevorzugt anzuwenden; Schwimmen im nicht zu warmen Wasser (Obergrenze 29°); klimatische Kuren und Aufenthalt am Meer wirken ausgleichend.

Diät:

Vitamin- und kalkreiche, fleischarme Ernährung; Diätwurst bevorzugen; Salz und gewürzarme Kost; Obst- und Safttage regulieren nicht nur das Gewicht, sondern lindern auch die nervös vegetative Übererregbarkeit.

Tee:

  • Johanniskraut  40,0
  • Frauenmantel
  • Hopfen
  • Salbei
  • Boretsch         aa ad 100,0

Tgl. 3x 1 Tasse; überbrühen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

  • Cimicifuga      D4
  • Sanguinaria     D3
  • Ignatia            D4
  • Belladonna     D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×15 Tr.

Medikamente:

Nach Verordnung des Arztes.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Kontakt:

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Kursanatorium Dr. Fehrenbach & Co OHG
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