Gallenblasenerkrankungen und Gallenwegserkrankungen

Gallenblasen- und Gallenwegserkrankungen

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

 Unauffälliger Gallen- und Pankreasgang, mehrere unterschiedlich große Gallensteine in der Gallenblase und im Gallenblasengang

Unauffälliger Gallen- und Pankreasgang, mehrere unterschiedlich große Gallensteine in der Gallenblase und im Gallenblasengang (Bildautor: J. Guntau – Bildlizenz: Creative Commons)

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1. Gallensteine

Nicht jeder Gallenstein träger hat Beschwerden. Bei dünnen Bauchdecken ist zuweilen bei der Palpation (Abtastung) des Leibes durch den Arzt eine Steingallenblase zu tasten. Der erfahrene Arzt wird diese Entdeckung klugerweise unterschlagen, um zu verhindern, daß ein unwissender Gesunder zu einem wissenden Kranken wird. In Mitteleuropa haben ca. 20% aller Erwachsenen Gallensteine. Nur bei einem Drittel der Fälle, wahrscheinlich sogar weniger, kommt es zu behandlungsbedürftigen Störungen. Die Klagen sind unbestimmt: Druckgefühl im rechten Oberbauch, Völlegefühl und Übelkeit, Unverträglichkeit von fetten, schweren und umfangreichen Mahlzeiten. Der klassische Beweis für ein Gallensteinleiden ist jedoch die Gallenkolik: unerträgliche, meist nächtlich einsetzende Schmerzen im rechten Oberbauch mit Ausstrahlung unter den rechten Rippenbögen, das rechte Schulterblatt oder den rechten Arm. Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleitsymptome.

Die erste Maßnahme: Arzt rufen!

Sonographie der Gallenblase mit Gallensteinen

Sonographie der Gallenblase mit Gallensteinen (Bildautor: Milliways – Bildlizenz: Creative Commons)

Kneipp:

Heusack auf Lebergegend.

Allgemeine Maßnahmen:

Bettruhe.

Tee:

Anserine

Kamille

Pfefferminze aa ad 100,0

Tgl. 3×2 Tassen und mehr; überbrühen, 10 Min. ziehen lassen.

Die Frage einer Operation stellt sich nur dann, wenn immer wiederkehrende, nachhaltige Beschwerden auftreten. Der zufällige Nachweis von Gallensteinen bei einer Routineuntersuchung ist keine Indikation für eine Operation.

Für die chronische Steingallenblase, die nur gelegentlich Beschwerden macht, treffen alle Behandlungsmaßnahmen zu, die unter chronischer Gallenblasenentzündung angegeben sind.

Beachte:

Temperatur messen, um infektiöse Prozesse auszuschließen.

 

2. Gallenblasenentzündung

Die Gallenblasenentzündung ist fast immer Folge einer Abflußbehinderung durch Steine. Es fehlt der Reinigungseffekt der fließenden Galle, so daß Bakterien, meist vom Zwölffingerdarm aufsteigend, in den Gallenausführungsgang, die Gallenblase und die Gallenwege zur Leber eindringen können. Im akuten Stadium ähnelt das Krankheitsbild einer echten Gallensteinkolik, jedoch mit einem eindrucksvollen Unterschied. Schüttelfrost, hohes Fieber und schlechtes Allgemeinbefinden lassen erkennen, daß sich im Innenraum der Gallenblase ein hochentzündlicher, infektiöser Prozeß abspielt. Bei der akuten Gallenblasenentzündung handelt es sich um ein schweres Krankheitsbild, das unbedingt ärztlicher Behandlung bedarf. Bis zum Eintreffen des Arztes: Kneipp:

Heublumenauflage auf Lebergegend; wenn warm als unangenehm empfunden wird, ist ein Versuch mit kühler Auflage angebracht.

Tee: s. 1.

Das akute Stadium geht häufig in die chronische Form der Gallenblasenentzündung über. Die Beschwerden: Druckgefühl und Spannen im rechten Oberbauch, Appetitmangel, morgendliche Übelkeit, Unverträglichkeit fetter Speisen und Blähzustände.

Kneipp:

Tgl. Wechselknie-, Wechselschenkel- oder Wechselschenkelleibguss.

Wöch. 2x Heusack auf Leber und 2x Sitzbad mit Heublumen, anschl. Schenkelleibguss temperiert (s. auch unter Abhärtung).

Diät:

Knappe, fettarme Kost, Einschränkung von Süßigkeiten. Salat, Obst und Rohkost in kleinen Mengen. 5-6 kleine Mahlzeiten am Tage. Aus Erfahrung unverträgliche Speisen vermeiden.

Tee:

Anserine

Schöllkraut

Löwenzahn

Pfefferminze

Tausendgüldenkraut

Wermut

Kümmel

Fenchel           aa ad 100,0

Tgl. 3×1 Tasse; kalt ansetzen, aufkochen, 10 Min. ziehen lassen.

Homöopathie:

Bei Steingallenblase:

Chelidonium   D4

Berberis          D3 aa ad 20,0

Tgl. 3×25 Tr.

Bei chronischer Gallenblasenentzündung:

Taraxum                      Dl

Carduus marianus       D2

Echinacea                   D3

Belladonna                 D4 aa ad 40,0

Tgl. 3×20 Tr.

Medikamente:

nach Verordnung des Arztes.

Meiden oder Einschränken: Nikotin, Bohnenkaffee, Alkohol, Medikamente, insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Beachte:

Inzwischen wurde die Entfernung einer chronisch-entzündlichen oder steingefüllten Gallenblase zur Routine (Knopfloch-Methode).

 

3. Reizgallenblase

Ed handelt sich um ein Oberbauch-Syndrom auf der rechten Seite mit ähnlichen Beschwerden wie bei der chronischen Gallenblasenentzündung, nur mit dem Unterschied, daß sich selbst bei ausgefeilter Diagnostik kein organisch fassbarer Befund erheben läßt. Als Ursache müsse wie bei vielen ähnlichen Beschwerden im Bauchraum nervös-vegetative Fehlsteuerungen angenommen werden. Der dabei häufig vorhandene Blähbauch mag das Seine zum Beschwerdekomplex beitragen.

Therapie:

Wie bei chronischer Gallenblasenentzündung.

 

4. Zustand nach Gallenblasenoperation

Nicht jede Gallenblasenoperation ist erfolgreich. Oft bleiben Beschwerden mich der Operation unverändert.

Der rechte Oberbauch ist der Wetterwinkel des Leibes. Dort unter dem Rippenbogen liegen viele störanfällige Organe: der Magenausgang, der Zwölffingerdarm, die Leber, die Gallenblase mit ihren Zu- und Ausführungsgängen, der rechte Bauchspeicheldrüsenanteil und die rechte Biegung des Dickdarmes.

Es ist nur zu verständlich, daß chronische Beschwerden im rechten Oberbauch, die von einem der genannten Organe herrühren, unter Umständen sogar nervös bedingt sind, auf eine steingefüllten Gallenblase bezogen werden. Erst wenn der Operationserfolg ausbleibt, wird klar, daß die Steingallenblase nicht die Ursache war.

 

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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