Güsse (Kneipp)

Kneipp-Anwendungen: Güsse

von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

Kneipp-Guss

Kneipp-Guss

Wenn Kneipp von Güssen sprach und schrieb, so meinte er nur kalte Güsse. Inzwischen bescherte uns die Technik die Wohltat des warmen Wassers aus der Leitung, was natürlich die Kneipptherapie in ihren Anwendungsmöglichkeiten erheblich erweiterte. Der wechselwarme Guß, den Sebastian Kneipp in der heutigen Form nicht kannte, ist aus der modernen Kneippbehandlung nicht mehr wegzudenken.

In vielfacher Weise wird der Guss verabreicht; als Kalt- oder Wechselguss, als Warm- oder Heißguss, am Kurort als Regen oder als Blitzguss. Alle Körperteile, sogar das Gesicht und der Kopf, können einzeln oder im Verbund mit anderen Organen in das Gießgeschehen einbezogen werden. Die Krönung des Gusses ist der Vollguss, über den noch in ganz besonderer Weise zu sprechen sein wird.

Beim Wechselguss gibt es keine Temperatur-Festschreibung. Richtig ist, was gefällt, was als angenehm, entspannend oder erfrischend empfunden wird. Die Dauer eines Gusses wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Einmal von der Reizempfindlichkeit des Organismus, dann von der Gießtemperatur und schließlich von der Art des Gusses. Daß ein Knieguß weniger Zeit in Anspruch nimmt als ein Vollguß ist selbstverständlich. Der reizempfindliche Sensible wird eine kürzere Zeit zum Gießen wählen als der unempfindliche Stabile. Ein Guss mit starker Temperaturdifferenz, z.B.39° warm und 15° kalt, erzielt die gewünschte Reizwirkung rascher als ein Guß im Indifferenzbereich von 35° zu 25°. Unter Berücksichtigung aller Faktoren kann ein Kneippguss in einer Zeitspanne zwischen zirka eineinhalb und vier Minuten liegen.

Am Kurort wird im kneippschen Baderaum ein Schlauch verwendet, der eine Länge von ca. 2,5 Meter und einen Durchmesser von 3/4 Zoll = 18,2 Millimeter aufweist. Diese Idealforderung kann in einem Haushalt nur dann erfüllt werden, wenn eine Kneippecke im Badezimmer oder in einem beheizbaren Waschraum eingerichtet wird.

Diese Artikel sollen anregen, die normal vorhandenen Möglichkeiten eines Badezimmers voll auszuschöpfen, um ein festes Programm an Wasseranwendungen durchführen zu können. Normalerweise besitzt heute jede Wohnung ein Badezimmer mit einer Duschmöglichkeit.

Diese Dusche oder Brausevorrichtung stellen wir in den Dienst der Kneippkur. Natürlich kann damit die schulgemäße Forderung nach einem gebundenen, fast drucklosen Wasserstrahl aus dem zirka zwei Zentimeter weiten Schlauch nicht erfüllt werden. Das Gießen im Kneippschen Sinne ist jedoch für das häusliche Kneippen so wichtig, daß diese so wertvolle Heil- und Vorbeugemaßnahme nicht an einer umständlichen und teuren Forderung nach einer technischen Umrüstung des Badezimmers scheitern sollte. Die normale Brause kann wie folgt in den Dienst der Gesundheit gestellt werden:

1.         Verwendung der normalen Brause.

Um das Wasser am Körper entlang führen zu können, ist eine am Schlauch bewegliche Brause unbedingt notwendig. Das Gießen mit der Brause ist der Qualität des gebundenen Strahles zwar nicht gleichzusetzen, erfüllt jedoch die Forderung einer wirksamen Kneippanwendung. Unzureichend ist eine feststehende Brause, wie sie in früheren Zeiten über der Badewanne angebracht war.

2.         Aufschrauben eines Gießrohres nach Abschrauben des Brausekopfes. In den einschlägigen Geschäften eines Kneippkurortes ist das Gießrohr zu einem angemessenen Preis beziehbar.

3.         Installieren eines drehbaren Brausekopfes in drei verschiedenen Stärken, als Brause, als gebundener Strahl und als teilgebundener Strahl. Viele Duschvorrichtungen sind bereits mit einem drehbaren Brausekopf ausgestattet, dessen gebundener Strahl sich am besten für den Körperguß eignet.

Kleine Güsse wie der Wechselarmguß und Wechselknieguß erfordern keine Bettruhe. Nach großen Güssen dagegen, wie zum Beispiel dem Wechselunter-, dem Wechselrücken- und Wechselvollguß, empfiehlt sich das Einhalten einer Ruhezeit, am besten im Bett. Es muß allerdings differenziert werden! Der Jugendliche und Beschwerdefreie kann sich natürlich auch nach einem großen Guß ein sofortiges Anziehen mit anschließender Bewegung erlauben, während dagegen der ältere Mensch über sechzig, der nervös-vegetativ Gestörte auf eine Ruhezeit von wenigstens fünfzehn Minuten nicht verzichten sollte.

Verfasser:
Dr. med. Mathäus Fehrenbach
(Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)

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