Was tun wenn die Krankenkasse nicht zahlt?

Vor einigen Jahrzehnten genossen die Deutschen den Neid der Welt für die großzügige Verschreibung wochenlanger Kuren, die von den Krankenkassen komplett übernommen wurde. Doch der Sparzwang hat dem ein Ende gesetzt. Heute stehen viele Menschen vor dem Problem, dass sie unbedingt eine Kur benötigen und die Krankenkasse nur teilweise oder gar nicht dafür aufkommt. Was dann?

Kuranwendungen

Bild: ©istock.com/xenotar

Wann müssen Krankenkassen für die Kur zahlen?

Ob Krankenkassen überhaupt für die Zahlung zuständig sind, hängt zunächst von der erhofften Kur ab. Dies ist vom Gesetzgeber so festgelegt. Bei berufsbedingten Erkrankungen oder zur Rehabilitation nach Arbeitsunfällen sind beispielsweise die Berufsgenossenschaften zuständig. Oft ist auch die Deutsche Rentenversicherung zuständig: Nämlich, wenn es darum geht, dass sich Berufstätige bei einer Kur soweit erholen, dass sie anschließend noch einige Jahre erwerbstätig sein können und nicht als Frührentner die Rentenkasse belasten.

Die Krankenkassen sind dagegen gefragt, wenn es um die Vorsorge geht. Wer beispielsweise kurz vor einem Burnout steht, kann sich vom Arzt eine Kur zur Stressbewältigung und Erholung verschreiben lassen und einen formalen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen: So versuchen die meisten Krankenkassen zur Kostenersparnis ambulante statt stationäre Kuren zu verordnen. Wenn es überhaupt eine stationäre Kur gibt, dann generell nur noch drei Wochen statt wie früher sechs Wochen und mit einer Selbstbeteiligung des Patienten. Diese liegt zurzeit bei 10 Euro pro Tag.

Kuren und Behandlungen selbst finanzieren

Weigert sich die Krankenkasse trotz ärztlichen Attestes, eine stationäre Kur zu bezahlen oder nur bestimmte Zuschüsse zu leisten, bleibt den Betroffenen keine andere Lösung als die Finanzierung aus eigener Tasche. Dies hat jedoch auch einige Vorteile: Während die Krankenkassen den Kurort beziehungsweise die Kurklinik meist vorgeben, können Selbstzahler den Kurort selbst wählen. Auch bei der Unterkunft, bei der Verpflegung und bei den Behandlungen besteht mehr Flexibilität. Natürlich geht dies ins Geld, so dass es sinnvoll ist, den Betrag für die Kur über einen längeren Zeitraum anzusparen.

Wer nicht lange sparen möchte, kann auch einen Blick ins Ausland werfen: Gerade in Osteuropa sind Kuren oft preiswerter als in Deutschland und bekannte alte Kurbäder wie Karlsbad und Marienbad in Tschechien oder Orte wie Bad Heviz und Bad Sárvár an der ungarischen Bäderstraße stehen den deutschen Heilbädern in nichts nach und in den meisten Kurkliniken wird auch deutsch gesprochen.