Covid-19-Schnelltests: Wie sicher sind eigene Tests?

Covid-19-Schnelltests demnächst überall verfügbar

Covid-19-Schnelltests werden demnächst überall verfügbar sein, aber schon jetzt gibt es entsprechende Tests entweder in der Apotheke oder aber auch im Online-Handel. Kostenlos verfügbar sind die Tests zumeist vor einer Bildungseinrichtung oder vor einem Unternehmen, um das Infektionsgeschehen vor Ort einzudämmen. Noch gibt es aber Lieferengpässe.

Ein Corona-Test soll aufgrund der beginnenden dritten Welle auch selbst und ohne besonderen Anlass erfolgen, dafür wurden die speziellen Tests auf den Markt gebracht. Der Test zeigt, ob sich unbemerkt mit dem Coronavirus infiziert wurde oder ob es sich doch „nur“ um eine Erkältung oder um erste Grippesymptome handelt.

Das Ziel der Bundesregierung ist es, dass jeder Bürger einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche in der Apotheke oder in Arztpraxen und Testzentren abholen darf. Der Bund wird vollständig für die entstandenen Kosten aufkommen. Aufgrund von Lieferengpässen ist dies aber noch nicht in jedem Bundesland ohne Problem umgesetzt. Alternativ kann ein Test auf eigene Kosten aber im Online-Handel geordert werden.

COVID-19 Schnelltest

COVID-19 Schnelltest – (C) Bildlizenz: Frauke Riether / Pixabay

Der Antigen-Schnelltest kann aber genauso auch vom Fachpersonal übernommen werden, dafür wird ein Abstrich mit einem Wattestäbchen in Nase und Rachen genommen. Die Probe ist nach 15 bis 20 Minuten aussagekräftig, denn es kommt zu einer Verfärbung. Sofern der Test positiv ist, muss zwingend ein PCR-Test durchgeführt werden.

Können Antigen Schnelltests aus der Corona-Krise helfen?

Mittelfristig können negative Schnelltests eine Voraussetzung werden, um eine Gastronomie zu besuchen oder gar eine kleinere Veranstaltung. Ob dies tatsächlich aber umgesetzt werden kann, müsste anhand der regionalen Corona-Lage ausgemacht werden. Derzeit darf der Landkreis keine Inzidenz von 50 erreichen, um genau jenes zu ermöglichen.

Zusätzlich könnte es auch zu einer Testpflicht bei Unternehmen kommen, welche kein Home-Office ermöglichen können. Das ist ein zusätzlicher Zeitaufwand, könnte jedoch den Betrieb davor retten, dass plötzlich ein großer Teil der Belegschaft sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben muss. Wenn zudem auch langfristig Symptome entstehen, kann es gar zu empfindlichen Personalausfällen kommen. Bei „Long-Covid“ sind Aufenthalte über Monate in einer Reha nicht selten.

Insgesamt gibt es aber auch noch den Nachteil, dass die Antigen Schnelltests selbstverständlich weniger zuverlässig sind als die PCR-Tests. Nur die PCR-Tests werden auch in der offiziellen Statistik des RKI geführt.

Diese Mindestanforderungen muss ein Antigen Schnelltest erfüllen:

  • Sensitivität größer als 80 (100 Personen müssen mindestens 80 negative Tests entstehen).
  • Spezifität von über 87 Prozent (97 von 100 Gesunden müssen auch als solche erkannt werden).

Sind Tests für Laien sinnvoll?

Tatsächlich ergibt sich aus einer Studie, dass Antigen Tests durchaus sinnvoll sind – auch wenn sie von Laien durchgeführt werden. Zu diesem Ergebnis kam Dr. Claudia Denkinger vom Universitätsklinikum Hamburg im September 2020.

In dieser Studie mussten die Personen einen Corona-Test nach einer schriftlichen Anleitung durchführen. Anschließend wurden die Personen nochmals von einem Facharzt untersucht, beziehungsweise professionell abgestrichen. Das Ergebnis war, dass aus 40 Corona-infizierten 33 erkannt worden sind. Beim medizinischen Fachpersonal waren es 34.

Jedoch gibt es in diesem Falle noch eine wichtige Ergänzung. Die Aussagekraft ergibt sich nur aus hochwertigen Tests. Ein Laie erkennt die sicheren Tests daran, dass sie offiziell zertifiziert worden sind. Im Fachhandel lässt sich aber nur schwer erkennen, welche Tests nun zertifiziert worden sind und welche nicht.

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